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Lost in Translation: Sensationeller Liebesfilm von Sofia Coppola

Lost in Translation

(tsch) Über eine Million Zuschauer hatte "Lost in Translation" (2003) in die deutschen Kinos gelockt. Eine beachtliche Zahl für einen zwar herausragenden, aber eben nicht sehr kommerziellen Film, der Melancholie und Komödiantisches vor einer ungewöhnlichen Kulisse vereint. Die Regiearbeit von Sofia Coppola, die nun ARTE wiederholt, erhielt mehrere Preise, darunter auch den Oscar für das beste Drehbuch. Hauptdarstellerin Scarlett Johansson genießt seit diesem Film den Status der Alleskönnerin in Hollywood. Seit 4. Dezember ist sie in dem Woody-Allen-Film "Vicky Cristina Barcelona" in den deutschen Kinos zu sehen. Zudem wurde ihr eine weitere ehrenvolle Aufgabe übertragen: Am 11. Dezember führt die Schauspielerin als Co-Moderatorin durch das Konzert, das zu Ehren der Friedensnobelpreisträger in Oslo stattfindet.

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Es ist die Geschichte eines Mannes auf Geschäftsreise, der mit Verständigungsproblemen in einer fremden Kultur zu kämpfen hat - so die grobe Rahmenhandlung. Doch wie so oft liegt das Meisterhafte im Detail. Bill Murray, seither eben nicht mehr nur der "Ghostbusters"-Komödiant, spielt den desillusionierten Schauspieler Bob Harris als lethargischen Mittfünfziger, der in der nicht zur Ruhe kommenden Millionenstadt nicht schlafen kann und sich nächtelang entweder durch das unverständliche Kauderwelsch japanischer Fernsehkunst zappt oder stundenlang den Whiskey in der Hotelbar schwappen lässt.

Durch Zufall lernt er die junge Frau eines Fotografen, Charlotte (Scarlett Johansson), kennen. Ihr Mann ist ständig mit hippen Bands unterwegs, seine Shootings bedeuten ihm offenbar mehr als das Glück seiner Frau. Ihre blütenweiße Bettwäsche bleibt größtenteils unberührt, denn auch sie plagt Schlaflosigkeit. Erst zusammen - die Annäherung geschieht nur zögerlich - finden sie das kurzweilige Glück.

Was sich anhört wie eine platte Liebesgeschichte, ist bei Sofia Coppola viel mehr: Sie entwickelt keine schmalzige Romantik zwischen Star und Twentysomething, sondern eine Beziehung, die gekennzeichnet ist durch den Wunsch nach Vertrautheit und Wärme in einem fremden, kalt wirkenden Moloch.

Dabei ist "Lost in Translation" auch eine Liebeserklärung an Tokio, diese Stadt, die tatsächlich keinen Schlaf kennt und deren Ecken und Winkel eine unendliche Bandbreite an neuen Entdeckungen bereithalten. Wenn Bob Harris und Charlotte zusammen losziehen, um eine Nacht in Szene-Bars und bei Karaoke-Sessions zu verbringen, glimmt ein wenig Euphorie beim Zuschauer auf, getragen von der Lust teilzunehmen an dem Instant-Glück der Protagonisten.

Jasmin Herzog


Die frisch verheiratete Charlotte (Scarlett Johansson) und der desillusionierte Schauspieler Bob (Bill Murray) lernen sich zufällig kennen.
Die frisch verheiratete Charlotte (Scarlett Johansson) und der desillusionierte Schauspieler Bob (Bill Murray) lernen sich zufällig kennen. (ARD / Degeto)

Bob Harris (Bill Murray) soll in Tokio einen Whisky-Werbespot drehen.
Bob Harris (Bill Murray) soll in Tokio einen Whisky-Werbespot drehen. (ARD / Degeto)

Charlotte (Scarlett Johansson) begleitet ihren Ehemann auf seinen Geschäftsreisen und verbringt ihre Zeit gelangweilt auf den Hotelzimmern.
Charlotte (Scarlett Johansson) begleitet ihren Ehemann auf seinen Geschäftsreisen und verbringt ihre Zeit gelangweilt auf den Hotelzimmern. (ARD / Degeto)

Datum: 09.12.2008

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