Aus der Mitte entspringt ein Fluss: Früher Brad-Pitt-Film
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Aus der Mitte entspringt ein Fluss
(tsch) Was macht eigentlich Craig Sheffer? Der Dunkelhaarige, der an der Seite von Brad Pitt im Montana-Drama "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" (1992) knietief im Wasser stand, um zu fischen? Anfang der 90er-Jahre - Pitt hatte gerade mit einem kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt in "Thelma & Louise" auf sich aufmerksam gemacht und "Kalifornia" noch nicht gedreht - stand der drei Jahre ältere Kollege in der Besetzungsliste zu Robert Redfords Regiearbeit "Aus der Mitte entspringt ein Fluss", die das Erste nun wieder einmal programmiert, noch vor dem künftigen Hollywood-Superstar. Nach einer B-Movie- und TV-Karriere war Sheffer hierzulande zuletzt in der US-Serie "One Tree Hill" zu sehen.
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Robert Redford hatte damals bereits zwei Produktionen als Regisseur hinter sich. Doch "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" wurde sein Durchbruch als Filmemacher. Mit dem smarten Brad Pitt und Tom Skerritt ("Brothers & Sisters") wurden die Hauptrollen treffend besetzt. Kameramann Philippe Rousselot erhielt für die atemberaubenden Bilder 1993 einen Oscar. Redford inszenierte den Film nach den autobiografischen Aufzeichnungen des Literaturprofessors Norman MacLean. Erzählt wird die Geschichte um zwei ungleiche Brüder und deren Familie. Thema ist der uralte Konflikt zwischen dem Anspruch der Eltern und den eigenen Zielen.
Bei den MacLeans geht es unterkühlt zu. Der unerbittliche Vater (Tom Skerritt) ist Presbyterianerpriester und lehrt die Söhne, die Natur, die Flüsse und Berge Montanas zu lieben. Die hohe Kunst des Fliegenfischens ist Lebensmittelpunkt und Zusammenhalt der Familie, in der man sonst kaum Gefühle zeigt. Während sich Norman (Craig Sheffer) nach den Vorstellungen des Vaters entwickelt, Literaturgeschichte studiert und heiratet, rebelliert Paul (Brad Pitt) und unternimmt gefährliche Abenteuer. Der junge Quertreiber stolpert von einer Liebesgeschichte in die nächste, spricht dem Alkohol übermäßig zu und verzockt beim Pokerspiel sein Geld. Immer wieder gerät das Leben des virtuosen Fliegenfischers Paul außer Kontrolle.
Der Film wird von der gekonnt fotografierten Landschaft dominiert und weckt aus seiner Atmosphäre heraus Emotionen. Zweifellos eine Meisterleistung von Robert Redford, der sich zuletzt weitere Lorbeeren mit dem Drama "Von Löwen und Lämmern" verdiente - als Regisseur, Produzent und Darsteller. Während Brad Pitt sich gerade noch als blondierter Fitnesstrainer in "Burn After Reading" auf der Leinwand austobt, dreht er derzeit in Deutschland unter der Regie von Quentin Tarantino "Inglorious Bastards". Am 29. Januar beweist er erneut seine darstellerische Bandbreite und kehrt als Titelheld in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" zurück, der auf einer Erzählung von F. Scott Fitzgerald basiert.
Mona Petri
Paul MacLean (Brad Pitt) wächst in der strengen Obhut seines Vaters, eines Presbyterianerpriesters, auf. (ARD / Degeto)
Craig Sheffer (links) und Brad Pitt spielten 1992 in Robert Redfords nostalgischem Epos die unterschiedlichen MacLean-Brüder. (ARD / Degeto)
Datum: 19.11.2008
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