In "Boys don't cry" will Hilary Swank ein Junge sein
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Boys don't cry
(tsch) Gerade einmal 3.000 Dollar soll Hilary Swank für den Dreh des Dramas "Boys don't cry" bekommen haben. Doch statt Geld erntete die Jungschauspielerin Ruhm: Für ihre Rolle als junge Frau auf der Suche nach ihrer Identität bekam sie 1999 ihren ersten Oscar (den zweiten gab's nur fünf Jahre später für "Million Dollar Baby"). Aus dem kleinen Filmprojekt wurde damals ein Kritikerliebling. Zu Recht, denn Kimberly Peirces Debütwerk fasst auf sensible Art ein schwieriges Thema an, wie jetzt erneut bei 3sat zu sehen ist.
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Die 18-jährige Teena Brandon aus Lincoln fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut. Viel lieber wäre sie ein Junge. Eines Tages beschließt sie, ihr Leben als Mann fortzusetzen, lässt sich die Haare schneiden, schnürt sich die Brüste ab und stopft sich ein Polster zwischen die Beine. 40 Kilometer von ihrer Heimat entfernt, beginnt sie als Brandon Teena in einem provinziellen Nest ein Dasein als Junge. Und der kommt durchaus an: Zusammen mit seinen neuen Kumpels zieht Brandon um die Häuser und hat auch Schlag bei den Mädchen. Mit seinem Charme gewinnt er bald das Herz der schönen Lana (Chloë Sevigny). Zum ersten Mal fühlt sich Teena rundum wohl, doch als die Wahrheit über ihre Identität ans Licht kommt, wendet sich das Blatt für alle Beteiligten.
Mit ihrem Erstlingswerk gelang der Drehbuchautorin und Regisseurin etwas Außergewöhnliches: Sie thematisiert nicht Transsexualität, sondern den Weg eines jungen Menschen zu sich selbst. Dabei inszenierte Kimberly Peirce einen tief emotionalen Film mit einem tragischen Ende. Fünf Jahre lang recherchierte die New Yorkerin zuvor über den wahren Fall, der sich 1993 in Nebraska ereignete, und legte damit die Basis für das vielschichtige und wertfreie Drama.
Auch der zweite Film der Regisseurin, Autorin und Produzentin, "Stop-Loss" (2007), der in Deutschland nur auf DVD erschien, basiert auf authentischen Erfahrungen: Auf der Grundlage dessen, was ihr im Irak stationierter Bruder berichtete, entstand Kimberly Peirces Heimkehrer-Drama um junge Soldaten, das sich auch mit der Praxis der US-Armee auseinandersetzt, die Einsatzfristen von Berufssoldaten zwangszuverlängern.
Bernd Fetsch
Teena Brandon (Hilary Swank) fühlt sich als Brandon Teena wohler. (ZDF / Bill Matlock)
Lana (Chloë Sevigny) ist von dem sensiblen Brandon (Hilary Swank, rechts) fasziniert. (ZDF / Bill Matlock)
Teena Brandon (Hilary Swank) reist durch die Lande und gibt sich als Brandon aus. (ZDF / Bill Matlock)
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