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In "Frost/Nixon" kämpft Richard Nixon um seine Ehre

Frost/Nixon

„Frost/Nixon“, das hört sich wie die Ankündigung eines Box-Kampfes an. Und tatsächlich trug das Interview des britischen Moderators David Frost mit dem „Watergate“-Präsidenten Richard Nixon Züge einer physischen Auseinandersetzung. Es war eine Verbalschlacht, die 1977 Millionen von Zuschauern im Fernsehen verfolgten. „Frost/Nixon”, von dem sonst eher auf einfache Unterhaltung abonnierten Hollywood-Regisseur Ron Howard als engagiertes Politdrama in der Tradition von „Good Night, and Good Luck“ inszeniert, wirft einen Blick vor und hinter die Kulissen eines der faszinierendsten Duelle des Talkshow-Journalismus. Drei Jahre nach dem Watergate-Skandal machte es dem zurückgetretenen US-Präsidenten eine Art öffentlichen Prozess. Der Film, für 5 Golden Globes nominiert, wird ab dem 5. Februar 2009 in den deutschen Kinos zu sehen sein.

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Regie: Ron Howard
Hauptdarsteller: Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon
Kinostart: 5. Februar 2009
Verleih: Universal

Zuallererst mal überzeugt „Frost/Nixon“ mit seiner herausragenden Besetzung. Als Präsident Nixon glänzt Frank Langella („Good Night, and Good Luck“) und in der Rolle seines Gegners, des Journalisten David Frost, ist der britische Schauspieler Michael Sheen zu sehen (er spielte Tony Blair in „The Queen“). Beide traten bereits im gleichnamigen Theaterstück des britischen Autors Peter Morgan von 2006 auf, das als Vorlage für Ron Howards politisches Drama diente. Die Neuentdeckung Rebecca Hall, die unlängst in Woody Allens „Vicky Christina Barcelona“ Scarlett Johansson schauspielerisch in den Schatten stellte, Sam Rockwell („Confessions of a Dangerous Mind“) und Kevin Bacon vervollständigen den erstklassigen Cast von „Frost/Nixon“.

US-Kritiker bescheinigten Ron Howard, dass er mit „Frost/Nixon“ seinen bisher besten Film gemacht habe. Und das obwohl (oder gerade weil?)sich Howard mit einer sehr kurzen Drehzeit und einem der kleinsten Budgets seiner Karriere herumschlagen musste. Einer der Gründe dafür ist sicher, dass Journalismus- und Polit-Dramen nicht gerade Publikum-Magneten sind, ganz anders als Ron Howards Dan-Brown-Verfilmungen „The Da Vinci Code“ (2006) und „Illuminati (ab dem 14. Mai 2009 im Kino). Nach dem Trailer von „Frost/Nixon“ urteilend, hat der Regisseur das richtige Maß zwischen geschichtlichen Fakten und Fiktion gefunden, denn trotz politischer Thematik sieht das Drama sehr frisch, bunt und bewegt aus. Als „eine Art intellektueller ‚Rocky’“ beschrieb die Los Angeles Times den Film.

Damit wären wir wieder beim Boxkampf. Nixon, der ehemalige mächtigste Mann der Welt, tritt gegen den bis dahin eher als windig bekannten britischen Entertainer David Frost an, der in den 70ern eine Talkshow moderierte. Nach drei Jahren des Schweigens und wegen der ihm schließlich angebotenen Summe von einer halben Million Dollar war der Ex-Präsident bereit, über seine Amtszeit zu sprechen. Wahrscheinlich fiel Nixons Wahl auf Frost in der Hoffnung, er würde mit ihm ein leichtes Spiel haben. Doch was sich da in einer Reihe von Interviews abspielte, ging in die Geschichte ein.

Das berühmte Interview, dessen vollständige Version übrigens 2008 auf DVD herauskam, entstand aus insgesamt 28 Stunden Gesprächen, die über 12 Tage geführt wurden. Darauf ist zu sehen, wie sich der redegewandte US-Präsident, der anfangs jede Schuld von sich weist, zum Schluss beim amerikanischen Volk für den Spionage-Skandal entschuldigt.

Politdramen machen sich in der Regel auch gut im Oscar-Rennen. Oliver Stones Biopic „Nixon” etwa wurde in 4 Kategorien nominiert und das Kennedy-Porträt „JFK“ von 1991 gewann zwei Oscars. Alles weist darauf hin, dass Ron Howards „Frost/Nixon“ in dieser Hinsicht keine Ausnahme darstellen wird.

Christian Gehl


Michael Sheen (Mi.) spielt den Talkshow-Moderator David Frost, der 1977 den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Ex-Präsidenten Richard Nixon (Frank Langella, re.) interviewte (Universal)
Michael Sheen (Mi.) spielt den Talkshow-Moderator David Frost, der 1977 den wegen der Watergate-Affäre zurückgetretenen Ex-Präsidenten Richard Nixon (Frank Langella, re.) interviewte (Universal)

Frank Langella (re.) wurde für seine Rolle als Richard Nixon für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller nominiert (Universal)
Frank Langella (re.) wurde für seine Rolle als Richard Nixon für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller nominiert (Universal)

David Frost (Michael Sheen, re.) bereitet sich auf das größte Interview seiner Karriere vor (Universal)
David Frost (Michael Sheen, re.) bereitet sich auf das größte Interview seiner Karriere vor (Universal)

Datum: 13.12.2008

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