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Sebastian Koch spielte "Stauffenberg" bereits 2004

Stauffenberg

(tsch) Ein paar Zuschauer werden am Abend, wenn das Erste seine Interpretation des "Stauffenberg"-Themas wiederholt, schon im Kino gewesen sein. Dort gibt, auf der großen internationalen Bühne, Tom Cruise den Hitler-Attentäter. Vergleiche anzustellen, verbietet sich nicht. Sebastian Koch, der in Jo Baiers Film aus dem Jahr 2004 die Hauptrolle spielt, gibt Stauffenberg sicher mehr Tiefe, zeigt die Figur differenzierter. Gemein haben beide Filme jedoch, dass sie um Akribie bemüht sind und vor allem auf eine chronologische Erzählweise der Ereignisse setzen.

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Die Stimme im Rundfunk war unverkennbar: Eine "kleine Clique verräterischer Offiziere" habe einen Anschlag auf ihn selbst verübt. Es war an jenem Abend der endgültige Beweis: Adolf Hitler lebte, das Attentat des 20. Juli 1944 war gescheitert. Kurz darauf wurden Claus Schenk Graf von Stauffenberg und drei seiner Getreuen im Heeresamt im Berliner Bendlerblock gefangen genommen und unverzüglich erschossen, weitere Mitverschwörer wurden verhaftet.

60 Jahre danach löste Regisseur Jo Baier die Aufgabe mit Bravour, die Ereignisse von damals mit Sebastian Koch in der Hauptrolle für die ARD zu verfilmen. Der Film wurde unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis 2004 ausgezeichnet. Aber auch der Regisseur Bryan Singer erledigte seinen Job, zumal mit einem weit höheren Budget ausgestattet, durchaus verantwortungsbewusst. Zumal ihm die Aufgabe zufiel, das Thema auch international nachvollziehbar zu schildern. Ein Vorwissen, wie es in Deutschland zweifellos vorhanden ist, durfte er nicht voraussetzen.

Dass die militärischen Widerständler lange Zeit mit ihrem Eid gerungen hatten, der sie zur Treue zum "Führer" verpflichtete, kommt in der US-Verfilmung nur am Rande vor. Beide Filme legen viel Zeit in die Vorbereitung und Umsetzung des Attentats, das nach einer Reihe fehlgeschlagener Versuche schließlich von Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Spross einer württembergischen Adelsfamilie, durchgeführt wird. Er legt Hitler die Bombe in der Wolfsschanze in Ostpreußen bei einer Besprechung zu Füßen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände schlägt jedoch auch dieser Versuch fehl.

Jo Baier konzentriert sich im Wesentlichen auf den denkwürdigen Tag und stellt das Geschehen mit äußerster Sorgfalt nach. Pathos und Heldenverehrung erspart er den Zuschauern - und wird gerade dadurch dem Mut und der moralischen Aufrichtigkeit der Männer des 20. Juli gerecht. Im Film überschlagen sich die Ereignisse: Beim Einstellen der Zünder begehen Stauffenberg und von Haeften schwere Fehler, die Tasche mit der Bombe steht von Hitler zu weit weg, "Walküre" wird zu spät ausgerufen, die Besetzung des Rundfunks schlägt fehl, ein Großteil der Offiziere verhält sich letztlich abwartend und opportunistisch. All das kommt auch im inhaltlich erstaunlich ähnlichen US-Film vor.

In Deutschland mag man die deutsche Umsetzung des Themas als die gelungenere empfinden. Auch, weil ihr nicht die Eigenschaft des puren Star-Kinos beigemessen wird. Dennoch hat auch "Operation Walküre", in dem einige deutsche Darsteller zu sehen sind (Christian Berkel, Thomas Kretschmann), seine Berechtigung. Führt er doch den Zuschauern in den USA und anderswo vor Augen, dass Hitlers Schreckensherrschaft durchaus auch im eigenen Land auf Widerstand traf.

Alexander Franck


Historisch genaue Verfilmung: Sebastian Koch (links) als Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Ulrich Tukur als Oberst Henning von Tresckow.
Historisch genaue Verfilmung: Sebastian Koch (links) als Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Ulrich Tukur als Oberst Henning von Tresckow. (SWR / Mattescheck)

Nach einem Tieffliegerangriff 1943 in Afrika hat Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Sebastian Koch) nur noch ein Auge und eine Hand. Das hindert ihn aber nicht daran, das entscheidende Attentat auf Adolf Hitler auszuführen.
Nach einem Tieffliegerangriff 1943 in Afrika hat Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Sebastian Koch) nur noch ein Auge und eine Hand. Das hindert ihn aber nicht daran, das entscheidende Attentat auf Adolf Hitler auszuführen. (SWR / Mattescheck)

1933 ist die Welt für Stauffenberg (Sebastian Koch) und seine Verlobte (Nina Kunzendorf) noch in Ordnung. In der Oper macht er ihr einen Heiratsantrag.
1933 ist die Welt für Stauffenberg (Sebastian Koch) und seine Verlobte (Nina Kunzendorf) noch in Ordnung. In der Oper macht er ihr einen Heiratsantrag. (SWR / Mattescheck)

Datum: 22.01.2009

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Artikel ID 210584

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