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Road to Perdition

Road to Perdition

(tsch) Zuerst ist nur Wellenrauschen. Leicht schwappt das Wasser an den stillen Sandstrand. Was wollte "American Beauty"-Regietalent Sam Mendes? Eine Ode an das eingespielte Duo Robert Zemeckis und Tom Hanks und ihre Robinsonade "Cast Away"? Wohl kaum, schließlich hat Mendes' Projekt nicht das Geringste mit Sommer, Sonne, Strand und Meer zu schaffen: Die wogenden Wellen in dem Mafia-Drama "Road To Perdition" (2002), das RTL nun als Free-TV-Premiere zeigt, zeugen vielmehr von der Sehnsucht nach Unberührbarkeit, Schuldlosigkeit und der Reinheit der Seele.

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Davon kann Tom Hanks in seiner überraschenden Rolle als Auftragskiller in Diensten des Mafia-Bosses Rooney (Paul Newman) nämlich nur träumen. Als es der jungen Familie von Michael Sullivan schlecht ging, das ist einige Zeit her, begab er sich in den Schutz Rooneys, der ihn, so real wie klischeehaft, als so genannten Bereiniger verpflichtete. Bereinigt werden Probleme, Rooneys natürlich, die ihn manchmal Kopf und Kragen, manchmal indes auch nur ein wenig Geld kosten könnten.

Der Hintergrund des in staubigem Gelb gehaltenen Film noir ist also altbekannt, aber nicht uninteressant. Schließlich gilt ein Mafiafilm nicht unbedingt als modern und daher risikofrei. Der Erfolg war denn auch groß, aber nicht überwältigend. In Deutschland gingen rund eine Million Menschen in die Kinos.

Die Sympathien hat Hanks, obwohl diesmal als eine Art Schurke unterwegs, auf seiner Seite, denn schon bald ist er auf der Flucht vor seinem ehemaligen Gönner. Mit ihm dabei: sein unschuldiger Sohn (Tyler Hoechlin). Der, ebenfalls auf den Namen Michael hörend, hat zu viel gesehen, namentlich einen Mord, an dem sein Vater bedingt beteiligt war. - Darf ein Mörder Vater sein oder anders herum? Natürlich nicht, und daher sind die geweckten Sympathien des Publikums eine Falle des Regisseurs, der mit seinem wohl durchdachten Ende ein Meisterwerk schaffen möchte. "Road To Perdition" ist ohne Frage eine Vater-Sohn-Geschichte mit epochalen Anwandlungen.

Dennoch verharrt die mafiöse Thematik allzu sehr in schon da Gewesenem. Immer noch fühlt man sich dreckig und kaum mehr glücklich als nach einem Auffahrunfall, wenn man die wilden, oft tragischen, aber meist niederträchtigen Verstrickungen innerhalb eines Mafiafilms an sich herangelassen hat. Und dass der Sohn bis zum Schluss ein Unschuldslamm bleiben soll, damit Vater seine Seele posthum reingewaschen weiß, ist ein wenig heuchlerisch.

Nadja Schönweitz


Die Beziehung zwischen Michael Sullivan (Tom Hanks, rechts) und seinem Sohn (Tyler Hoechlin) entwickelt sich.
Die Beziehung zwischen Michael Sullivan (Tom Hanks, rechts) und seinem Sohn (Tyler Hoechlin) entwickelt sich. (RTL)

Annie Sullivan (Jennifer Jason Leigh) gerät in Gefahr, neben ihr: Michael Sullivan (Tom Hanks).
Annie Sullivan (Jennifer Jason Leigh) gerät in Gefahr, neben ihr: Michael Sullivan (Tom Hanks). (RTL)

John Rooney (Paul Newman, links) und Michael Sullivan (Tom Hanks) verbindet zunächst gemeinsame Ziele.
John Rooney (Paul Newman, links) und Michael Sullivan (Tom Hanks) verbindet zunächst gemeinsame Ziele. (RTL)

Datum: 09.11.2005

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Artikel ID 160735

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