Gottes Werk und Teufels Beitrag: Erstklassige John-Irving-Verfilmung
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Gottes Werk und Teufels Beitrag
(tsch) Als Spider-Man wurde er weltberühmt. Dennoch kann sich Tobey Maguire durchaus etwas Schöneres vorstellen, als sich in hautenge Kostüme zu zwängen und in Schwindel erregenden Höhen zu baumeln: nämlich mit seiner kleinen Tochter Ruby Sweetheart zu spielen. Der 33-Jährige ließ sich lange bitten, hat nun aber für gleich zwei weitere "Spider-Man"-Fortsetzungen unterschrieben. Allerdings nur unter der Bedingung, dass er morgens und abends Freizeit hat, um seine Lieblingsrolle, die Vaterrolle, zu spielen. Außerdem soll Rubys Daddy für die Comic-Verfilmungen eine stolze Gage von etwa 50 Millionen Dollar bekommen. Dass er als Leading-Man nicht nur für Action-Kracher, sondern auch für sensible Stoffe bestens geeignet ist, bewies Maguire bereits 1999 eindrucksvoll in "Gottes Werk und Teufels Beitrag". kabel eins wiederholt nun die großartige Literaturverfilmung von Regisseur Lasse Hallström.
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Das Waisenhaus, das Autor John Irving in seinem 1985 erschienenen Roman "Gottes Werk und Teufels Beitrag" und später in seinem Oscar-prämierten Drehbuch beschrieb, hat wenig Schwermütiges und schon gar nichts Bedrohliches. Hier hat das Böse keine Macht. "Teufels Beitrag" findet im Leben draußen statt. Die meisten Kinder wissen das, ahnen es zumindest. Und doch sehnen sie sich nach Geborgenheit, einer Familie. Homer (Maguire) ist eines von ihnen.
Zu Dr. Wilbur Larch (Michael Caine erhielt für seine Darstellung den Oscar), dem Leiter des Heims, hat sich eine Art Vater-Sohn-Beziehung entwickelt. Homer beobachtet dessen Methoden, seine herzliche Erziehung der Jungen und Mädchen, aber auch seine präventiven Eingriffe: Larch führt, wenn er es für angebracht hält, Abtreibungen durch.
Es sind die 40er-Jahre, Amerika ist im Krieg, und Homer hält es nicht mehr in dem Waisenhaus aus. Als das junge Paar Candy (Charlize Theron) und Wally (Paul Rudd) abtreiben lässt, ergreift er die Gelegenheit und verlässt mit beiden seine Heimat. Sie bieten ihm einen Job als Apfelpflücker an. In kurzer Zeit lernt Homer Gottes Werke und die Beiträge des Teufels im wahren Leben kennen. Er entdeckt die Liebe, begegnet aber auch einem Vater: ein auf den ersten Blick sympathischer Mann, der seine eigene Tochter missbraucht. Homer erlebt Freundschaft und erkennt die Macht des Todes. Er beginnt das Schicksal zu begreifen und wird am Ende seine Aufgabe in der Welt verstanden haben.
So dramatisch die Ereignisse in Lasse Hallströms Film mitunter auch sind, so leicht und natürlich werden sie geschildert. Wie schon in "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" (1993) sind Bildsprache und Erzählweise von geradezu entwaffnender Schlichtheit. Die skurrilsten Situationen sind, so scheint es, Teil des normalen Lebens. Der Zufall darf regieren, Homer muss reagieren. Die Ereignisse berühren ihn, machen ihn aber nicht wirklich zu einem anderen Menschen. Es ist keine kitschige Läuterung eines Jungen. Still, geduldig, naiv, manchmal fast schon etwas lethargisch geht er durchs Leben. Doch der Betrachter bleibt neugierig auf sein Schicksal.
Franziska Kramer
Homer Wells (Tobey Maguire) beschließt, sein eigenes Leben zu leben. Doch die Realität holt ihn bald schon ein. (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)
Dr. Wilbur Larch (Michael Caine) leitet in den USA ein Waisenhaus und führt dort auch Abtreibungen durch. (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)
Auf der Suche nach seinem eigenen Weg trifft der unerfahrene Homer Wells (Tobey Maguire) auf die hübsche Candy Kendall (Charlize Theron). (kabel eins / Kinowelt Filmverleih)
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