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"The Sound Of The Smiths" erinnert an die Achtziger

The Smiths The Sound Of The Smiths

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Man sollte ruhig von Zeit zu Zeit darauf hinweisen: Die 80er-Jahre waren musikalisch gesehen weit besser als ihr Ruf. Um das zu belegen, reicht schon ein Verweis auf die fabelhaften Go-Betweens, auf die feinnervigen Prefab Sprout oder die olympischen Talk Talk. Und natürlich reicht die bloße Nennung der Smiths. Eine gescheitere, rückhaltlosere und tröstlichere Band hat die vorvergangene Dekade nicht hervorgebracht. Und auch davor und danach wird man nur schwer fündig werden. Da Sänger Morrissey dieser Tage als Solist seinen circa dritten Frühling erlebt, bietet sich das Werk des Quartetts aus Manchester nachgerade mustergültig zum Neu- oder Wiederentdecken an.

"The Sound Of The Smiths" ist nun beileibe nicht die erste Zusammenstellung ihrer Art - und wirft gerade deshalb Fragen auf. Wer sich für die Luxusausgabe als Doppel-CD entscheidet, erhält ein klassisch zweigeteiltes Paket: Greatest Hits hier, Raritäten und Albumsongs als Füllsel dort. Wobei sich eine so getroffene Unterscheidung im Fall der Smiths eigentlich verbietet. Der Output des Songwriter-Duos Morrissey/Marr formierte sich innerhalb von nur vier Jahren derart gedrängt, dass ständig bestes Songmaterial vorne und hinten überzukippen drohte. Der überbordende Schmähgesang "William, It Was Really Nothing" oder die schwelgerische Sandie-Shaw-Replik "Heaven Knows I'm Miserable Now" schafften es nie auf ein reguläres Studioalbum, genauso "Sheila Take A Bow" und das einschlägige "Panic". Das ergreifende Teenagerdrama "Half A Person"? Eine B-Seite, wie auch der bittere Abgesang "Please, Please, Please Let Me Get What I Want".

"The Sound Of The Smiths" trägt all die inzwischen leidlich bekannten Bausteine pflichtschuldig zusammen. Doch genau das hatte auch schon die 1987 noch zu Bandbestehen erschienene Doppel-LP "Louder Than Bombs" geleistet. Der Mehrwert beschränkt sich hier auf einige wenige Songs - zumeist Live-Aufnahmen. Dagegen bleiben die ausgezeichneten B-Seiten der späteren "Strangeways, Here We Come"-Singles einmal mehr unberücksichtigt. Schwer zu begreifen. Aber am kruden Wiederveröffentlichungswahn der Musikindustrie hatte sich weiland ja auch der Grantler Morrissey die Zähne ausgebissen: "Best Of! Most Of! / Slip them into different sleeves / Buy both and feel deceived."

Jens Szameit


Datum: 06.12.2008

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