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Jason Statham

Kein Träumer

Schauspieler Jason Statham

(tsch) Jason Statham ist ein Kassenmagnet. Und ein harter Hund. Die Filme des 36-jährigen Briten ziehen regelmäßig Heerscharen von Teenagern in die Kinos, die einen Abend lang abschalten bei rasanten Verfolgungsjagden, fliegenden Fäusten und dem ein oder anderen lockeren Spruch. Seit Madonnas Ex-Mann Guy Ritchie ihn für seine Filme "Bube, Dame, König, grAs" und "Snatch" entdeckte, ging es für den gebürtigen Londoner nur bergauf. Im Januar startet das dritte Abenteuer seiner Filmreihe "Transporter", im April folgt der zweite Teil des Actionthrillers "Crank", und nun kommt das Remake des Klassikers "Frankensteins Todesrennen", einst mit Sylvester Stallone und David Carradine in den Hauptrollen, unter dem Titel "Death Race" (Start: 27.11.) in die deutschen Kinos. Im Interview spricht Statham über Muskeln, Autos und große Filmpläne.

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teleschau: Mr. Statham, Sie erscheinen drahtig wie nie: Ist es nicht ermüdend, ständig unter Strom zu stehen?

Jason Statham: Zu Weihnachten mache ich eine Pause. (lacht). Um ehrlich zu sein, gehe ich meist nur ins Fitnessstudio, wenn wieder einmal Dreharbeiten ins Haus stehen. Danach gönne ich mir wieder was Feines zu essen und ein, zwei Bier. Keiner kann ständig in Form sein. Jeder braucht ein Sozialleben, ich auch. Leider ist das mit strikter Trainingsdisziplin nicht vereinbar.

teleschau: Man hört, zu Ihren Freizeitbeschäftigungen gehören aber weiterhin die Martial Arts ...

Statham: Das ist zwar richtig, aber wir reden hier ja nicht über Wettkampfniveau. Wer Martial Arts ernst nimmt, lebt dafür. Was ich mache, ist ja eher Filmkeilerei. Auch da gibt es aber Unterschiede: Während Jet Li ein echter Profi ist und besonders begabt ist, was Waffen angeht, beschränkt sich mein Talent darauf, einen ordentlichen Hieb zu landen. Es ist ein Hobby, das mir Spaß macht. Aber so ernst nehme ich es nicht.

teleschau: Hätten Sie erwartet, dass Ihre Karriere sich derart rasant entwickelt?

Statham: Wer könnte schon allen Ernstes vorhersagen, wie sich der berufliche Erfolg entwickelt? Ich setze mich nicht hin und schwelge in Träumen, wo ich in fünf Jahren sein werde, wie viele Millionen ich scheffeln werde oder was ich dann alles erreicht haben will. Ich schaue grundsätzlich nicht weiter in die Zukunft als bis zu meinem nächsten Film.

teöeschau: Seit Ihrem Debüt, dem britischen Krimi "Bube, Dame, König, grAs", sind zehn Jahre vergangen. Verbindet Sie noch etwas mit Ihrem damaligen Regisseur Guy Ritchie?

Statham: Guy hat einen festen Platz in mir, weil er mir dabei geholfen hat, in Hollywood Fuß zu fassen. Ich habe mit ihm zwei großartige Filme gedreht: Wenn das Schmalspurstreifen gewesen wären, hätte ich meine Karriere sofort vergessen können. Doch das Gegenteil ist passiert. Ich wäre auch gerne bei seinem neuen Film "Rocknrolla" dabei gewesen, doch drehte ich zu jener Zeit gerade "Death Race".

teleschau: Arbeiten Sie denn lieber in den USA als in Ihrer alten Heimat Großbritannien?

Statham: Da muss ich einfach pragmatisch sein: Die USA sind das Land, wo die Filme gedreht werden. In Großbritannien gibt es zwar auch eine solide Filmindustrie, nur drehen sie dort nicht meine Art von Filmen. Was vielleicht passen würde, sind allenfalls Guy Ritchies Filme. Oder James Bond. Aber diese romantischen Komödien, nein, die sind keine Option für mich.

teleschau: Ihre nächsten Projekte sind eine Fortsetzung des Adrenalinthrillers "Crank" und zuvor im Januar der dritte Teil der "Transporter"-Reihe. Werden Sie bis zum Ende Ihrer Karriere schnelle Autos fahren?

Statham: Ich habe 20 Filme gedreht, nicht alle waren identisch. Je mehr Erfolg ich mit meinen Actionfilmen habe, desto besser sind meine Chancen auf Rollen wie in "The Bank Job". Trotzdem wird ein Schauspieler bekannt für einen bestimmten Typ von Film: Hugh Grant wird immer der romantische Liebhaber sein, und Clint Eastwood der Westernheld. Ich möchte in erster Linie mit guten Filmemachern arbeiten. Wenn man sich einmal mit einem Regisseur, einem Produzenten oder Drehbuchautor gut verstanden und eine Beziehung zueinander aufgebaut hat, dann neigt man dazu, erneut mit ihnen zu arbeiten - daher die Fortsetzungen. Wenn man sich umschaut, trifft das nicht nur auf mich zu: Martin Scorsese arbeitet ja nun ständig mit Leonardo DiCaprio zusammen.

teleschau: Wie stehen Sie zu Fortsetzungen?

Statham: Die großen Studios versuchen natürlich ständig, Hauptdarsteller für mehrere Fortsetzungen zu verpflichten - vor allem, wenn viel Geld involviert ist. Aber ich habe mich damit angefreundet, wenn es beispielsweise um Charaktere wie Frank Martin aus "Transporter" geht: Ich kann meine Martial Arts vorführen, ein bisschen extravagant, eine Prise unrealistisch, aber immer cool. Und was "Crank 2" angeht, hat mich einfach die Verrücktheit der Geschichte gereizt: Chev Chelios wird ein Plastikherz eingepflanzt, um ihn am Leben zu erhalten und nach und nach seine Organe zu rauben. Doch er entkommt und wehrt sich. Viele Leute mögen solche Typen, also gebe ich ihnen mehr davon.

teleschau: Wie wählen Sie Ihre Rollen aus?

Statham: Da richte ich mich in erster Linie nach den Stoffen, die mir angeboten werden. Aber natürlich habe ich auch verschiedene Geschmäcker: Klassiker wie "Butch Cassidy und Sundance Kid", "Der Unbeugsame", "Der Clou", "Bullet", "Thomas Crown ist nicht zu fassen". Generell gilt aber, dass das Gras natürlich immer grüner aussieht, wenn man es noch nicht berührt hat: Filme, die ganz anders sind als das, was ich bisher gemacht habe, reizen mich schon häufiger. Aber ich muss mich auf meine Stärken konzentrieren: Schon als Kind wollte ich Stuntman werden. Insofern ist ein Traum für mich wahr geworden ...

teleschau: Eigentlich achten doch die Versicherungen penibel darauf, dass Stars sich bei den Dreharbeiten nicht in Gefahr bringen.

Statham: Ich kann mich glücklich schätzen, dass sie mich noch vieles selbst machen lassen. Doch als ich den ersten "Transporter"-Film drehte, hat sich nicht wirklich jemand für mich interessiert. Wenn ich irgendwo runterspringen wollte, konnte ich es machen - kein Problem. Ich war halt ein Typ von vielen. Mittlerweile kommt es aber darauf an, dass ich als Hauptdarsteller meine Filme zu Ende drehe.

teleschau: In "Death Race" wird Ihrer Figur unterstellt, sie sei kein "Daddy Material". Wie verhält es sich bei Ihnen selbst?

Statham: Bisher habe ich noch keine Kinder, aber ich will es nicht ausschließen. Um ehrlich zu sein, würde ich sogar sehr gerne Kinder bekommen. Ich denke, ich bin "Daddy Material".

teleschau: In Ihren Filmen fahren sie nicht selten teure Luxuskarossen. Welche Modelle haben Sie besonders ins Herz geschlossen?

Statham: Die amerikanischen Muscle Cars sind überall dort gut, wo es darum geht, schnell geradeaus zu fahren. Sie haben viele Pferdestärken unter der Haube, sind mächtig stark und "reden" mit dir, wie man so schön sagt. Sie taugen aber nicht für kurvenreiche Strecken oder für jegliche Art von anspruchsvollem Manöver. Wenn ich mein eigenes Geld ausgebe, dann kaufe ich mir ein deutsches Auto. Seit meinem 17. Geburtstag bin ich ein stolzer Besitzer deutscher Autos: Zuerst hatte ich für etwa zehn Jahre fünf Golf GTIs hintereinander, dann einen BMW und einen Audi.

teleschau: Und jetzt?

Statham: Porsche ...

Leif Kramp


Jason Statham durfte zu Beginn seiner Karriere noch seine Stunts selbst machen. Das hat sich geändert ...
Jason Statham durfte zu Beginn seiner Karriere noch seine Stunts selbst machen. Das hat sich geändert ... (Paramount Germany / Norbert Kesten)

Wenn die Dreharbeiten vorbei sind, gönnt sich auch Jason Statham mal was ...
Wenn die Dreharbeiten vorbei sind, gönnt sich auch Jason Statham mal was ... (Paramount Germany / Norbert Kesten)

Regisseur Paul Anderson (links) und Hauptdarsteller Jason Statham stellten ihren Film "Death Race" gemeinsam in Berlin der Öffentlichkeit vor.
Regisseur Paul Anderson (links) und Hauptdarsteller Jason Statham stellten ihren Film "Death Race" gemeinsam in Berlin der Öffentlichkeit vor. (Paramount Germany / Norbert Kesten)

Datum: 27.11.2008

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