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New York für Anfänger: VIP-Satire nach einer wahren Geschichte

New York für Anfänger

(vm/tsch) Nach dem Bericht von Toby Young, der über seine Erfahrungen als Journalist bei „Vanity Fair“ das Buch „How to Lose Friends & Alienate People“ schrieb, schildert „New York für Anfänger“ die Erlebnisse eines uncoolen Newcomers in der Welt des Glamour. Die eingebildeten Teilnehmer des New Yorker VIP-Zirkus bekommen dabei mächtig ihr Fett weg. Schade nur, dass eine überflüssige Liebesgeschichte den Film auf Nebengleise führt, die von dem eigentlichem Thema ablenken. Immerhin bringt die Love Story nach längerer Zeit mal wieder Kirsten Dunst auf die Leinwand – in Deutschland war sie zuletzt mit „Spider-Man 3“ im Kino.

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Wenn Robert Weides Komödie "New York für Anfänger" den englischen Komiker ins Rampenlicht bringen sollte, dann wäre die erste Begegnung des deutschen Publikums schon die mit einem weichgespülten, geschliffenen Pegg. Aus der leidlich ausgeweideten dramaturgischen Konstellation des Culture Clash holt der Film dabei wenig heraus. Viel wichtiger ist, dass der Underground-Journalist Sidney Young (Pegg), der seine Redaktion samt Kollegen im eigenen Wohnzimmer untergebracht hat, plötzlich von dem Glamour-Magazin "Sharps" angeheuert wird. Und das nur, weil dessen Chefredakteur Clayton Harding (Jeff Bridges) in einem Anflug von Selbstironie Gefallen an einem provokanten Cover fand, das ihn selbst nackt und mit Krone zeigte.

So findet Sidney sich wieder in einer Welt voll Schönheit und Schein, in der die Götze Flexibilität angebetet wird und sich meist doch nur als Prinzipienlosigkeit entpuppt. Wenn da nur nicht die wunderbare Jungschauspielerin Sophie Maes (Megan Fox) wäre ...

Wie bei all diesen Geschichten von unterschiedlichen Milieus und sozialer Mobilität sind die groben Eckpunkte komplett vorhersehbar: Aus den Erinnerungen von Toby Young, der einst seine Koffer packte, von London nach New York zog und es immerhin zwei Jahre bei der "Vanity Fair" aushielt - oder besser: diese mit ihm -, hat Weide einen Feelgood-Movie mit gelegentlichen satirischen Widerhaken gemacht. Besonders schön ist etwa die Kitschkanonade, die der Trailer für Maes prestigeträchtigsten Film abfeuert, in dem die intellektuell eher unbedarfte Sexbombe ausgerechnet Mutter Theresa spielt. Dass aber die PR-Profis den Redakteuren ihre Spielregeln diktieren, dass die Ressortchefs die Ideen der Angestellten klauen und dass die größten Schleimer die nettesten Mädchen abbekommen - wer wüsste das nicht? Einzig seine Kollegin Alison Olsen (Kirsten Dunst) ist es, die Sidney ein wenig Sympathie entgegenbringt. Wie es ausgeht mit den beiden? Keine Ahnung, echt!

So kommt der Film aus dem Dilemma nicht heraus, in all seiner Glätte eben jene Oberflächlichkeit zu reproduzieren, der er eigentlich ans Leder will. Dafür hat er, gerade in den Nebenrollen, große schauspielerische Momente. Wo Pegg den sympathischen, tollpatschigen Idealisten gibt und Kirsten Dunst das liebe Mädchen von nebenan, blühen Jeff Bridges und Gillian Anderson geradezu auf.

Bridges, mit langen Haaren, schnaufend, als sei sein Mund verklebt oder wolle endlich die nächste Zigarette halten, gibt eine Ahnung davon, wie groß der Ekel des Chefs vor seiner Aufgabe eigentlich ist, wie viel Kraft aber nötig wäre, ihr ganz zu entsagen. Anderson hingegen spinnt das Netz der Presseagentin Eleanor Johnson in feiner Dosierung von Schmeichelei und Arroganz. Mal meint man, Johnson müsse bersten vor unterdrückter Energie, dann wieder ist sie so geschmeidig und lässig, wie es ihr Beruf eben verlangt.

Tim Slagman

Credits:
V:Concorde, USA 2008, R: Robert B. Weide, D: Kirsten Dunst, Simon Pegg, Gillian Anderson u.a.

Laufzeit: 111 Min.

Kinostart:
27. November 2008


Ein englischer Autor erhofft sich mit seinem neuen Job bei einem New Yorker Celebrity-Magazin den großen Durchbruch.
Ein englischer Autor erhofft sich mit seinem neuen Job bei einem New Yorker Celebrity-Magazin den großen Durchbruch. (2008 Concorde Filmverleih GmbH)

Sidney Young (Simon Pegg) macht Witze, über die nicht immer alle lachen können.
Sidney Young (Simon Pegg) macht Witze, über die nicht immer alle lachen können. (2008 Concorde Filmverleih GmbH)

Alison Olsen (Kirsten Dunst) soll den neuen Mitarbeiter in der Redaktion vorstellen.
Alison Olsen (Kirsten Dunst) soll den neuen Mitarbeiter in der Redaktion vorstellen. (2008 Concorde Filmverleih GmbH)

Datum: 23.11.2008

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