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Doku über eine Reise "Durch Asien auf zwei Rädern"

Durch Asien auf zwei Rädern

(tsch) Irgendwann geht jeder seinen ganz besonderen Weg. Der eine umsegelt die Welt, der andere sucht sein Glück per pedes auf dem Jakobsweg. Wieder andere erreichen ihr Ziel gerne auf zwei Rädern im Schweiße ihres Angesichts. Auch das kanadische Paar Olivier Higgins und Mélanie Carrier schwang sich aufs Rad - um durch Asien zu strampeln. 8.000 Kilometer legten beide zurück, durchquerten heiße Wüsten und kalte Berge mit dem Gaskocher und dem kleinen Igluzelt - von der menschenleeren Mongolei bis nach Kalkutta am Indischen Ozean. Es war eine Reise zu sich selbst, eine Suche nach dem eigenen Ziel, dem "Asiemut", wie es die Filmer nennen - in einer Kombination aus Kompassrichtung und dem Erdteil Asien. So hieß denn auch der Film, den sie mit einer kleinen Videokamera drehten, im Original, der nun bei ARTE unter dem Titel "Durch Asien auf zwei Rädern" (2006, Erstausstrahlung) gezeigt wird.

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Olivier Higgins und Mélanie Carrier hatten keinerlei Erfahrung darüber, wie man eine gute Dokumentation wohl macht. Doch der Film der beiden wurde eine der berühmtesten Reisedokus der Welt. Bei vielen Berg- und Abenteuerfilmfestivals verwies er selbst Profiproduktionen wie das Kletterepos "Am Limit" auf die hinteren Plätze. "Durch Asien auf zwei Rädern" ist eben einfach ein Film, der jeden bewegt.

Auf der Reise durch Xinjiang, die Wüste Taklamakan, Tibet und Nepal entdecken die filmenden Radler die Welt mit anderen Augen. Aber vor allem suchen und finden sie sich selbst. Denn sie fragen sich: "Wer sind wir? Was wollen wir? Wo ist unser Ort in dieser Welt?"

Die Jury des Filmfestivals von Graz, eine von vielen, lobte stellvertretend, dass der Film "keinen äußeren dramaturgischen Aufbau und keinen neutralen objektiven Kommentartext" habe. Trotzdem sei er ziemlich "genial". - Nun reisen Higgins und Carrier wieder durch die weite Welt - überall dorthin eben, wo ihr schönes Werk gezeigt, gemocht und gepriesen wird. Und sie treffen immer wieder auf gleich Gesinnte, die innere Ziele suchen wie sie und eine reine Rekordsucht - wie fürs Guinnessbuch der Rekorde - schlicht verachten. Ihre Frage ist vielmehr: Wer sind wir, und was machen wir mit dieser Welt?

Wilfried Geldner



Das Fahrradabenteuer führt Mélanie und Olivier quer durch Asien - nahezu 8.000 Kilometer weit, von der Mongolei bis nach Kalkutta an der Gangesmündung, durch Xinjiang, die Taklamakan-Wüste, durch Tibet und Nepal.
Das Fahrradabenteuer führt Mélanie und Olivier quer durch Asien - nahezu 8.000 Kilometer weit, von der Mongolei bis nach Kalkutta an der Gangesmündung, durch Xinjiang, die Taklamakan-Wüste, durch Tibet und Nepal. (ZDF / Olivier Higgins / Mélanie Carrier)

Mehr als 40 Kilo Gepäck für jeden schleppen Mélanie und Olivier auf ihrer Reise durch Asien mit. Sie sind auf Essbares und Wasser angewiesen, das sich unterwegs nicht immer findet.
Mehr als 40 Kilo Gepäck für jeden schleppen Mélanie und Olivier auf ihrer Reise durch Asien mit. Sie sind auf Essbares und Wasser angewiesen, das sich unterwegs nicht immer findet. (ZDF / Olivier Higgins / Mélanie Carrier)

Die Durchquerung der Taklamakan-Wüste auf dem Fahrrad erweist sich für Mélanie und Olivier als Grenzerfahrung.
Die Durchquerung der Taklamakan-Wüste auf dem Fahrrad erweist sich für Mélanie und Olivier als Grenzerfahrung. (ZDF / Olivier Higgins / Mélanie Carrier)

Artikel ID 210637

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