(tsch) Tom Hanks gehört zu jenen Darstellern, die sich bei ihren Arbeiten gerne auf alte Bekannte verlassen. Die gute Zusammenarbeit macht sich bezahlt. Aktuellstes Beispiel: Ron Howard. Mit ihm drehte Hanks 1995 den Kassenschlager "Apollo 13", "The Da Vinci Code - Sakrileg" (2006, 5,6 Millionen Besucher) und nun dessen Fortsetzung "Illuminati", die am 14. Mai in die deutschen Kinos kommt. Auch mit Erfolgsregisseur Steven Spielberg arbeitete Hanks gleich mehrfach. Und nicht zuletzt verbindet ihn mit Robert Zemeckis eine langjährige Freundschaft. Man hat einander viel zu verdanken, zuvorderst die Oscars, die beide für ihre Arbeit an "Forrest Gump" (1994) erhielten. Es folgten "Cast Away" (2000) und "Der Polarexpress" (2004).
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Forrest Gump ist ein grundoptimistischer Held, den Regisseur Robert Zemeckis bei seiner Reise durch die Zeit begleitet. Es ist eine fiktive Erfolgsgeschichte, ein Märchen, aber eben ein sehr unterhaltsames. Die Erzählung seines Lebens ist zugleich eine Schilderung der wichtigsten Stationen der Geschichte Amerikas seit den 60er-Jahren. Sie ist es, die Forrest durch Höhen und Tiefen seines Lebens schleudert. Sie macht ihn zum Helden einer Footballmannschaft, zum Lebensretter in Vietnam, zum Fernsehstar.
Forrest sitzt an einer Busstation fernab seines Zuhauses und erzählt den Menschen, die neben ihm Platz nehmen, seine Lebensgeschichte. Früh ist klar, dass er nicht zu den geistig Hellsten gehört. Er ist auf der Suche nach seiner Sandkastenliebe Jenny (Robin Wright Penn), um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Obwohl er immer wieder von ihr zurückgewiesen wird, kämpft Forrest unbeeindruckt weiter um ihr Herz.
Die Liebe zu Jenny ist so unerschütterlich wie sein grenzenloser Optimismus. Den bezieht Forrest aus der ihm ganz eigenen Naivität. Der Leitsatz seiner Mutter (Sally Field) lässt ihn sein Schicksal mit Leichtigkeit ertragen: "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Du weißt nie genau, was du bekommen wirst." Tiefschläge erträgt der Held des Films aus dem Bewusstsein heraus, nicht gegen sie angehen zu wollen, sondern sie zu akzeptieren.
Die Faszination von Zemeckis' Porträt erklärt sich aus der Bewunderung, die sich für den geistig Minderbemittelten einstellt. Leicht findet man sich in Forrests schweren Stunden wieder, und fast beneidet man ihn um seine Dummheit, die ihm offenbar den Verzicht auf Selbstmitleid und Pessimismus gestattet. Er lässt sich treiben ohne politische Zielrichtung, kämpft für sein Land in Vietnam ebenso wie danach in der Hippie-Bewegung, ohne sich mit dem einen oder anderen Ziel weiter zu identifizieren. Für Außenstehende ist sein Leben Weinen und Lachen, für ihn selbst allemal die schönste Sache der Welt.
Kai-Oliver Derks
"Forrest Gump" von Regisseur Robert Zemeckis wurde mit sechs Oscars ausgezeichnet. Tom Hanks (Foto) erhielt ihn als bester Hauptdarsteller. (Sat.1 / Paramount Pictures)
Forrest (Tom Hanks) läuft schneller als seine Verfolger. (Sat.1 / Paramount Pictures)
Häufig besucht der geduldige Forrest (Tom Hanks, rechts) den unzufriedenen Dan (Gary Sinise), der seit dem Vietnamkrieg schwer behindert ist. (Sat.1 / Paramount Pictures)
Datum: 31.12.2008
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