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Elizabethtown

Diverse Elizabethtown O.S.T.

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Wenn Cameron Crowe einen Film dreht, werden auch immer die Musikliebhaber hellhörig. Der ehemalige Rockjournalist ist bekannt für seinen guten Geschmack. Mit seinem Familiendrama "Elizabethtown" bringt er nun auch wieder die Ohren zum Klingen und beweist ein erneutes Mal, dass Kinofilme ohne Musik nur halb so schön wären. Dieses Mal ist auch Elton John ist wieder mit dabei. War es in "Almost Famous" noch "Tiny Dancer", singt der wohl erfolgreichste Poppianist der Musikgeschichte diesmal über "My Father's Gun": Ein melancholisches Stück über Vaterliebe und Traditionen, gehüllt in eine kraftstrotzende, fast schon wütende Melodie. Das war 1970. Doch es geht auch jünger: Ryan Adams, der Independent-Poet mit dem unverwechselbaren Wild-Awakening-Look, steuert ein masochistisches "Come Pick Me Up" bei, in dem er seine Liebste auffordert, seine Platten zu klauen. Aber es kommt noch besser. Patty Griffin, nur geschmackvollen Liebhabern des melodischen Frauenfolk bekannt, legt eine Denkpause ein - schließlich begibt sie sich auf einen "Long Ride Home".

Dass Cameron Crowe ein vernarrter Fan des Folkpop und Classic-Rock ist, hat er schon oft bewiesen. Doch seine Hingabe zu Tom Petty & The Hearbreakers ist noch sehr viel intensiver. In seinem Komödienerfolg mit Tom Cruise - "Jerry Maguire" - spielte er "Free Falling" und ließ damit keine Missverständnisse über die Grundstimmung des Films aufkommen: verschmitzt, humorvoll, aber doch höchst emotional. Bei den Dreharbeiten zu "Elizabethtown" konnte Crowe seinen Hauptdarsteller Orlando Bloom durch die Dauerbeschallung mit Songs des Heartland-Rockpoeten bekehren und aus der Bloom so eigenen Verschlossenheit (zu sehen in "Fluch der Karibik" und "Königreich der Himmel") herauslocken, um ihn ausgelassen und einsam auf einem Waldweg tanzen zu lassen - eine der stärksten Szenen von "Elizabethtown" und laut Crowe eine der wichtigsten Etappen in Blooms Karriere. Für Crowe, so sagt er selbst, ist Musik eine der wichtigsten Komponenten in einem Film, um Gefühle zu transportieren. Petty dankt es seinem Verehrer mit zwei eigens geschriebenen Stücken: "Jack" und "Square One". Ersteres ist unglücklicherweise nicht auf dem Soundtrack zu finden. Schließlich möchte der Meister selbst auch etwas von seiner Kreativität haben und wird es wohl erst auf seinem nächsten Album veröffentlichen. Im Internet gibt es deswegen schon einen kleinen Aufruhr, aber das ist nicht schlimm. Ist ja nur leidenschaftliche Ungeduld. Dafür ist "Square One" umso mehr Gänsehaut-Musik mit einem Refrain, der zum Taschentuch greifen lässt. So ist es nicht nur Kirsten Dunst und Orlando Bloom, sondern vor allem auch Petty zu verdanken, dass Crowes Film zu Tränen rührt. Die Musik macht's: Es ist die geballte Emotionalität von My Morning Jacket, Jeff Finlin, Helen Stellar, The Hollies und nicht zuletzt Nancy Wilson, verantwortlich für den Score, die den Film trägt und ihn auch lange nach dem Abspann noch nicht enden lassen will. Wer gar nicht mehr loskommt, sollte sich zusätzlich noch den zweiten Soundtrack mit dem Score von Wilson zulegen.

Leif Kramp


Datum: 12.11.2005

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Diskussion: "Elizabethtown"

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