Der Jubel war groß, als im vergangenen Jahr eine der begehrten goldenen Statuen nach Deutschland ging. Jochen Freydank bekam sie in der Kategorie "Bester Kurzfilm". Darf man diesmal wieder auf einen Oscar hoffen? Streng genommen nur so halb, denn sollten Christoph Waltz, "Das weiße Band" und "Rabbit à la Berlin" eine Auszeichnung gewinnen, wird die Freude mit Österreich und Polen geteilt. Bevor das spannende Spektakel in Deutschland von ProSieben in der Nacht zum Montag, 8. März, ab 02.00 Uhr live übertragen wird, empfiehlt sich zur Vorbereitung auf die Oscar-Gala ein Blick ins Internet.
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1929 fand die erste Oscar-Verleihung statt, und die erste Auszeichnung, die damals noch "Academy Award of Merit" hieß, ging an den deutschen Schauspieler Emil Jannings. Er bekam sie als "Bester Hauptdarsteller" für seine Rolle in "Der Weg allen Fleisches" (1927). Nach Bekanntgabe der Nominierten Anfang Februar liegen die Chancen für den als deutschen Schauspieler gehandelten Christoph Waltz recht hoch. Der gebürtige Österreicher hat für seinen Auftritt in "Inglorious Basterds" (www.inglorious-basterds-film.de) bereits 18 Auszeichnungen erhalten.
Die amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences (www.oscars.org) verleiht den Oscar nun zum 82. Mal und gibt auch die Nominierungen bekannt. Auf deren Homepage erfährt man vor allem alles über die Juroren in der Academy: Zu ihnen zählen unter anderem die Schauspieler Will Smith, Keira Knightley und Benicio Del Toro, Regisseure wie Quentin Tarantino, David Cronenberg und Steven Spielberg, aber auch scheinbar "fachfremde" Persönlichkeiten. Wie etwa Apple-Chef Steve Jobs (als Vorsitzender der Animationsschmiede Pixar), sowie die Musiker Bruce Springsteen und Elton John (die beide bereits einen Oscar für den besten Song gewannen). Jedes Mitglied darf zunächst in seiner Branche - also Schauspieler nur Schauspieler, Regisseure nur Regisseure - eine Person nominieren. Bei der Wahl der Preisträger hat dann jedes Academy-Mitglied für jede Kategorie eine Stimme.
Wer sein Wissen über die diesjährigen Nominierten noch einmal auffrischen möchte, kann dies auf der Homepage der Preisverleihung (www.oscar.com) tun. Die Extras auf dieser Seite bieten auch einige interaktive Möglichkeiten. Man kann unter anderem an der "Designer Challenge" teilnehmen und persönliche Top-Ten-Lists erstellen, beispielsweise über die bewegendsten Oscarmomente oder das schönste Kleid auf dem roten Teppich. Zudem sind alle potenziellen Preisträger nach Kategorien und Filmen geordnet. Insgesamt wird der goldene Schwertträger auf der Filmrolle in 24 Sparten vergeben, am wichtigsten ist dabei natürlich die Auszeichnung für den besten Film.
Die Topfavoriten sind dieses Jahr James Camerons "Avatar" (www.avatar-derfilm.de) und Kathryn Bigelows Kriegsdrama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" (www.toedliches-kommando.de) mit jeweils neun Nominierungen. Dicht dahinter liegt Tarantinos Nazi-Satire "Inglourious Basterds", die auf acht Oscars hoffen kann. Den Rekord von elf Auszeichnungen ("Ben Hur", "Titanic", "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs") bleibt demnach unerreicht. Dafür gelang Meryl Streep schon im Vorfeld eine andere Bestleistung: Sie kam schon 16-mal in die engere Auswahl und ist somit die meistnominierte Schauspielerin aller Zeiten.
Doch auch der deutsch-österreichische Film "Das weiße Band" (www.dasweisseband.x-verleih.de) des österreichischen Regisseurs Michael Haneke hat mit zwei Nominierungen recht gute Chancen. Er geht zum einen als bester fremdsprachiger Film für Deutschland ins Rennen. Doch auch sein Kameramann Christian Berger kann auf eine Auszeichnung hoffen. Der dritte - wenn man so will - "halb-deutsche" Preisanwärter ist der Dokumentar-Kurzfilm "Rabbit à la Berlin" von Bartek Konopka und Anna Wydra. Die deutsch-polnische Koproduktion erzählt eine Geschichte über Kaninchen, die im Todesstreifen an der Berliner Mauer lebten.
Wer die Show, die von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert wird, live erleben möchte, hat diese Möglichkeit bei ProSieben. Der Sender überträgt die gesamte Verleihung in der Nacht zum 8. März. Wer mag, kann zuvor sein Wissen im Oscar-Quiz unter www.prosieben.de/kino-dvd/stars/awards/oscar-special überprüfen. Auf der Homepage kann sich der User auch an einem Oscar-Voting beteiligen. Hier sieht man, dass sich die deutschen Fans schon einig sind: Christoph Waltz erhält die Trophäe - egal, ob nun für Deutschland oder Österreich.
Cindy Baumgart
"Avatar" zählt mit neun Nominierungen zu den Topfavoriten bei den diesjährigen Oscars. (2009 Twentieth Century Fox)
"Tödliches Kommando - The Hurt Locker" ist auch neun Mal nominiert, doch wer wird als Sieger hervorgehen? (Concorde Filmverleih GmbH)
Regisseur Michael Haneke gewann für "Das weiße Band" bereits die Goldene Palme in Cannes, den europäischen Filmpreis und einen Golden Globe. Vielleicht kommt bald noch ein Oscar hinzu. (X Verleih)
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