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Rudolf Prack

Der ewige Liebhaber

Schauspieler Rudolf Prack

(tsch) Millionen von Frauen lagen ihm zu Füßen und verehrten den charmanten Schauspieler, besonders in den 50er-Jahren: Es waren die unbestrittenen Glanzzeiten des Heimatfilms. Regisseure rissen sich um Rudolf Prack, der mit seinen Filmen die Kinosäle prall füllte. "Mit ihm würde ich das Telefonbuch verfilmen, wenn ich wüsste, wie ich die ganzen Statisten bezahlen sollte", schwärmte einst der Berliner Produzent Kurt Ullrich. Prack war ein Frauentyp wie er im Buche stand, ein Publikumsmagnet. Am 2. August wäre der Österreicher 100 Jahre alt geworden. Das deutsche Fernsehen würdigt ihn aus diesem Anlass mit einigen Wiederholungen seiner Filme.

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"Ich habe ein reiches, erfülltes Künstlerleben hinter mir", bilanzierte Rudolf Prack kurz vor seinem Tod im Dezember 1981 seine Karriere. Das ist die eine Seite der Medaille, die positive, die er vor seinem Ableben noch vermitteln wollte. Doch oftmals hörte man den Wiener über seine Laufbahn auch klagen: "Mein Leben lang war ich ein Liebhaber wider Willen."

Erinnerte man Prack an seine größten Erfolge, so konnte der eigentlich so freundliche Kerl erstaunlich ungehalten reagieren: "Fangen Sie ja nicht mit 'Grün ist die Heide' oder 'Schwarzwaldmädel' an. Damit bin ich damals zum Heideliebhaber abgestempelt worden. Und dieser Ruf hängt mir immer noch nach."

Relativ spät erkannte der "meistgeküsste Mann des deutschen Films", dass er für das Schauspiel geschaffen war. Um sich den teuren Unterricht dafür leisten zu können, absolvierte er zusätzlich eine Banklehre. Es dauerte nicht lange bis der gebürtige Österreicher Ende der 30-er seine ersten Leinwanderfolge mit "Mutterliebe" (1939) und "Krambambuli" (1940) feierte. In zweiterem mimt er einen hinterhältigen Wilddieb.

Waren die frühen Rollen noch vornehmlich negative Charaktere, so änderte sich dieses Bild nach dem Krieg: Der Heimatfilm startete seinen Triumphzug durch deutsche Wohnzimmer, und die Heide galt als die heile Welt der Nachkriegszeit, als die geistige Rückzugsmöglichkeit aus dem Schrecken der vergangenen Jahre für die vorwiegend weiblichen Zuschauer.

Gebrandmarkt wurde Prack durch seinen absoluten Karrierehöhepunkt 1950: Seine Rolle als netter Herr von nebenan verwandelte ihn in "Schwarzwaldmädel" kurzerhand zum Ideal der Aufbau-Generation. Dieses Image ließ ihn sein Leben lang nicht mehr los: "Er war viel zu schön, um ein Schuft zu sein", titelte die "AZ" im Jahr 1975. Auch selbst wurde ihm das filmische Verhängnis schnell bewusst: "Meine Tragik war, dass ich halt wirklich gut ausgesehen habe und somit ein Liebhaber werden musste", meinte Rudolf Prack einmal.

In nicht weniger als 108 Filmen übernahm der Herzensbrecher die Hauptrolle, besonders gerne neben seiner 23 Jahre jüngeren Schauspielkollegin Sonja Ziemann. Im Publikumserfolg "Grün ist die Heide" (1951) spielte er einen Förster, der den Vater seines geliebten Mädchens als Wilderer und Mörder verdächtigte. Das Mädchen war Sonja Ziemann. Noch in weiteren sechs Filmen standen die beiden "Schönlinge der Leinwand" zusammen vor der Kamera und verkörperten das glückliche Paar inmitten einer meist unberührten Natur.

Bis die Welle der Heimatfilme in den 60er-Jahren abebbte, und der dreifache Vater allmählich ergraute, konnte er die Rolle des Liebhabers perfekt umsetzen - auch wenn er nie hundertprozentig dahinter stand. Er wollte stets eher "richtige schwere Charakterrollen spielen". Allerdings hielt er sich tunlichst von Theaterbühnen fern: "Ich denke mir, wenn ich Theater spiele, sitzen da unten Leute, die sagen: 'Jessas, wie der ausschaut.' Ich seh das ja auf der Straße , wenn mich immer wieder jemand anspricht und sagt, wie alt ich geworden bin", gestand der in die Jahre gekommene Schauspieler einst. Bis auf wenige Rollen in kleineren Fernsehproduktionen wie "Landarzt Dr. Brock" (1966) zog sich Rudolf Prack damals weitestgehend von der Bildfläche zurück und genoss seine Zeit ohne Skandale mit seiner Lebensgefährtin Gerda und den drei Kindern. Im Alter von 76 Jahren starb der Frauenschwarm am 2. Dezember 1981 im Linzer Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung. Am 2. August hätte er sein 100. Lebensjahr vollendet.

Die öffentlich-rechtlichen Sender zeigen von Ende Juli bis Mitte August vier erfolgreiche Filme aus den 50er-Jahren, in denen Prack als Hauptdarsteller mitwirkte:

Sonntag, 24.07., 11.00 Uhr, NDR: "Tausend rote Rosen blüh'n" (1952)

Samstag, 30.07., 15.05 Uhr, ARD: "Eine Reise ins Glück" (1958)

Sonntag, 31.07., 14.00 Uhr, ZDF: "Heimweh ... dort, wo die Blumen blüh'n" (1957)

Sonntag, 14.08., 11.00 Uhr, NDR: "Dany, bitte schreiben Sie ..." (1956)

Julia Schöppner


Rudolf Prack in "Kaisermanöver" (1954): Der Wiener Schauspieler galt als der "meistgeküsste Mann des deutschen Films".
Rudolf Prack in "Kaisermanöver" (1954): Der Wiener Schauspieler galt als der "meistgeküsste Mann des deutschen Films". (teleschau / Archiv)

Rudolf Prack und Sonja Ziemann in "Dany, bitte schreiben Sie ..." (1956): Das wohl populärste Liebespaar des deutschen Films. Am 2. August wäre der Frauenschwarm Prack 100 Jahre alt geworden.
Rudolf Prack und Sonja Ziemann in "Dany, bitte schreiben Sie ..." (1956): Das wohl populärste Liebespaar des deutschen Films. Am 2. August wäre der Frauenschwarm Prack 100 Jahre alt geworden. (NDR / Degeto)

In "Heimweh ... dort, wo die Blumen blüh'n" (1957) spielt der Herzensbrecher Rudolf Prack Robert, der mit Renate (Sabine Bethmann) anbandelt.
In "Heimweh ... dort, wo die Blumen blüh'n" (1957) spielt der Herzensbrecher Rudolf Prack Robert, der mit Renate (Sabine Bethmann) anbandelt. (ZDF / Hope-Film)

Datum: 23.07.2005

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