Kill Bill: Volume 1 + 2: Tarantinos Rache-Epos auf Blu-ray
Kill Bill: Volume 1 + 2
(mb/tsch) Mit „Kill Bill“ (2003) hat Tarantino seiner Vorliebe für die Samurai- und Kung-Fu-Filme der 70er und für B-Movies ein Denkmal gesetzt. Ein unglaublich stilvolles und buntes Action-Spektakel ist dabei entstanden, das Werk echter Leidenschaft, was man von der Blu-ray-Umsetzung des Films leider nicht behaupten kann. Das dreistündige Rache-Epos, in dem Uma Thurman alles und jeden in mehrere Teile zerstückelt, der sich ihr in den Weg stellt, ist technisch simpel, fast enttäuschend umgesetzt worden.
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Gnadenlos zoomt die Kamera auf das blutverschmierte Gesicht der jungen Frau. Auge in Auge sieht sie sich ihrem Mörder gegenüber, der ihr zum Lebewohl mit einem Taschentuch das Blut wegwischt. "Bill" heißt der Mann - das verrät zumindest der Schriftzug auf dem Stoff. Bill kennt kein Erbarmen. Er zückt seine Pistole, hält sie der Frau an die Schläfe und drückt ab. Dazu singt Nancy Sinatra ein launiges Liedchen, "Bang Bang, My Baby Shot Me Down". Es besteht kein Zweifel: Schon bevor der Vorspann gelaufen ist, befinden wir uns mittendrin im verstörenden Universum Quentin Tarantinos. "Kill Bill" (2003) ist ein Action-Epos von mehr als drei Stunden Dauer, aufgeteilt auf zwei Filme, die nun auf Blu-ray erscheinen.
Wer sich "Kill Bill" ansieht, spürt in jeder Szene die Leidenschaft, mit welcher der "Pulp Fiction"-Regisseur diesen Film gedreht haben muss. Das Action-Spektakel ist das Werk eines echten Fans, der sich noch einmal auf die Suche nach der verlorenen Zeit gemacht hat und tief in die eigene Vergangenheit eingetaucht ist. Tarantino entführt die Zuschauer in die innersten Regionen seines Bewusstseins als Regisseur. Hier wird seine filmische Sozialisation spür- und erlebbar - all die Kung-Fu-Filme, Samurai-Movies oder Spaghetti-Western, denen "Reservoir Dogs" oder "Pulp Fiction" mehr verdanken, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Der Gepflogenheit, Schauspielern, die ihre besten Zeiten schon hinter sich haben, eine neue Chance zu geben (man denke an John Travolta oder Pam Grier), bleibt Tarantino auch in "Kill Bill" treu. Für die Rolle des ominösen Bill reaktivierte er David Carradine, den Star der 70er-Jahre-Serie "Kung Fu". Seine Gegenspielerin ist Uma Thurman - Quentin Tarantinos erklärte Lieblingsschauspielerin. Sie spielt "Die Braut", eine Auftragskillerin, die den heimtückischen Anschlag ihres ehemaligen Chefs und Geliebten wie durch ein Wunder überlebt. Vier Jahre liegt sie im Koma. Als sie schließlich erwacht und sich wieder an die Hintergründe der feigen Tat erinnert, schwört sie ihrem Peiniger und seinen Handlangern (Lucy Liu, Bill Madsen, Daryl Hannah) blutige Vergeltung.
Eine einfache Rachegeschichte also, technisch ebenfalls simpel, fast schon enttäuschend umgesetzt. Wer Bilder erwartet, die so scharf wie das Samurai-Schwert der Braut sind, wird maßlos enttäuscht. Der AVC-Transfer rauscht und körnt - das jedoch getreu der Vorlage, die bewusst im Stile des Trash-Kinos der 70-er inszeniert wurde. Ähnliches gilt für den schwächlichen Sound. Nur die Action- und Martial-Arts-Einlagen, in denen die Schwerter rasseln und Körperteile fliegen, zeugen zumindest vom Potenzial der deutschen DTS- und englischen PCM-Abmischungen.
Trotz des üppigen Platzangebotes auf den Blu-rays ist das Bonusprogramm recht überschaubar und unspektakulär ausgefallen. Für jeden Film findet sich ein für Tarantino-Verhältnisse geradezu biederes Making Of, das wenige interessante Einblicke bietet. Hinzu kommen Musikvideos der Bands "The 5, 6, 7, 8's" und "Chingon" sowie ein paar Trailer - alles jedoch nur in SD-Qualität hinterlegt.
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