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Hayden Christensen

Vom Verlust der Anonymität

 Hayden Christensen

(tsch) Die Galaxie versinkt im Chaos der Klonkriege, während die heimliche Liebe zwischen Senatorin Padme Amidala (Natalie Portman) und Anakin Skywalker (Hayden Christensen) von Padmes Schwangerschaft gekrönt wird. Doch politischer Ehrgeiz und unbändige Angst um seine Frau locken den gutherzigen Anakin zur dunklen Seite der Macht. Als seine Schwäche groß genug ist, rekrutiert der gefürchtete Sith Lord Darth Sideous (Ian McDiarmid) den begabten Jedi für seine sinistren Zwecke. Der Einzige, der den Abtrünnigen noch aufhalten kann, ist Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor). Er fordert Anakin zu einem finalen Laserschwertduell. Doch auch Obi-Wan kann nicht verhindern, dass sein ehemals bester Freund sich schließlich in Darth Vader verwandelt, den Albtraum der Sternenwelt. So hinterhältig die Filmfigur, so nett ihr Darsteller: Der 24-jährige Hayden Christensen wohnt abwechselnd in Los Angeles und seiner Heimatstadt Toronto. Der 1,88 Meter große Hüne, der eigentlich Profisportler werden wollte, betrachtet den "Star Wars"-Hype mit kanadischer Gelassenheit. Ein Gespräch über Familienbande, Trainingseifer und Kneipentouren.

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teleschau: Wie fühlt es sich an, Darth Vader zu sein?

Hayden Christensen: Die Sache mit dem Helm war absolut unbeschreiblich und surreal. Vier Jahre lang hatte ich mich auf den Moment gefreut, an dem ich den Helm aufsetze. Das war schließlich der Höhepunkt meiner Teilnahme an "Star Wars" - der letzte Schritt auf dem Weg zum dunklen Lord Darth Vader. Wem würden da beim Dreh nicht die Knie zittern?

teleschau: Aber Sie haben Ihren Auftritt trotzdem nicht verpatzt?

Christensen: George Lucas hatte diese Szene auf den letzten Tag der gesamten Dreharbeiten gelegt. Jeder aus der Produktion, von den Schauspielkollegen bis hin zum Kabelträger, war im Studio, um an diesem Schauspiel der Verwandlung teilzunehmen. Wir waren alle furchtbar aufgeregt, aber seinen Text vergisst man in so einer Situation selbstverständlich nicht.

teleschau: Für den zweiten Höhepunkt des Films, den Kampf zwischen Anakin und Obi-Wan Kenobi, war der Text sicher weniger wichtig ...

Christensen: ... aber dafür die sportliche Kondition. In diesem Duell stecken Blut, Schweiß und Tränen. Ich habe mit Ewan McGregor und Kampfchoreograf Nick Gillard zwölf Wochen lang für diese Szene geprobt. Überlegen Sie mal: drei Monate für einen einzigen Fight! Und das Ergebnis kommt verdammt gut auf der Leinwand rüber. Ich bin jedenfalls wahnsinnig stolz darauf!

teleschau: Fiel Ihnen der Abschied von "Star Wars" schwer?

Christensen: Auf jeden Fall! "Star Wars" hat mein ganzes Leben in den letzten vier Jahren geprägt. Aber jetzt freue ich mich auf Neues, habe in London Theater gespielt und werde nach Italien reisen, um dort den Kostümfilm "Decamerone" zu drehen. Für mich hatte der Abschluss der Dreharbeiten sehr persönlichen Bezug. Es war ein bittersüßes Gefühl. Eher bitter als süß, um ehrlich zu sein.

teleschau: Warum das?

Christensen: Weil die Filmkollegen zur Familie geworden waren - mit Regisseur George Lucas als Vaterfigur. Mein eigener Vater fand allerdings, ich wäre besser Tennisprofi als Jedi-Ritter geworden oder hätte mein Geld mit Eishockey verdient. Er hat mit mir und meinem Bruder früher sehr viel Sport getrieben. Im Tennis habe ich es immerhin bis zum kanadischen Schulmeister gebracht.

teleschau: Wie eng ist der Kontakt zu Ihren Eltern?

Christensen: Wenn ich in Toronto bin, dann wohne ich wie ein braver Collegeboy daheim bei Mama Alie. Inzwischen pendele ich aber zwischen Toronto, Los Angeles und London, wo ich durch die Theaterarbeit neue Freunde gefunden habe.

teleschau: Bei Ihrem ersten Auftritt als Anakin Skywalker kamen Sie frisch von der High-School. Wie hat sich Ihr Leben seitdem durch den Ruhm verändert?

Christensen: Ich habe meine Anonymität verloren, und es fiel mir ziemlich schwer, mich daran zu gewöhnen. Warum starrt plötzlich jeder herüber, wenn ich die Straße runtergehe? Warum sprechen mich fremde Leute an, als ob sie mich seit Jahren kennen? Ich fand das am Anfang alles sehr bizarr und erschreckend. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden und freue mich darüber, wenn meine Fans mich nicht nur mit "Star Wars" in Verbindung bringen.

teleschau: Wie sind Sie damit fertig geworden?

Christensen: Ich spielte eine Weile den Einsiedler und tauchte ab. Jetzt versuche ich mich möglichst unauffällig zu verhalten. Man entwickelt mit der Zeit Geschick darin. Mit alten Freunden einfach mal in die Kneipe zu gehen, ist aber immer noch nicht drin.

Kerstin Borner


Nach gut 75 Minuten ist es geschehen: Anakin Skywalker (Hayden Christensen) hat sich der dunklen Seite der Macht verschrieben.
Nach gut 75 Minuten ist es geschehen: Anakin Skywalker (Hayden Christensen) hat sich der dunklen Seite der Macht verschrieben. (Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved)

Anakin Skywalker (Hayden Christensen) lässt sich von der dunklen Seite der Macht verführen.
Anakin Skywalker (Hayden Christensen) lässt sich von der dunklen Seite der Macht verführen. (Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved)

Wie Vater und Sohn sind Obi-Wan (Ewan McGregor, links) und Anakin (Hayden Christensen). Doch dann wenden sie sich gegeneinander.
Wie Vater und Sohn sind Obi-Wan (Ewan McGregor, links) und Anakin (Hayden Christensen). Doch dann wenden sie sich gegeneinander. (Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved)

Datum: 18.07.2005

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