(tsch) "Niemand ist jemals sicher!" - Dieser Satz ist zum Lebensmotto von Sarah Connor geworden. Nein, die Rede ist nicht von der Sängerin aus Delmenhorst. Sci-Fi-Freunde und Schwarzenegger-Fans wissen genau, wer gemeint ist: Sarah Connor, die in James Camerons "Terminator"-Filmen von Linda Hamilton verkörpert wurde, ist die Mutter des Maschinenzeitalter-Messias John. In der Zukunft wird er die letzten Überlebenden der Menschheit im Krieg gegen die Maschinen anführen. Daher steht er schon in der Gegenwart als Teenager ganz oben auf deren Abschussliste. Doch mit der Power von Löwenmutter Sarah haben die Rechner wohl nicht gerechnet. Mit dem Actionkracher "Terminator: S.C.C." (2008, neun Folgen, ab 12.01., montags, 21.15 Uhr), der ganz ohne Arnie auskommt, geht der legendäre "Terminator" nun bei ProSieben in Serie.
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"Terminator: The Sarah Connor Chronicles" heißt das Fox-Format im englischen Original. Um Verwechslungen mit oben erwähnter Künstlerin vorzubeugen, hat sich ProSieben wohl für die abgekürzte Schreibweise entschieden. Die "Chroniken", die nach Kinofilm zwei spielen, aber auch ohne umfassende Vorkenntnisse zu verstehen sind, schildern die Geschichte einer verzweifelten Mutter, die alles zu tun, alles aufzugeben bereit ist, um das Leben ihres Sohnes zu retten. Vor allem dank des überzeugenden Spiels von Hauptdarstellerin Lena Headey ("300", "Der Rote Baron"), die sich beim Casting gegen 300 Mitbewerberinnen durchsetzte, ist die Serie kein reines Sci-Fi-Spektakel, sondern auch ein fesselndes Drama.
Diese neue TV-Sarah-Connor sei nicht muskulös genug, hieß es aber sogleich von der Kritik. Doch die Britin weiß sich zu wehren: "Beim Boxen habe ich gelernt, dass es nicht auf die Muskeln ankommt", sagt sie bestimmt. "Es geht um Geschicklichkeit, Konzentration, Entschlossenheit. Das hat mir für meine Rolle, aber auch privat sehr geholfen." Und so ist die zierliche Schönheit durchaus gerüstet für dieses Actionfeuerwerk, das trotz Serienbudget ordentlich zündet.
Schlappe zweieinhalb Minuten dauert es, bis zum ersten Mal scharf geschossen wird. Ein Terminator (Aaron Cash), gesendet aus der Zukunft und rein optisch zumindest "Gouvernator" Arnold Schwarzenegger gar nicht so unähnlich, eröffnet in einer Schule das Feuer auf John (Thomas Dekker, "Heroes", im Kino ist Christian Bale ab 28. Mai in "Terminator: Die Erlösung" als John Connor zu sehen). Der Junge stirbt. Es folgt - in beeindruckenden Bildern - der Weltuntergang.
Das ist nicht nur ein fulminanter Auftakt, der sofort erklärt, warum "Terminator: S.C.C" Fox im Januar 2008 den besten Serienstart seit drei Jahren bescherte. Die Anfangssequenz ist auch - und das darf ruhig verraten werden - nur ein Traum, eine Schreckensvision der Mutter. Die aber einen tollen Vorgeschmack darauf bietet, was der Zuschauer von dem Format, zu dessen Machern auch die "Terminator"-Kinofilm-Spezialisten Mario Kassar, Andrew Vajna und Joel Michaels gehören, erwarten kann: Action und Special-Effects auf - für eine TV-Produktion - höchstem Niveau und eine rasante, spannende Geschichte.
Denn das Geträumte soll schon bald Wirklichkeit werden. Bis auf das böse Ende. Nur der weibliche Terminator Cameron (Summer Glau, ihr Rollenname ist eine Hommage an James Cameron), der sich als Schülerin tarnte, kann in einem beeindruckenden Duell mit Gegenspieler Cromartie (Owain Yeoman) den Tod Johns verhindern. Zu dritt begeben sie sich schließlich auf die Flucht - Zeitreisen inklusive -, stets verfolgt von hochmotivierten Tötungsmaschinen und nicht zuletzt auch vom FBI, das die Connors für gefährliche Wahnsinnige hält. Das Ziel des Trios ist es fortan nicht nur, am Leben zu bleiben. Sarah, John und Cameron wollen mit allen Mitteln die Gründung des Computersystems "Skynet" verhindern.
Aufgrund des Streiks der US-Drehbuchautoren besteht Staffel eins der "Sarah Connor Chronicles" nur aus neun Folgen. Seit September 2008 ist Lena Headey in einer zweiten Season, die ganze 22 Episoden umfassen wird, im US-Fernsehen zu sehen. Großer Fan der "Terminator"-Filme war die 35-Jährige aber nie: "Damals war ich noch ein junger Teenager", erinnert sie sich. "Ich habe mich zu der Zeit mehr für romantische Komödien, Jungs und Schuhe interessiert."
Ute Nardenbach
Rage against the Machine: Die 35-jährige Britin Lena Headey verkörpert in der neuen Sci-Fi-Serie "Terminator: S.C.C." Sarah Connor. (ProSieben / Warner Bros. Television)
Hängt selten nur so rum: Terminator Cameron (Summer Glau) soll John Connor beschützen. (ProSieben / Warner Bros. Television)
Sarah Connor (Lena Headey) flieht mit ihrem Sohn John vor den Terminatoren aus der Zukunft. (ProSieben / Warner Bros. Television)
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