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Der spanische Überraschungserfolg "[rec]"

[rec]

(mb/tsch) 2007 entstanden gleich zwei spanische Produktionen, die auf internationalen Horrorfilm-Festivals gefeiert wurden: „Das Waisenhaus“ und die Low-Budget-Produktion mit dem eigentümlichen Titel "[rec]". Während „Quarantäne“, das Hollywood-Remake von "[rec]", von der Kritik verrissen wurde, erfreute sich das Original eines internationalen Erfolgs unter Genre-Fans. Dabei sind weder die Geschichte noch die Ästhetik des Films wirklich neu: Die Story erinnert ein bisschen an „28 Days Later“ und die Kameraführung wurde eindeutig von „The Blair Witch Projekt“ inspiriert. Nichtsdestotrotz ist "[rec]" ein spannender und effektvoll inszenierter Horrorfilm.

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Dick aufzutragen, gehört im Genre Horrorfilm vermutlich einfach dazu. Und für die Eigenwerbung der Filmverleiher gilt das natürlich allemal. Wenn der Zombie-Schocker mit dem eigenwilligen Titel "[rec]" (2007) nun als furchteinflößendstes Filmerlebnis aller Zeiten und als ultimative Nervenprobe gepriesen wird, wäre das noch nicht wirklich ein Grund, hellhörig zu werden. Dennoch waren die Beifallsstürme für die mehrfach preisgekrönte spanische Low-Budget-Produktion, die nun auf DVD erscheint, schon bemerkenswert. Dabei beherzigten die Regisseure Jaume Balagueró und Paco Plaza eine einfache Formel: Auch in Zeiten erfolgreicher Slasher-Movies wie "Saw" oder "Hostel" spielt sich der tückischste Horror nicht auf der Leinwand, sondern im Kopf ab. Mit "Quarantäne" ist bereits ein mäßig geglücktes US-Remake ihres Films im Kino angelaufen.

Im nächtlichen Barcelona ist die Fernsehreporterin Ángela Vidal mit ihrem Kameramann Pablo zu Gast auf einer Feuerwache, um eine Reportage über die Arbeit der Feuerwehrleute zu drehen. Zäh verrinnen die ersten Stunden, ehe Ángelas Wunsch nach einem Einsatz Realität wird. Aus einem Mietshaus ist der Notruf einer alten Dame eingegangen, die in ihrer Wohnung eingesperrt ist.

Als das Rettungsteam eintrifft und die Tür aufbricht, werden ein Polizist und ein Feuerwehrmann von der Alten angefallen, lebensgefährlich gebissen und das Treppenhaus heruntergeworfen. Unter Schock ordern die Kollegen Hilfe, doch die kommt nicht. Stattdessen wird das gesamte Haus vom Gesundheitsamt hermetisch abgeriegelt, währenddessen im Inneren ein blutiges Gemetzel mit immer zahlreicher werdenden Untoten beginnt.

Wie schon beim "Blair Witch Project" (1999) ist es in "[rec]" die Perspektive der in die Handlung eingebundenen Kamera, die den Horror beglaubigen soll. Durch das wacklige Objektiv Pablos sieht man quasi dem Horrorfilm bei seiner unerwarteten Entstehung zu, was ein gewisses Dilemma hervorbringt: Dort, wo die Filmemacher konsequent arbeiten, treten mitunter dramaturgische Längen auf. Und dort, wo der Spannung sichtbar auf die Sprünge geholfen wird, geht die Glaubwürdigkeit verloren. Dennoch ist "[rec]" - auch bei aller Vorhersehbarkeit - mehr als solide gearbeitet. Vor allem der klaustrophobische Terror immer kleiner werdender Rückzugsräume ist topografisch klug und effektvoll angelegt.

Technisch bewegt sich die DVD auf dem Low-Budget-Niveau der Filmproduktion. Dass das 1,85:1-Bild der DVD mit gewissen Unschärfen und Nachzieheffekten arbeitet, darf somit als künstlerisches Authentifizierungsmittel bewertet werden. Etwas enttäuschend ist jedoch das fahle Klangbild der 5.1-Spur, die sowohl im DTS- als auch im Dolby-Digital-Format kaum Surround-Effekte hervorbringt. Der Bonusteil bietet eine Bildergalerie und ein Making Of, das schön demonstriert, wie groß der technische Aufwand war, einfachste filmische Mittel zu simulieren.

Jens Szameit

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DD 5.1 / DTS 5.1), Spanisch (DD 5.1)
untertitel Keine
extras Making Of; Bildergalerie
laufzeit 75 Min.
tonsystem Dolby Digital / DTS
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 20 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton ausreichend
bewertung extras ausreichend

Credits:
(E 2007, R: Jaume Balagueró, Paco Plaza, D: Manuela Velasco, Ferran Terraza, Jorge Yamam u.a.)


Der Low-Budget-Schocker "[rec]" entlehnte seinen formalen Kniff beim "Blair Witch Project", arbeitet aber trotzdem erstaunlich originell und überzeugend.
Der Low-Budget-Schocker "[rec]" entlehnte seinen formalen Kniff beim "Blair Witch Project", arbeitet aber trotzdem erstaunlich originell und überzeugend. (e-m-s)

Auch die kleine Jennifer (Claudia Font) ist vom Zombie-Virus befallen.
Auch die kleine Jennifer (Claudia Font) ist vom Zombie-Virus befallen. (e-m-s)

In einem Mietshaus in Barcelona stehen Polizei, Feuerwehr und Anwohner vor einem blutigen Rätsel.
In einem Mietshaus in Barcelona stehen Polizei, Feuerwehr und Anwohner vor einem blutigen Rätsel. (e-m-s)

Datum: 28.12.2008

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