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The Wrestler: Großes Verliererdrama mit Mickey Rourke

The Wrestler

Der ausgefallene, experimentelle Psychothriller „Pi“ (1998) bedeutete für Regisseur Darren Aronofsky den Durchbruch. Auch sein nächstes Werk, das düstere Drogendrama „Requiem for a Dream“ (2000) erfreute sich großer Beliebtheit bei Kritik und Publikum. Danach kam der Fall: Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde sein esoterisches Liebesmärchen „The Fountain“ (2006) vom Publikum ausgebuht. Nur zwei Jahre später scheint sich Aronofsky davon erholt zu haben, denn seine aktuelle Produktion „The Wrestler“ gewann beim selben Festival den Goldenen Löwen und wurde mit Standing Ovations gefeiert. Zwischen Sport-Drama und Charakterstudie angesiedelt, erzählt „The Wrestler“ die traurige Lebensgeschichte des Show-Ringkämpfers Randy „The Ram“ Robinson (hervorragend verkörpert durch Mickey Rourke), der 20 Jahre nach seinem Höhepunkt als Sportler nurmehr nur ein Schatten seiner selbst ist. Der vielversprechende Film läuft am 26. Februar in den deutschen Kinos an.

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Regie: Darren Aronofsky
Hauptdarsteller: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood
Kinostart: 26. Februar 2009
Verleih: Kinowelt

In Hollywood macht ein Gerücht die Runde: Für seine Rolle als „The Wrestler“ Randy Robinson kann sich Mickey Rourke auf eine Oscarnominierung freuen. Zweifellos ist dies die größte Rolle in der bisherigen Karriere des Schauspielers: fast eine One-Man-Show, eine Art Mythos wie Stallones „Rocky“.

Doch Rourkes Charakter weist nicht viele Ähnlichkeiten mit Stallones Helden auf. „The Wrestler“ kann sogar als eine spiegelverkehrte „Rocky“-Geschichte betrachtet werden. Denn von dem Höhepunkt des Sport-Helden erfährt der Zuschauer nur in einzelnen Bildern ganz kurz am Anfang des Films. Danach folgt der Absturz.

Mit den Frauen in Randys Leben will es nicht klappen: Weder gelingt es ihm, zur Stripperin Cassidy (Marisa Tomei, „Tödliche Entscheidung“) eine Beziehung aufzubauen noch die Risse in seinem Verhältnis zur Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood, „Dreizehn“) zu flicken. Einsam, vergessen und mit gesundheitlichen Problemen schleppt sich der traurige Koloss „The Ram“ von einer zweitklassigen Wrestling-Show zur nächsten. Noch immer steht er als Wrestler auf der Bühne und noch immer sieht sein Körper beeindruckend aus. Doch was bedeutet das schon in der kurzlebigen Welt des Show-Ringkampfes, wo ständig neue Stars gefragt sind? Damit scheint sich der gealterte Ex-Held nicht recht abgefunden zu haben, denn er träumt nach wie vor von einem Comeback und Kämpfen in der großen Liga.

Und dann kommt die endgültige Absage an seinen Traum: Randy bekommt einen Herzinfarkt, der Arzt meint, er dürfe nie wieder kämpfen. Nun muss er sich einen normalen Job suchen. „The Ram“ sieht man dann mit einer Plastikmütze an der Fleischtheke eines Supermarkts stehen. Rourkes Charakter versprüht in diesem Augenblick eine ähnliche Tragik wie jene Bilder in Bukowskis Roman-Adaption „Factotum“, in denen der intelligente, selbstzerstörerische Schriftsteller (Matt Dillon) am Laufband einer Fabrik Gurken in Gläser packt.

Die Welt des Wrestling inszeniert Darren Aronofsky wenig glamourös und mit einfachen Mitteln: Die Kampfszenen sind gradlinig angelegt, dafür kommt ihre Brutalität umso mehr zum Vorschein. „The Wrestler“ ist keine Saga über den amerikanischen Traum, wie „Rocky“ eine war – es ist ein trauriger Film über einen Sportler, der nicht merkt, wann es Zeit ist, aufzuhören. Ein Film über das Danach – was passiert eigentlich, nachdem sich der amerikanische Traum erfüllt hat und er langsam wieder verblasst?

Christian Gehl


Zerschunden und zerbeult: Mickey Rourke auf dem Weg nach unten (Kinowelt)
Zerschunden und zerbeult: Mickey Rourke auf dem Weg nach unten (Kinowelt)

Mickey Rourke und Evan Rachel Wood, die in "The Wrestler" seine Tochter spielt (Kinowelt)
Mickey Rourke und Evan Rachel Wood, die in "The Wrestler" seine Tochter spielt (Kinowelt)

Regisseur Darren Aronofsky, berühmt geworden mit "Pi", hat mit "The Wrestler" in Venedig 2008 den Goldenen Löwen gewonnen (Kinowelt)
Regisseur Darren Aronofsky, berühmt geworden mit "Pi", hat mit "The Wrestler" in Venedig 2008 den Goldenen Löwen gewonnen (Kinowelt)

Datum: 09.11.2008

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