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"Manic - Weggesperrt" zeichnet ein Porträt von Problem-Kids

Manic - Weggesperrt

(vm/tsch) In seinem Regie-Debüt "Manic - Weggesperrt" (2001) erkundet Regisseur Jordan Melamed die Seelenstruktur Jugendlicher, die zu Verbrechern werden. Lyle, eins dieser Problem-Kids (sehr überzeugend gespielt von Joseph Gordon-Levitt, „Stop-Loss“), sitzt „weggesperrt“ in einer psychiatrischen Anstalt, nachdem er einen Mitschüler fast zu Tode geprügelt hat. Ein feinfühliger Psychiater (Don Cheadle, „Traffic“, „Hotel Rwanda“) versucht, hinter die Mauer aus Frust und Depressionen zu blicken, die der Junge um sich gebaut hat. Ein bisschen abgelutscht ist das alles, doch gut beobachtet und vor allem authentisch dargestellt.

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Mit der Welt klarkommen - das schafft man einfach nicht immer. So wie Lyle, der dann einfach seinen Aggressionen freien Lauf lässt und bei jeder noch so kleinen Provokation zuschlägt. Bis er eines Tages einen Mitschüler fast totprügelt und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wird. In seinem als DVD-Premiere erhältlichen Regiedebüt "Manic - Weggesperrt" (2001) erkundet Jordan Melamed die komplizierte Seelenstruktur Jugendlicher, die er in seiner intensiven Studie äußerst ernst nimmt.

"Manic" ist eine erschreckend ehrliche Suche nach sich selbst und intensive Studie über die Erforschung eigener Probleme. Denn weggesperrt werden nicht nur die Kids. Sie selber verbannen ihre Gefühle hinter eine Mauer aus Frust, Angst und Depression, hinter die der Film im "Cinema Verité"-Stil schaut: geradlinig, unmittelbar und nah an den feinfühlig beobachteten Figuren. Viele der Komparsen waren selbst Patienten in psychiatrischen Anstalten.

Lyle (Joseph Gordon-Levitt) muss mit der Hilfe von Dr. Monroe (überzeugend: Don Cheadle) lernen, sein Wutproblem zu kontrollieren. Bis zur Einsicht, dass er eigenen Willen aufbringen muss, um das Problem zu lösen, ist es ein langer Weg. Lyle träumt von Europa, will fliehen, sich nicht unterwerfen. Sein Leben macht keinen Sinn, die Existenz ist ein einziger Schmerz. Am Ende ist es die sich zart entwickelnde Liebe zur introvertierten Tracy (Zooey Deschanel), die das Dasein erträglich macht in diesem superben, von allem von den jungen Darstellern exzellent gespielten Skizze über die Melancholie, die überall vorhanden ist, und sich manchmal eruptiv in die Welt schleudert.

Die mit Handkamera aufgenommenen Bilder vermitteln ein Höchstmaß an Authentizität, stehen technisch allerdings auf keinem hohen Niveau. Wackelig, verschwommen, und teilweise zu dunkel sind sie dabei Teil des künstlerischen Konzepts. Dass allerdings auch die Dialoge im etwas scheppernden 2.0-Sound bisweilen schwer verständlich sind, hätte durchaus ausgebügelt werden können. Extras gibt es nicht.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0), Englisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Keine
laufzeit 98 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 13 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(USA 2001, R: Jordan Melamed, D: Joseph Gordon-Levitt, Don Cheadle, Zooey Deschanel u.a.)


"Manic - Weggesperrt" ist eine exzellente Independent-Studie über die Sinnlosigkeit, die man manchmal in der Existenz sieht.
"Manic - Weggesperrt" ist eine exzellente Independent-Studie über die Sinnlosigkeit, die man manchmal in der Existenz sieht. (Senator)

Lyle (Joseph Gordon-Levitt) schlägt sich seinen Weltenkummer oft von der Seele und landet in der Jugendanstalt.
Lyle (Joseph Gordon-Levitt) schlägt sich seinen Weltenkummer oft von der Seele und landet in der Jugendanstalt. (Senator)

Ihre Annäherung ist für Tracy (Zooey Deschanel) und Lyle (Joseph Gordon-Levitt) ein Schritt zurück ins Leben.
Ihre Annäherung ist für Tracy (Zooey Deschanel) und Lyle (Joseph Gordon-Levitt) ein Schritt zurück ins Leben. (Senator)

Datum: 28.12.2008

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