Alexandra Maria Lara
Männer haben's nicht leichtSchauspielerin Alexandra Maria Lara (tsch) Im Grunde hat sie sich wenig verändert. Alexandra Maria Lara, das freche Mädchen aus der TV-Serie "Mensch Pia!", mag vielleicht auf dem Papier erwachsen geworden sein, doch sitzt ihr immer noch der Schalk im Nacken. Locker nimmt sie auf dem Hotelstuhl Platz, in Jeans und T-Shirt, die Haare sind offenbar schnell zurechtgebürstet. Es ist diese sympathische Nonchalance, die sie zum höchstgehandelten weiblichen Jungstar im deutschen Kino hat werden lassen. In wenigen Wochen wird Alexandra Maria Lara 27 Jahre alt und ist längst nicht müde, ihr herzliches Lächeln einzusetzen, um eine Gesprächsatmosphäre zu schaffen, die es selten gibt bei Interviews mit Filmstars. Im Interview spricht sie über Seepferdchen-Ehe, ihre hysterische Seite, zeigt Verständnis für überforderte Männer und beißt herzhaft in einen grünen Apfel. Anzeige teleschau: Ein Granny Smith? Im Film "Der Fischer und seine Frau" war's ein Golden Delicious ... Alexandra Maria Lara: Ich liebe grüne Äpfel. Rote haben merkwürdigerweise oft einen etwas mehligen Beigeschmack. Man sagt ja auch: Äpfel essen ist wie Zähne putzen. Jeden Tag einer. Wer Äpfel ist, bleibt gesund. teleschau: Was hat Ihnen an der Rolle der Ida besonders gefallen? Alexandra Maria Lara: Die extreme Veränderung, die sie durchlebt. Das war sehr reizvoll. Aber natürlich wollte ich unbedingt ein zweites Mal mit Doris Dörrie zusammenarbeiten. Und ich bin ein großer Fan von Christian Ulmen. Ich habe schon damals immer seine Sendung bei MTV gesehen, weil ich seinen Humor so gerne mag. Und ich bin in keiner Weise enttäuscht worden. teleschau: Ihr Charakter im Film macht einen recht unzufriedenen Eindruck. Ist das sinnbildlich auch auf die Frau in der deutschen Gesellschaft zu beziehen? Alexandra Maria Lara: Sind die Frauen in Deutschland unzufrieden? Ich dachte immer, die Männer wären ein bisschen ratlos, weil die Frauen so auf dem Vormarsch sind (lacht). Ich bin zwar kein Experte, aber ich denke, dass es tatsächlich für den Mann heutzutage nicht unbedingt leicht ist. Auf der einen Seite muss er mit der Wahnsinns-Emanzipation der Frau zurechtkommen, und trotzdem soll er charmant, aufmerksam, galant und so weiter sein. So einfach ist das nicht. teleschau: Viele Szenen im Film wirken, als wären sie spontan gespielt. Inwiefern blieb beim Dreh Raum für Improvisationen? Alexandra Maria Lara: Ich kann mich da an eine ganz bestimmte Szene erinnern: Als Ida kurz vor der Entbindung den heftigen Streit mit Otto hat, mit Gummibärchen um sich schmeißt und frustriert, traurig und gestresst die Wohnung verlässt, um zu Leo ins Auto zu flüchten. Diese kurze Situation im Auto war im Drehbuch eigentlich als ganz gewöhnlich vorgesehen, also einsteigen und losfahren. Dass sie dann aber noch ausrastet und gegen die Deckenverkleidung des Audis haut, ist in der Sekunde entstanden, als wir es gedreht haben. Das mag ich so sehr an meiner Arbeit: Ein Moment, der nicht unbedingt spannend scheint, wird mit Leben gefüllt. Das ist eine von Doris' großen Qualitäten. Sie sagte mir: "Dreh' mal durch". teleschau: Dabei flossen reichlich Tränen. Können Sie auf Befehl weinen? Alexandra Maria Lara: Wie gut das gelingt, hängt ganz von der jeweiligen Situation am Drehtag ab und auch davon, wie sehr man bei seiner Figur ist. Ich wusste ja schon vorab, dass sich Ida irgendwann zu einer Art Furie entwickelt. Das war der Teil der Figur, der mir am meisten Angst bereitet hat. Ich war mir eben nicht sicher, wie ich das so meistern würde in Lack und Leder mit Peitsche in der Hand. teleschau: Ein bisschen hysterisch muss man doch sein, um so schnell einen Gefühlsausbruch zu bekommen. Alexandra Maria Lara: Ein bisschen hysterisch muss man sein, das stimmt. Und ich bin es auch, manchmal. Ich kenne das am ehesten aus extremen Streitsituationen. Mir sind diese Gefühle also durchaus vertraut. teleschau: Ida erscheint unersättlich. Können Sie jemals genug bekommen? Alexandra Maria Lara: Ich bin im Moment sehr entspannt und zufrieden. Ich liebe meinen Beruf über alles, und wenn es irgendwie möglich ist, würde ich gerne noch ganz lange so weitermachen. Aber ob ich später einmal in einem Haus oder in einer Berghütte wohnen möchte, kümmert mich im Moment nicht. teleschau: Was halten Sie von der im Film gezeigten Seepferdchen-Ehe, in der die Frau das Geld verdient und der Mann das Kind aufzieht: Ist das ein Modell, dass Sie sich generell auch vorstellen könnten? Alexandra Maria Lara: Natürlich gibt es Menschen - Männer wie Frauen - die damit glücklich werden können. Aber bei vielen anderen wäre das bestimmt der blanke Horror. Ich persönlich finde es eh immer am Besten, wenn man ohne Druck alles miteinander teilen kann. Jedes Paar muss eben sein eigenes Modell finden. Leif Kramp |
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