Interview
(tsch/vm) Eine einzige Verbalschlacht: Das ist die Handlung des kontroversen Films „Interview“, bei dem Schauspieler Steve Buscemi sowohl vor als auch hinter der Kamera stand. Ein Kampf zwischen einem Mann (Buscemi) und einer Frau (Sienna Miller): beide ziemlich eitel. Buscemis Adaption des gleichnamigen Films von Theo Van Gogh lief in Deutschland deutlich unter Wert. Kein Wunder: Das Publikum für dieses sehr spezielle Stück Kino dürfte nicht so groß sein: statisch, schmucklos, wie ein Theaterstück. Und dennoch entwickelt der kammerspielartige Film eine Spannung, die man angesichts der Tatsache, dass die ganze Zeit nur zwei Personen zu sehen sind, nicht für möglich hält.
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Der Jahrmarkt der Eitelkeiten ist ein niemals abgegrastes Feld. Aus all der Arroganz, dem blitzschnellen Umschalten auf Boshaftigkeit lassen sich die besten Filme zaubern. Nichts anderes beweist Steve Buscemis drastischer Film "Interview" (2007) - erfreulich gut besetzt mit Sienna Miller und Buscemi selbst. In diesem jetzt auf DVD erhältlichen heftigen Schlagabtausch trifft ein arroganter Journalist auf ein hübsches Filmsternchen. In den deutschen Kinos lief die Produktion deutlich unter Wert.
Eine kurze Begegnung, um Informationen auszutauschen. Was harmlos klingt, entwickelt sich zu einer Schlacht, einem verbalen Kampf, der eigentlich eher für das Theater gemacht ist. Schmucklos in nur zwei Locations, eine statische Angelegenheit. Und dennoch ein Erlebnis.
Er - Pierre Peders (Steve Buscemi) - ist ein seriöser Polit-Journalist, jemand der sich für den König seiner Zunft hält. Doch der alte Hase ist ein wenig neben der Spur gerudert. Zumindest straft ihn der Chef während eines Polit-Skandals mit einer Strafarbeit außerhalb seines Ressorts. Sie ist sehr populär. Filmsternchen Katya (Sienna Miller) hat viele Fans. Für Peders ist sie natürlich eine Frechheit, was er sie in einem kurzen Gespräch im Nobelrestaurant - durch mangelnde Vorbereitung - spüren lässt. Obwohl der Journalist durchaus verletzend war, zeigt sich Katya kurz nach dem Interview hilfsbereit. Mag sein, dass man sich immer zweimal im Leben sieht, aber dass es so schnell ging, ließen sich wohl beide nicht träumen. Peders hat sich verletzt, und die Soap-Darstellerin nimmt ihn mit in ihr Loft.
Sie verletzten sich, wo sie nur können, in einem Machtkampf aus Wortsalven und zynischen Kontern, der sich als fatales, als tolles Lehrstück über die Eitelkeit erweist. Als Kammerspiel inszeniert, sind die intensiven Bilder ruhig, scharf und kontrastreich. Der überraschend volle Sound erfreut mit klaren Dialogen. Im Bonusteil finden sich nur einige sehr kurze, aber auch informative und gut gemachte Featurettes.
Claas Nielsen
bewertungsbox
| bildformat |
1,78:1 (anamoprh) |
| sprachen |
Deutsch (5.1), Englisch (5.1) |
| untertitel |
Deutsch |
| extras |
Kurzdoku: "Triple Theo"; Hinter den Kulissen |
| laufzeit |
81 Min. |
| tonsystem |
Dolby Digital |
| regionalcode |
Regionalcode 2 |
| preis |
ca. 17 Euro |
| bewertung bild |
gut |
| bewertung ton |
gut |
| bewertung extras |
befriedigend |
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Credits: (USA / NL 2007, R: Steve Buscemi, D: Steve Buscemi, Sienna Miller u.a.)
Zwischen einem unmotivierten Journalisten und einer zickigen Schauspielerin kommt es zu einem sehr emotionalen Dialog: "Interview" ist Steve Buscemis Regie-Debüt. (Kinowelt)
Neue Spielregeln: Katya (Sienna Miller) schnappt sich den Camcorder und stellt Pierre ihre Fragen. (Kinowelt)
Der Journalist Pierre Peders (Steve Buscemi) und die Schauspielerin Katya (Sienna Miller) kommen sich erstaunlich nahe. (Kinowelt) |
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