Inglourious Basterds: Brad Pitt gibt sein Debüt bei Tarantino
Inglourious BasterdsAlles rund um Quentin Tarantinos neues Projekt „Inglourious Basterds“ klingt verrückt: von der Entstehungsgeschichte über den Titel (richtig heißt es "Inglorious Bastards") bis zur Besetzung. Zehn Jahre lang soll der Ausnahme-Regisseur am Drehbuch seines neuen Films gearbeitet haben. Selten hat die Gerüchteküche in Hollywood so lange und intensiv gebrodelt. Fast täglich wurden neue Namen und Drehorte für "Inglourious Basterds" genannt. Und doch hat Tarantino es wieder geschafft, alle zu überraschen. Zum ersten Mal steht Brad Pitt für den „Pulp Fiction“-Macher vor der Kamera, der Komödiant Mike Myers ist dabei und auch Tarantinos Stammschauspieler Samuel L. Jackson. Daneben stehen auch ein paar deutsche Namen auf der Besetzungsliste: Diane Kruger (spielte schon in „Troja“ neben Brad Pitt), Till Schweiger, Daniel Brühl, August Diehl, Christoph Waltz u.a. "Inglourious Basterds" soll beim Cannes Filmfestival im Mai 2009 seine Premiere erleben. Der deutsche Kinosrat ist für den 20. August 2009 vorgesehen. Anzeige Regie: Quentin Tarantino Hauptdarsteller: Brad Pitt, Samuel L. Jackson, Diane Kruger, Til Schweiger Kinostart: 20.8.2009 Verleih: Universal Vor kurzem änderte Tarantino den Namen der Produktion: "Inglorious" schreibt man ab sofort mit einem zusätzlichen "u" und "Bastards" mit „e“, um – so der Filmemacher – Verwechslungen mit dem Original, dem Italo-Kriegsfilm „Inglorious Bastards – Ein Haufen verwegener Hunde“ aus dem Jahr 1978, zu vermeiden. Nun ja. Einen Sinn für starke Titel hatte Tarantino schon immer: "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction", "Kill Bill", "Death Proof" - einer einprägsamer als der andere. Zum ersten Mal nimmt der 45-Jährige jetzt einen Umweg in Kauf - und auch wenn sich die wenigsten seine Schreibweise wohl merken können, die Irritation prägt sich ein. Gedreht wird in Babelsberg, Berlin, Sachsen und Paris. Tarantinos Freude an zweitklassigen Produktionen hat ihm die Bezeichnung „King of Trash“ eingebracht. Mit „Inglourious Basterds“ lebt er seine Leidenschaft für alte europäische Filme aus. Den Italo-Schinken „Inglorious Bastards - Ein Haufen verwegener Hunde“ des italienischen Regisseurs Enzo G. Castellari hält Tarantino für einen der besten, weil unterhaltsamsten, Kriegsfilme überhaupt. Das Original ist auf Action und Blut ausgelegtes Genrekino, das, weit weg von Anspruch und Political Correctness, die Zweiter-Weltkrieg-Thematik für ein skurriles und äußerst amüsantes B-Movie nutzt. Kein Wunder, dass da Tarantinos Herz höher schlägt. „Inglourious Basterds“ hat das Volumen eines epischen Films. Sein im Internet freigegebenes Drehbuch mit insgesamt fünf Kapiteln umfasst 165 Seiten – eigentlich genug Stoff für zwei Filme. Erleben wir also den ersten Drei-Stunden-Film von Tarantino? Von einer Zweiteilung á la „Kill Bill“ ist jedenfalls noch nichts bekannt. Doch immerhin soviel sickerte durch: Tarantino will sich bei fast jedem Filmstil bedienen, den die Kinogeschichte hergibt, und so einen gewaltigen Genre-Mix erschaffen. Rückblenden in Form einer Sprechblase sollen genauso wenig fehlen wie Sequenzen im Film-Noir-Stil. Zum zweiten Mal nach „Kill Bill“ arbeitet Tarantino dafür mit Kameramann Robert Richardson zusammen. Neben fast allen Oliver-Stone-Filmen (von „Platoon“ über „JFK“ bis zu „U-Turn“) hat Richardson auch Scorseses „Casino“ und „Aviator“ fotografiert. Zwei Oscars hat er bereits erhalten – für „JFK“ und „Aviator“. Der Plot von „Inglourious Basterds“ klingt für Tarantino-Verhältnisse gewohnt abgefahren. Es geht um die gleichnamige US-Guerilla Einheit, die in Frankreich während des 2. Weltkriegs Angst und Schrecken unter deutschen Soldaten verbreitet. Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) heißt der Anführer dieses Trupps jüdischer Soldaten, die sich einfach „Bastards“ nennen. Sie bekommen den Befehl, führende Nazis (hier kommen einige der deutschen Schauspieler zum Einsatz) bei einer Filmpremiere in einem Pariser Kino zu töten. Dieses Kino gehört der Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), deren Eltern unter dem Kommando des Nazi-Offiziers Hans Landa (Christoph Waltz) vor Jahren brutal ermordet wurden. Also lechzt die junge Frau nach Rache. Und so kommt es, dass sich die Anschlag-Pläne überkreuzen… Tarantino selbst sagte, dass er für „Inglourious Basterds“ die besten Dialoge seiner Kariere geschrieben habe. Das macht schon sehr neugierig, denn die Coolness von „Pulp Fiction“ zu zu toppen, ist eine verdammt hohe Messlatte. Eine kleine Kostprobe: Aldo Raine (Brad Pitt) beauftragt jedes Mitglied von "The Basterds", ihm jeweils 100 Naziskalpe zu bringen. Im Skript hört sich das so an: "Every man under my command owes me one hundred Nazi scalps. And I want my scalps. And all y’all will git me, one hundred Nazi scalps, taken from the heads of one hundred Nazi's or you will die trying." Alles klar? Auf die Übersetzer kommt ein spannender Job zu. Vanya Müller |
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