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Krieg der Welten

Krieg der Welten

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Das Vorspiel ist erfreulich kurz. Kaum zehn Minuten sind vergangen, da zieht ein Sturm auf. Es blitzt, aber es donnert nicht, und noch einige Minuten später gerät der Zuschauer kaum vorbereitet schon zum eigentlichen Höhepunkt des Films. Die Außerirdischen sind da. Schon wieder. Als hätten sie es nicht schon in den 90er-Jahren im Kino oft genug versucht. Steven Spielberg hielt es dennoch für richtig, den H.G.-Wells-Roman ein weiteres Mal zu verfilmen. Mehr als 2,7 Millionen Zuschauer sahen "Krieg der Welten" in den Kinos. Nun folgt die Auswertung sowohl als Einzel-Disc als auch als Special Edition.

Gegen die riesigen dreibeinigen Maschinen und ihre Schusswaffen ist kein Kraut gewachsen. Häuser und Brücken stürzen ein, menschliche Leben verpuffen einigermaßen unblutig. Was also bleibt, ist die Flucht. Und auf der muss der Zuschauer eine Familie begleiten. Ray Ferrier (Tom Cruise) ist ein braver, etwas einfacher gestrickter Arbeiter, der für zwei Tage von seiner Ex-Frau (Mirando Otto) die gemeinsamen Kinder überlassen bekommt. Sein Sohn (Justin Chatwin) ist misslaunig und spätpubertierend, seine Tochter Rachel (Dakota Fanning) eine zunächst noch ziemlich großmäulige Nervensäge.

Das alles samt auffällig schwacher Dialoge wird bald zum Kernproblem eines Films, der das Schicksal dieser drei Personen zu jedem Zeitpunkt über das der restlichen Welt stellt. Doch es fällt schwer, die drei zu mögen, sich mit ihnen zu ängstigen, mit ihnen zu hoffen. Tom Cruise, dem das Drehbuch nur einige wenige dankbare Szenen bietet, bleibt über weite Strecken ein recht farbloser, ja langweiliger Typ, dessen Geschichte auch in diesem Kriegsszenario eigentlich gar nicht erzählenswert ist.

Gerade in der ersten Stunde der Ereignisse hält "Krieg der Welten" immerhin einige starke Szenen bereit. Da wird deutlich, zu welch selbstzerstörerischen Taten der Mensch in Panik bereit ist. Dennoch bleibt die Restbevölkerung die meiste Zeit nicht mehr als eine diffuse Masse, die von den Aliens eifrig dahingemeuchelt wird. Die Schlacht wird immer weiter reduziert auf einige wenige Personen und damit zunehmend uninteressant. Die mörderische Dimension, die die Attacke aus dem All zum Beispiel in "Independence Day" entwickelte, kann in Spielbergs Erzählung nicht entstehen.

Leider wie bei Spielberg gewohnt ohne Audiokommentar kommt die DVD daher. Dennoch finden sich auf der zweiten Disc der Special-Edition einige hochinteressante Extras, in deren Mittelpunkt ein eineinhalb Stunden langes Produktionstagebuch steht, das wie ein detailliertes Making Of funktioniert und chronologisch präzise Einblicke in die Entstehung eines Films gibt, der unter ungeheurem Zeitdruck entstand. Hinzu kommen eine Reihe von Featurettes, zwischen sechs und 15 Minuten lang. Nett: Enkel und Urenkel des Autors H.G. Wells stellen ihren berühmten Vorfahren vor.

Höhepunkt der DVD ist neben alldem der Sound. Wer in den vollen Genuss kommen will, dem sei zuvor die Anschaffung eines frei stehenden Einfamilienwohnhauses empfohlen. Denn die geradezu brutalen, aber trotzdem natürlichen Bässe werden selbst den verständnisvollsten Nachbarn nicht unberührt lassen. Effektreich kommen das Splittern von Scheiben und das Trampeln der Invasoren durch die Boxen. Etwas ungewohnt indes wirkt das bisweilen trübe, blasse Bild, das sich bereits im Kino so präsentierte. Spielberg hüllt den Film in graue, bräunliche Farben. Insofern bewahrte der Transfer auf DVD die Authentizität.

Kai-Oliver Derks

bewertungsbox

bildformat 1.85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DTS / 5.1), Englisch (5.1), Türkisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Türkisch
extras Neuerschaffung der Invasion; Das Vermächtnis des H.G. Wells; Steven Spielberg und der ursprüngliche Krieg der Welten; Charaktere: die Familie; Die Visualisierung; Produktionstagebücher;
laufzeit 112 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 22 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton sehr gut
bewertung extras gut

Credits:
(USA 2005, R: Steven Spielberg, D: Tom Cruise, Dakota Fanning, Mirando Otto u.a.)


Mehr als 2,7 Millionen Zuschauer sahen "Krieg der Welten" in den Kinos. Nun folgt die Auswertung sowohl als Einzel-Disc als auch als Special Edition.
Mehr als 2,7 Millionen Zuschauer sahen "Krieg der Welten" in den Kinos. Nun folgt die Auswertung sowohl als Einzel-Disc als auch als Special Edition. (Paramount)

Ray Ferrier (Tom Cruise) und seine Tochter (Dakota Fanning) stehen im Mittelpunkt der Neuverfilmung von Regisseur Steven Spielberg.
Ray Ferrier (Tom Cruise) und seine Tochter (Dakota Fanning) stehen im Mittelpunkt der Neuverfilmung von Regisseur Steven Spielberg. (2005 Paramount Pictures)

Ray Ferrier (Tom Cruise) will seine Tochter (Dakota Fanning) unter allen Umständen beschützen.
Ray Ferrier (Tom Cruise) will seine Tochter (Dakota Fanning) unter allen Umständen beschützen. (2005 Paramount Pictures)

Datum: 20.11.2005

Diskussion: "Krieg der Welten"

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Artikel ID 162229

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