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Die Sause des JahresAnzeige Es war das wichtigste Benefiz-Event seit Jahren: Beim Live-8-Konzert am 2. Juli waren in den insgesamt zehn Städten - London, Berlin, Versailles, Rom, Moskau, Tokio, Toronto, Philadelphia, Johannesburg und zuletzt am 6. Juli zum G8-Gipfel-Auftakt in Edinburgh- rund zwei Millionen Menschen live dabei. Zusätzlich verfolgten noch über zwei Milliarden Zuschauer das Spektakel vor den heimischen Bildschirmen. Der Initiator Bob Geldof kann mit Recht Stolz sein. Nicht nur wegen des positiven Anklangs: Die britische Zeitung "The Sun" schlug den 50-jährigen Ex-Sänger der Boomtown-Rats für den Friedensnobelpreis vor. Nun, seine Chancen, die Auszeichnung tatsächlich zu erhalten, dürften eher überschaubar sein. Was aber klar sein dürfte: Das alles hat sich rentiert, hat nicht nur positive Vibes, sondern auch ordentlich Kohle in die ärmsten Länder der Welt transportiert. Und mit der DVD-Auswertung dürfte da noch so einiges dazukommen. Laut einer Auflistung der Zeitung "The Times" boten 170 Rock- und Popstars bei den zehn kostenlosen Konzerten auf vier Kontinenten 50 Stunden lang Musik und bewegten dadurch die Massen. Klar, dass man da Prioritäten setzen muss - behutsam schnitt und kürzte man bei der EMI die Sause auf gute zehn Stunden, mit denen man jetzt vier DVDs vollpackte. Der Schwerpunkt liegt dabei bei den Konzerten, die in Philadelphia, London und Edinburgh stattfanden und die fast komplett auf die Discs gebrannt wurden - die restlichen Gigs werden hier nur angerissen, erscheinen aber nach und nach als Einzel-DVDs. Und das ist schon in Ordnung so, denn so konzentriert sich die Box auf Höhepunkte. Während bei der TV-Übertragung immer dann von London nach Berlin geschaltet wurde, wenn es in England gerade spannend wurde, kann man hier die großartigen Auftritte aus dem Hyde Park endlich ganz sehen. Zum Beispiel Richard Ashcroft, der mit der Unterstützung Coldplays"Bittersweet Symphonie" trällert. Oder Elton John, der gemeinsam mit einem etwas derangiert wirkenden Pete Doherty den T.Rex-Klassiker "Children of The Revolution" knapp über die Ziellinie rettet. Weitere Höhepunkte: R.E.M., Bob Geldof himself mit "I Don't Like Mondays" und die Kaiser Chiefs, die mit "I Predit A Riot" und "Everyday I Love You Less And Less" zwei der schönsten Pop-Singles des Jahres spielen. Beim US-Auftritt sind es vor allem der Beitrag von Kany West ("Diamonds From Sierra Leone") und der der verblüffend agilen Rock-Veteranen Def Leppart ("Pour Some Sugar On Me"), die Spaß machen. Ebenfalls großartig: Stevie Wonder, der sich Unterstützung bei Kollegen wie Adam Levine (Maroon 5) und Rob Thomas (Matchbox 20) holt. Natürlich ist die vierte CD, die offiziell als Bonus-CD gerechnet wird, randvoll mit Musik. Natürlich findet sich hier auch ein Mittschnitt aus dem Pink-Floyd-Proberaum und eine Backstage-Featurette aus dem Hyde Park. Trotzdem: Etwas mehr Information, das wäre schon nett gewesen. Tadellos ist indes die technische Ausführung. Alles Gesprochene kann untertitelt werden, die dts- und 5.1-Varianten des Tons bringen den Sound glasklar in die Wohnzimmer. Jochen Overbeck |
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