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"Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" bietet Action von der Stange

Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers

(vm/tsch) Stephen Sommers Filme "Die Mumie" (1999) und "Die Mumie kehrt zurück" (2001) waren atemlos inszeniertes Popcorn-Kino voller Slapstick-Gags und Kitsch. Und das gefiel, denn es war völlig anspruchslos. 2008 machte sich jedoch Regisseur Rob Cohen ans Werk, der dem Ganzen mehr Tiefe verleihen wollte. Dass das der falsche Ansatz war, zeigt "Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers", ein oberflächlicher actiongeladener Abenteuerfilm, der um seinen Witz beraubt wurde und in seinem neuen ernsten Anspruch nur noch lächerlich wirkt.

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Wo Stephen Sommers Vorlagen "Die Mumie" (1999) und "Die Mumie kehrt zurück" (2001) zwischen B-Movie und Slapstick-Comedy mäanderten, wollte ein neuer Regisseur, Rob Cohen ("The Fast And The Furious") der Story psychologische Tiefe verleihen: Statt kitschiger Romanze mit Brendan Fraser und Rachel Weisz zwischen staubigen, wankenden Mumien ein Vater-Sohn-Konflikt in historisch aufgeladener Kulisse. "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" (2008), der jetzt auf DVD erschienen ist, ist jedoch zum oberflächlichen Effekttheater geartet, das weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückbleibt. Im Kino kam es dennoch zun einem beachtlichen Andrang: Mehr als 1,6 Millionen Zuschauer wurden hierzulande gezählt.

China, 1946: Rick O'Connells (Brendan Fraser) Sohn Alex (etwas uninspiriert gespielt von Luke Ford) leitet ein Ausgrabungsprojekt, das zur Entdeckung des Grabmals des einstmals gefürchteten Drachenkaisers führt, der die Chinesische Mauer auf den Leichen der aus Erschöpfung sterbenden Arbeiter erbauen ließ und nach Unsterblichkeit strebte. Doch versehen mit einem Fluch, wurden er und seine Krieger versteinert und harrten seitdem ihrer Wiedererweckung durch einen Zauberspruch.

Reaktionäre Milizen haben eben dies im Sinn und missbrauchen Alex' Eltern, die sich eigentlich im britischen Hinterland zur Ruhe gesetzt hatten, hinterrücks als Boten für ein ganz besonderes Schmuckstück, das über die wiederbelebenden Kräfte zu verfügen scheint. Einmal losgelassen strebt der Untote Kaiser (Jet Li) direkt nach Shangri-La, einem mythologischen Ort im Hochgebirge, wo sich (freundliche) Yetis und ein Paradies sondergleichen verstecken. Gelangte er hierhin, würde der Kaiser nicht nur unsterblich, sondern seine Terrakottaarmee auch wieder zum Leben erweckt.

Die Psychologie des Alterns, der Wunsch nach ewiger Jugend, der schmale Grat zwischen Geltungsbewusstsein und Geltungssucht: All das sollte im Film vor dem Hintergrund des historischen Chinas kulminieren zu einem Abenteuer, das nie zuvor auf einer Leinwand der Welt gezeigt worden war. Viele Monate und knapp 100 Millionen eingespielte US-Dollar später ist die Ernüchterung groß: "Die Mumie - Das Grabmal des Drachenkaisers" ist ein Actionabenteuer von der Stange, das im Vergleich zu seinen Vorgängern stark abfällt. Stephen Sommers ulkige Effektparaden mit hoher Gagdichte und vor allem in "Die Mumie kehrt zurück" atemloser Handlungsabfolge sind auch sonst - wie von Cohen beabsichtigt - Welten entfernt von dem Historienabenteuer im Reich der Mitte. So stoisch und stereotyp, wie Jet Li den Drachenkaiser gibt, so oberflächlich zeigt sich der Film auch der chinesischen Kultur gegenüber - wenn er sie auch noch so bildgewaltig inszeniert.

Die Bild- und Tonqualität der DVD wird dem effekt- und actionreichen Abenteuer weitestgehend gerecht: Das Bild ist auch in düsteren Szenen scharf und kontrastreich und lässt die Wiedergabe von Details ebenso wenig vermissen wie der Sound. Das Zusatzmaterial bietet einen Audiokommentar des Regisseurs Rob Cohen sowie zehn Minuten geschnittenes Material. Eine zusätzliche Bonus-Disc enthält ein ausführliches Making Of, das nicht nur vom Dreh, sondern auch vom Kulissenbau und der Planung der Actionszenen berichtet - ergänzt von weiteren Dokumentationen über das Casting oder das Kampftraining der Darsteller.

"Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" ist auch in einer Steelbook-Edition sowie auf Blu-ray-Disc (VÖ: 11.12.2008) erhältlich.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Türkisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
extras Audiokommentar von Rob Cohen (Regisseur); Entfallene Szenen; Making Of; Casting-Dokumentation; Featurettes
laufzeit 107 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras sehr gut

Credits:
(USA 2008, R: Rob Cohen, D: Brendan Fraser, Jet Li, Maria Bello u.a.)


Nach über 2.000 Jahren wird die letzte Ruhe eines tyrannischen Kriegers und seines Heere gestört: "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers"
Nach über 2.000 Jahren wird die letzte Ruhe eines tyrannischen Kriegers und seines Heere gestört: "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" (Universal)

Der Archäologe Rick O'Connell (Brendan Fraser) ist gespannt, welcher Auftrag in Shanghai auf ihn wartet.
Der Archäologe Rick O'Connell (Brendan Fraser) ist gespannt, welcher Auftrag in Shanghai auf ihn wartet. (Universal)

Evelyn O'Connell (Maria Bello) und Rick O'Connell (Brendan Fraser) sind ein starkes Team.
Evelyn O'Connell (Maria Bello) und Rick O'Connell (Brendan Fraser) sind ein starkes Team. (Universal)

Datum: 20.12.2008

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