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"Die verborgene Welt" hütet das Geheimnis zweier Frauen

Die verborgene Welt

(mb/tsch) Die Liebe zwischen zwei Frauen stößt in vielen Ländern bis heute auf Hass und Intoleranz. Zu Zeiten der Apartheid in Südafrika war diese noch dazu eine sehr gefährliche Angelegenheit. Das zeigt die junge Regie-Debütantin Shamim Sarif in ihrem Melodram „Die verborgene Welt“, dessen Romanvorlage sie ebenfalls schrieb. Die Filmschulabsolventin mit südafrikanischen Wurzeln konfrontiert den Zuschauer mit einer grausamen Ära aus der Geschichte ihres Heimatlandes, indem sie vom persönlichen Drama zweier Frauen erzählt, die einander lieben. Etwas zu wohlfeil wird jedoch die gefährliche Situation am Ende des Films gelöst, was „Die verborgene Welt“ letztlich zu einer pathetischen Bilderbuchromanze degradiert.

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1952 ist in Kapstadt das öffentliche Klima vergiftet. Seit vier Jahren sind die Apartheidsgesetze in Kraft, die von der Staatsmacht mit chauvinistischer Härte durchgesetzt werden. Inmitten dieses feindseligen Umfelds führt die freigeistige Amina (Sheetal Sheth) ein Café im indischen Viertel der Stadt.

In dieses libertäre Refugium, das unverdrossen Gäste aller Ethnien bewirtet, platzt Miriam (Lisa Ray) - eine scheue Landschönheit, die ihr drittes Kind erwartet. Augenblicklich entspinnt sich eine zarte Liebe zwischen den Frauen, die von der burschikosen, selbstbewussten Amina forciert wird. Sie sucht Miriams Nähe, wirbt um sie zugleich als Liebhaberin und als Lehrerin zur Selbstbestimmung. Natürlich trifft das auf Ablehnung. Denn nicht allein vom Staat gehen Gewalt und Unterdrückung aus. Im Privaten herrscht das Patriarchat, wenn's sein muss, mit eiserner Hand.

Ihre mangelnde Regieerfahrung ist Shamim Sarif bei all dem bisweilen anzumerken. Etwas hölzern und steif, fast altmodisch-theatral muten die Dialogsequenzen an. Allerdings wird die kammerspielartige Enge durch farbenprächtige Aufnahmen des ländlichen Südafrikas immer wieder aufgebrochen.

Am Ende liegt die Krux dann auch weniger in der Inszenierung als vielmehr in der Entwicklung des Plots. Dass Sarif die historischen Gräuel eines Landes in ein exemplarisches, kleines Ensemble projiziert, ist legitim. Doch lässt sie die aufgenommenen Fäden zuletzt ungenutzt liegen, löst sich die tragische Anlage des Dramas etwas zu wohlfeil in einer arg pathetisch eingefärbten Bilderbuchromanze auf.

Jens Szameit

Credits:
V:Pro-Fun Media, GB / SAU 2007, R: Shamim Sarif, D: Lisa Ray, Sheetal Sheth, Parvin Dabas u.a.

Laufzeit: 93 Min.

Kinostart:
15. Januar 2009


Mit "Die verborgene Welt" legt die erfolgreiche Romanautorin Shamim Sarif eine Leinwandadaption ihres eigenen melodramatischen Stoffs vor.
Mit "Die verborgene Welt" legt die erfolgreiche Romanautorin Shamim Sarif eine Leinwandadaption ihres eigenen melodramatischen Stoffs vor. (Pro-Fun Media)

Die dreifache Mutter Miriam (Lisa Ray, links) und die Café-Besitzerin Amina (Sheetal Sheth) haben sich ineinander verliebt.
Die dreifache Mutter Miriam (Lisa Ray, links) und die Café-Besitzerin Amina (Sheetal Sheth) haben sich ineinander verliebt. (Pro-Fun Media)

Amina (Sheetal Sheth, rechts) möchte Miriam (Lisa Ray) zur Selbstbestimmung erziehen. Autofahren gehört im Südafrika der 50-er dazu.
Amina (Sheetal Sheth, rechts) möchte Miriam (Lisa Ray) zur Selbstbestimmung erziehen. Autofahren gehört im Südafrika der 50-er dazu. (Pro-Fun Media)

Datum: 10.01.2009

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