Stephen Kings Horror-Action-Thriller "Dreamcatcher"
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Dreamcatcher
(tsch) Angst und Horror existieren in den Köpfen, sie müssen nur geweckt werden. Niemand weiß das besser als Stephen King. Der amerikanische Kultautor thematisiert metaphernreich Urängste der Menschen, seziert die Seele und blickt trotz spannungs- und actiongeladener Oberflächen tief in das Bewusstsein. Lawrence Kasdan hat in "Dreamcatcher" (2003), nach Kings gleichnamigem Roman, dieses Potenzial erkannt und zumindest in der ersten Hälfte genutzt und umgesetzt. Leider geht der Spannungsbogen des Films, den ProSieben nun wiederholt, irgendwann verloren. "Dreamcatcher" wird zum Horror-Action-Thriller, verliert dabei an Drive und orientiert sich zu sehr an gängigen Genre-Mustern.
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20 Jahre nach der Kindheit sind die Freunde Jonesy (Damian Lewis), Beaver (Jason Lee), Henry (Thomas Jane, "The Punisher") und Pete (Timothy Olyphant, "Hitman") auf seltsame Art miteinander verbunden. Gedanken lesen, verlorene Dinge aufspüren, die Zukunft vorhersagen: Jeder der vier Freunde hat übernatürliche Fähigkeiten. Bekommen haben sie diese von Duddits, einem geistig kranken Jungen, den sie damals in ihre Clique aufnahmen. Jeder weiß, dass es ein Geheimnis um ihren seltsamen Freund gibt, doch lüften konnte es bisher niemand. Das ändert sich an ihrem jährlichen Jagdwochenende in den verschneiten Wäldern Maines.
Mysteriöse Tierwanderungen, ein Jäger, der sich verlaufen hat, unerklärlicher Pilzbefall, echt fieser Durchfall und eine Sondereinheit der Armee: Die vier Freunde sehen sich einer tödlichen außerirdischen Macht gegenüber. Sie müssen ihre verdrängten übersinnlichen Fähigkeiten mobilisieren, um der Gefahr zu entrinnen. Langsam fügt sich das Duddits-Puzzle zusammen ...
Der leise Horror wächst in den Köpfen, die Konfrontation mit eigenen Ängsten und albtraumhaften Vorstellungen ist das Ziel. Kasdan lässt sich Zeit dabei. Mit seinem guten Darstellerensemble deutet er mehr an, als er aufdeckt. Doch dann kippt der Film. Die Aliens und der verrückte Befehlshaber (Morgan Freeman) der Army-Sondereinheit drücken "Dreamcatcher" ihr eigenes Tempo auf. Alles wird plakativer, durchschaubarer; der Film verliert seinen Charme. Action und Thrill verdrängen den Horror, trotz aller Special Effects scheint dem Regisseur die Puste ausgegangen zu sein.
Der Ärger über diese Tatsache könnte einer der Gründe sein, warum Thomas Jane die Sache nun selbst in die Hand nimmt: In "The Dark Country" spielt der 39-Jährige nicht nur die Hauptrolle nebst "Hellboy" Ron Perlman, sondern führt auch Regie. Der Thriller soll einer der ersten Filme werden, der sowohl in 2-D als auch in 3-D ins Kino kommt.
Andreas Fischer
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