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Das Kino-Spektakel des Jahres: "Watchmen - Die Wächter"

Watchmen - Die Wächter

Nach seiner grandiosen Verfilmung von Frank Millers „300“ nimmt Regisseur Zack Snyder eine noch größere Herausforderung an. Die Vorlage zu „Watchmen“ liefert ein legendäres Comic von Alan Moore, der auch „From Hell“ und „V wie Vendetta“ geschrieben hat. 1986/87 in 12 Teilen entstanden, wurde das Graphic Novel mit Genre-Preisen überhäuft und vom „Time Magazine“ in eine Liste der 100 besten Romane seit 1923 aufgenommen. „Watchmen“ erhebt sich über den gewöhnlichen Superheldencomic, indem es sich der Klischees des Genres bedient und diese analysiert. Superhelden-Stoff als anspruchsvolle Erzählform: Das ist es, was „Watchmen“ – neben der originellen Story – so sehr auszeichnet. Zack Snyders neuer Film kommt am 5. März 2009 in die Kinos.

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Regie: Zack Snyder
Hauptdarsteller: Carla Gugino, Malin Akerman, Billy Crudup, Patrick Wilson, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan
Kinostart: 5. März 2009
Verleih: Paramount

Alan Moore, der Texter von „Watchmen“ (die Zeichnungen stammen von Dave Gibbons), weigerte sich lange vehement gegen eine Verfilmung seines Magnum Opus, da er mit den Leinwand-Adaptionen seiner Werke „From Hell“, „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ und „V wie Vendetta“ äußerst unzufrieden war. Da er jedoch nicht die Rechte an den Comics hält, konnte er keine der Verfilmungen verhindern.

Um der anspruchsvollen Struktur von „Watchmen“ gerecht zu werden, ist mehr als reine Action-Unterhaltung gefragt. Schon die Story ist ziemlich ausgefallen. „Watchmen“ spielt in einer Welt, in der Superhelden nichts mehr zu melden haben. Sie sind per Gesetz verboten. All die maskierten Helden ¬– von den ersten Kämpfern aus den 30er Jahren bis zu den modernen Vertretern der Spezies aus den 70ern – leben ein ganz normales Leben unter bürgerlichen Namen. Manche arbeiten für die Regierung, einer hat öffentlich die Maske fallen lassen und dadurch ein Vermögen verdient, andere vegetieren vor sich hin und leben auf der Straße oder befinden sich schlicht im Ruhestand. Nichts scheint sie mehr mit ihrer glorreichen Vergangenheit zu verbinden. Nachdem jedoch einer von ihnen umgebracht wird – The Comedian, im Film dargestellt von Jeffrey Dean Morgan – , macht sich Kollege Rorschach (Jackie Earle Healey aus „Little Children“) auf die Suche nach dem Täter und spürt bald eine Verschwörung auf, die sich gegen alle Ex-Superhelden richtet. Also versucht Rorschach, seine ehemaligen Weggefährten, die teils zu Witzfiguren degradiert wurden, zu mobilisieren.

Alan Moores Superhelden sind keine flachen Klischee-Charaktere, sondern glaubwürdige Figuren, auf die die Ideale ihrer Entstehungszeit abgefärbt haben. Die Helden der ‚ersten Generation’ mit ihren teils naiven Vorstellungen von Gut und Böse und ihrem altmodischen Look könnten tatsächlich 30-Jahre-Comic-Heften entsprungen sein. Die moderneren Vertreter des „Watchmen“-Universums haben von der Entwicklung der Technik profitiert. Sie sehen besser aus und verfügen über Superkräfte. Diese Detailgenauigkeit der Protagonisten unterstreicht nochmals den Genre-analytischen Charakter des „Watchmen“-Stoffs, der fünfzig Jahre Comic-Geschichte in sich vereint.

Die komplexen Charaktere detailgetreu auf die Leinwand zu übertragen, dürfte das Schwierigste gewesen sein, womit Regisseur Zack Snyder fertig werden musste.

Aus den beiden bisherigen „Watchmen“-Trailer erfährt der Zuschauer, der den Comic nicht kennt, kaum etwas über die Handlung, doch sollen diese ja auch erst mal neugierig machen. Was zu sehen ist, lässt auf einen düster-bombastischen Actionfilm schließen, ein Eindruck, der durch den schwermütigen Hardrock-Score noch verstärkt wird.

Nun ist „Watchmen“ aber nicht der erste Film seiner Art, vor ihm startet noch der ebenfalls nicht gerade fröhliche „The Spirit“ und auch der größte Blockbuster dieses Jahres, Christopher Nolans „The Dark Knight“ war kein Ausbund an Heiterkeit. Letztlich ist es wohl der Batman-Film, an dem die Zielgruppe „Watchmen“ messen wird. Und diese Messlatte liegt bekanntlich sehr hoch.

Zack Snyder hat Film- und Comicfans jedoch schon mit „300“ in Erstaunen versetzt. Gut möglich, dass ihm der nächste Coup gelingt. Und vielleicht gefällt „Watchmen“ ja sogar Alan Moore, das wäre dann wirklich der Ritterschlag für Snyder. Mit einem guten halben Dutzend Filmprojekten, darunter auch der Fortsetzung von „300“, zählt der 42-jährige derzeit zu den begehrtesten Regisseuren in Hollywood.

Christian Gehl


Nite Owl II (Patrick Wilson) und Silk Spectre II (Malin Akerman) (Paramount)
Nite Owl II (Patrick Wilson) und Silk Spectre II (Malin Akerman) (Paramount)

Jackie Earle Haley spielt Rorschach (Paramount)
Jackie Earle Haley spielt Rorschach (Paramount)

Malin Akerman spielt Silk Spectre II (Paramount)
Malin Akerman spielt Silk Spectre II (Paramount)

Datum: 13.12.2008

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