Ein Quantum Trost
Die Welt ist nicht genug(tsch) Als schnellster, wuchtigster, härtester und rasantester Bond-Film aller Zeiten wurde "Ein Quantum Trost" angekündigt. Als Action-geladenes Feuerwerk in potenzierter Clip-Ästhetik. Das nunmehr 22. offizielle 007-Abenteuer und das zweite mit Daniel Craig in der Titelrolle startet am 6. November in deutschen Kinos und überführt den Ian-Fleming-Stoff wohl endgültig ins 21. Jahrhundert. Während die klassischen Doppel-Null-Agenten die Welt quasi im Vorbeigehen zwischen Dienstromanze und Cocktaillaune retteten, wütet nun ein besessener Asket auf der Leinwand. Der bahnt sich seinen Weg durch Blut, Dreck und Schweiß, greift aber auch auf zeitgemäßen Hightech zurück: Handys, Navigationssysteme und das World Wide Web. Eben dort, im Internet, hat das gewaltige Medienphänomen "Quantum Of Solace" natürlich längst Wurzeln geschlagen.
Anzeige Unter www.einquantumtrost.de findet man die offizielle deutschsprachige Webpräsenz des Kinofilms von Verleiher Sony. Der erste Eindruck dürfte dem des Agenten gleichen, der im Film eine große Verschwörung aufdecken will: Es ist komplex. Einen ganzen Schwung Bonusfeatures auf einen Schlag erhält man durch das Herunterladen des Film-Widgets. Neben dem Kinotrailer enthält das Download-Paket eine Handvoll kurzer Doku-Videos zu Cast und Crew sowie eine Bildergalerie. Weitere Interviews, Set-Berichte und Porträts in bewegten Bildern findet man im 007-Blog, der die medial stets kritisch beäugten Dreharbeiten nochmal nachvollziehbar macht. Weitere Hintergrundberichte, Making Ofs, alternative Trailer und das Musikvideo zum Titelsong von Jack White und Alicia Keys hält die Sektion "Video" bereit - und damit bereits mehr Bonusmaterial als eine durchschnittlich ausgestattete Kauf-DVD. Die "Infos zum Film" machen mit der Story, den Darstellern und den Filmemachern näher bekannt. Die "Download"-Sektion bietet Chat-Icons, die obligatorischen Wallpapers und laut Ankündigung demnächst auch Files fürs Handy. Hobby-Agenten schnüffeln derweil in der üppigen MI6-Akte von Commander Bond - in Lebenslauf, militärischer Laufbahn, psychologischem Bericht und was man sonst so alles wissen muss. Die Games-Ecke wartet mit nicht weniger als vier Online-Spielen auf: einem aufwendigen Multiplayer, einer Fliegerübung, einem Sprengstoffrätsel und einem sehr anspruchsvollen 007-Quiz, deklariert als Eignungstest für den MI6. Die fiktive Web-Dependence des britischen Geheimdiensts lässt sich allerdings auch direkt ansteuern, unter www.mi6.co.uk. Das unabhängige Fanportal hat die Wartezeit auf den Kinostart mit einer ganzen Reihe von Videotagebüchern verkürzt. Dort äußerten sich Darsteller und Filmemacher zum jeweils aktuellen Fortschritt der Dreharbeiten und ihrer persönlichen Sicht der Dinge. Des Weiteren sind auf der Website unzählige Artikel zu allen erdenklichen Aspekten des Bond-Universums hinterlegt: Ein Testbericht zum "Quantum Of Solace"-Videogame, Detailanalysen zur offiziellen James-Bond-Uhr oder eine Biografie zum geistigen Vater des Helden Ian Fleming. Einzig die Systematisierung der Informationsflut lässt zu wünschen übrig. Eine schöne Ergänzung bietet das britische "Double-0-Seven Magazine", zu finden unter www.007magazine.co.uk. Ansprechend gestaltet und mit reichlich aktuellen Szenen- und Pressebildern illustriert pflegt auch die versierte Fansite zur Kultreihe einen News-Threat zum neuen Kinofilm. Viel dreht sich dabei natürlich um die Hauptdarsteller, die allerdings sämtlich keine offiziellen Homepages unterhalten. Betrachtet man die wichtigsten Fanseiten, wird im Fall Daniel Craigs schnell deutlich, wie sehr die Rolle des berühmten Leinwandagenten einen Schauspieler vereinnahmen kann. Schon die URL der privaten Website www.craigisbond.net macht diesen Umstand bereits sehr deutlich. Inhaltlich ist die Seite jedoch ausbaufähig: Neben unverbindlicher Lobhudelei, einer sehr knappen Biografie und noch weniger ergiebigen Erörterungen der Bond-Historie bleibt einzig ein rührender Petitionsaufruf zugunsten des ehedem umstrittenen Darstellers haften. Einen Popularitätsschub erhoffen sich sicher auch die beiden Bond-Girls des neuen Films. Immerhin sind sowohl die Engländerin Gemma Arterton als auch die Ukrainerin Olga Kurylenko bereits mit Fanpages bedacht. Im Vergleich ausführlicher ist die Seite www.gemma-arterton.net gestaltet, die unter anderem biografische Angaben, Verweise auf Artertons Theaterlaufbahn und ein Pressearchiv bereithält. Bei www.olga-kurylenko.net liegt der Schwerpunkt dank unerschöpflicher Bildergalerien dagegen eindeutig auf den optischen Qualitäten der Schauspielerin. Das sollte für den Anfang ja schon mal genügen. Jens Szameit |
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