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Penélope Cruz

"Ich fühlte mich wie Indiana Jones"

Schauspielerin Penélope Cruz

(tsch) Penélope Cruz hat schon vielen den Kopf verdreht. Den Fans ebenso wie Tom Cruise zum Beispiel. Ihr neuer Schwarm ist Matthew McConaughey, mit dem sie nun gemeinsam vor der Kamera stand. Gemeinsam drehten sie "Sahara - Abenteuer in der Wüste" (Start: 02.06.), ein Abenteuer, bei dem viel Sand aufwirbelt und einiges explodiert. Am Ende munkelte die Presse fleißig über Heirat. Penélope Cruz gibt sich verschlossen, sagt kein Wort über ihre neue Liaison. Dafür ist sie über sich selbst um so offener: Sie sei kein Party-Girl, verrät die 31-jährige Spanierin unter anderem im Interview. Weitere Gesprächs-Themen: die ewigen Fragen des Lebens und der Fluch der Schönheit.

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teleschau: Hat "Sahara" Ihre Einstellung zu Actionfilmen verändert?

Penélope Cruz: Zumindest dachte ich vorher immer, dass all die Schauspieler lügen, die erzählen, sie hätten ihre Stunts selbst gemacht. Jetzt musste ich selbst ran: In zwei Wochen sollte ich ein Kamel mit 40 Stundenkilometern reiten können. Dabei sind Kamele gigantisch große Tiere. Das war nicht alles: Jeden Tag musste ich mit den anderen im Camp trainieren, alle Kämpfe wurden choreografisch durchgeplant. Und das ständige Box-Training! Ich hatte nur fünf Minuten Zeit fürs Mittagessen - jeden Tag für fünf Monate. Ich war so müde, durchgehend. Also habe ich tatsächlich gelernt, was es heißt, einen richtigen Actionfilm zu drehen. Aber am Ende war es ein großartiges Gefühl, etwas geschafft zu haben. Ich fühlte mich wie Indiana Jones. Endlich spürte ich meine Muskeln.

teleschau: Haben Sie das erste Mal in der Wüste gedreht?

Penélope Cruz: Ja, aber wir hatten keine Probleme. Ich werde auch gerne wieder nach Marokko zurückkehren, schließlich war ich dort schon mal zuvor im Urlaub. Was mich genervt hat, waren die Kilos von Sand in meinem Haar. Jeden Tag wurde eine fiese Maschine aufgestellt, die mir ständig Sand ins Gesicht blies. Ich war offenbar nie schmutzig genug. Ich habe den Verantwortlichen als Rache in das eiskalte Wasser am Strand von Barcelona geschubst. Das fand ich eine faire Lösung.

teleschau: Half Ihnen Ihre Ballettausbildung, die Disziplin für das harte Training aufzubringen?

Penélope Cruz: Das Ballett war tatsächlich eine große Hilfe, auch wenn es merkwürdig klingt. Denn auch wenn meine Füße beim Tanzen bluteten, schärfte mir mein Trainer damals ein, dass ich nie mit dem Lächeln aufhören dürfe. Das habe ich 14 Jahre lang gemacht. Ich mochte diese Disziplin, und sie hat mir nun bei meinen Film geholfen.

teleschau: Welche Legenden über Sie stimmen: Sie sollen Entwicklungshilfe in Uganda geleistet haben und wollen bald Kinder adoptieren?

Penélope Cruz: Ich war nie in Uganda. Ich werde wohl bald ein Buch schreiben mit all den Lügen, die über mich geschrieben wurden. Das wäre bestimmt ein Erfolg. Denn demnach muss ich ein unheimlich faszinierendes Leben haben. Was aber stimmt, ist, dass ich Kinder haben möchte. Ein oder zwei eigene und auch ein oder zwei adoptierte. Kinder sind etwas Wunderbares.

teleschau: Vermissen Sie Ihre spanische Heimat manchmal?

Penélope Cruz: Ich lebe ja immer noch in Madrid, zwar auch in Los Angeles, aber das hält sich die Waage. Mein Herz ist fest in Spanien verankert. Auch wenn ich in allen möglichen Ecken der Welt arbeiten darf, was ich als großes Glück empfinde, weiß ich, wo mein wahres Zuhause ist. Schließlich lebt meine gesamte Familie in Spanien.

teleschau: Kann es im harten Kampf um gute Rollen Freundschaften zwischen den mittlerweile zahlreichen hispanischen Schauspielstars geben?

Penélope Cruz: Salma Hayek und ich sind seit über sieben Jahren beste Freundinnen. Wir beide wissen dadurch natürlich sofort, wenn uns jemand anlügt: Denn meistens kommen die Leute mit den identischen Rollenangeboten zu uns beiden und behaupten, dass die Rolle natürlich nur für mich oder natürlich nur für Salma geschrieben wurde. Man sollte sich vorsehen, wir erzählen uns so etwas sofort. Sie ist mir neben meinen beiden anderen besten Freundinnen in Spanien die liebste und engste in den Staaten.

teleschau: Jetzt werden Sie auch gemeinsam vor der Kamera stehen.

Penélope Cruz: Das ist auf meinem Mist gewachsen: Ich ging zu Luc Besson und bat ihn darum, ein Drehbuch zu schreiben, das für uns beide perfekt wäre; denn Salma und ich wollten schon immer mal zusammenarbeiten. Besson war sofort begeistert und stellte in zwei Monaten ein Drehbuch fertig. Wir haben mittlerweile schon alles abgedreht. Der Film wird gerade geschnitten und wohl Ende des Jahres in die Kinos kommen. Der Titel wird "Bandidas" sein.

teleschau: "Sahara" handelt von der Suche nach einem sagenumwobenen Schiff. Haben Sie sich selbst schon einmal auf einer ganz persönlichen Suche nach etwas befunden?

Penélope Cruz: Im Grunde bin ich jeden Tag auf der Suche nach irgendetwas. Wer weiß schon, was er auf der Welt zu suchen hat? Die Suche nach Antworten auf so viele Fragen ist meiner Meinung nach das Leben. Ich war immer sehr ungeduldig, was das angeht. Seit ich drei Jahre alt war, habe ich meine Familie mit solch abstrakten und verrückten Fragen gelöchert. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass es bestimmte Antworten einfach nicht geben kann. Aber meine Mutter gab sich immer sehr viel Mühe: Mit vier Jahren zog ich die Storch-Kind-Geschichte in Zweifel. Sie wurde zunächst zwar etwas aus der Bahn geworfen, schließlich war ich erst vier, aber am nächsten Tag kam sie mit einem Buch mit vielen Zeichnungen und erklärte es mir. Sie war großartig in solchen Sachen. Zu oft werden Kinder wie Dumme behandelt, nur weil sie jung sind. Mir ging es glücklicherweise immer anders. Bis heute stelle ich gerne Fragen - nur so kann ich lernen. Aber auch wenn ich 80 Jahre alt werde: Nie werde ich genug wissen.

teleschau: Was haben Sie in Hollywood gesucht und gefunden: Geld, Ruhm?

Penélope Cruz: Ehre. (lacht) Es bringt gar nichts, einfach nur dort zu sein. Ich bin sehr dankbar, dass ich dort eine neue Karriere beginnen durfte und sie auch weiter ausbauen kann. Doch lerne ich nur dazu, wenn ich Filme drehe, nicht weil ich in Hollywood lebe. Deswegen nehme ich einen klitzekleinen Film ohne Budget, für den ich keine Gage bekomme, genauso ernst wie einen millionenschweren Blockbuster. Hollywood ist ein lustiges Wort. Schließlich existierte Hollywood gar nicht. Es ist ein Wort für die Industrie, an der man teilhaben kann.

teleschau: Sie können also mit dem glitzernden Anstrich des Hollywood-Phänomens nichts anfangen?

Penélope Cruz: Das jagt mir, ehrlich gesagt, sogar Angst ein. Sie würden mich nie auf irgendeiner Hollywood-Party treffen oder sehen. Vielleicht gehe ich mal zu einer Filmpremiere oder ich unterstütze einen befreundeten Kollegen bei einer ähnlichen Veranstaltung - aber niemals zu solchen Society-Events. Ich hasse es. Ich rede lieber mit meinen Freunden, lese ein Buch oder spiele mit meinem Hund. Ich bin kein Partygirl.

teleschau: Wo kann man Sie denn dann kennen lernen?

Penélope Cruz: Überall, nur nicht in der Discothek. Ich liebe es, mit Fremden ins Gespräch zu kommen. Als ich in der Wüste drehte, besuchte ich wildfremde Leute, die in der Mitte des Niemandslandes in einem Zelt oder in einer Hütte wohnten. Da ist man sicherer als an vielen anderen Orten der Welt.

teleschau: Wie fühlt sich eine Frau in dem Bewusstsein, zu den schönsten des Filmgeschäfts zu gehören?

Penélope Cruz: Ach hören Sie auf. Gott sei Dank fühle ich mich nicht so. Das ist wirklich ein Glück. Ich werde oft über Schönheit ausgefragt. Aber ich hoffe wirklich, mich weiterhin nur als der Mensch zu sehen, der ich bin. Auf Schönheit gründet sich meine Karriere nicht. Mir kommt es auf die Charaktere an, die ich spiele. Dazu mache ich mich auch gerne richtig hässlich und bemitleidenswert.

Leif Kramp


Permanent Sand im Haar: Penélope Cruz rächte sich für die Anstrengungen beim Dreh auf ihre Weise.
Permanent Sand im Haar: Penélope Cruz rächte sich für die Anstrengungen beim Dreh auf ihre Weise. (Universum)

Wie Indiana Jones habe sie sich in Wüste gefühlt, erzählt Penélope Cruz.
Wie Indiana Jones habe sie sich in Wüste gefühlt, erzählt Penélope Cruz. (Universum)

Dr. Eva Rojas (Penélope Cruz) und Dirk Pitt (Matthew McConaughey) finden zueinander. Seither wird über eine echte Affäre spekuliert.
Dr. Eva Rojas (Penélope Cruz) und Dirk Pitt (Matthew McConaughey) finden zueinander. Seither wird über eine echte Affäre spekuliert. (Universum)

Datum: 15.05.2005

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