Kate Winslet über "Zeiten des Aufruhrs\" und \"Der Vorleser\"
Mut bewiesenSchauspielerin Kate Winslet (mb/tsch) Seit ihrem Auftritt an der Seite Leonardo DiCaprios in der erfolgreichsten Romanze aller Zeiten „Titanic“ (1997) gibt es kaum jemanden, der Kate Winslet nicht kennt. Doch dieser Blockbuster war eher eine Ausnahme in der Karriere der Schauspielerin. Auch nach dem Riesenerfolg „Titanic“ übernahm sie lieber Rollen in kleineren intellektuellen Produktionen wie etwa „Iris“ (2001) oder „Vergiss mein nicht“ (2004). Trotzdem wird die gebürtige Britin bald in zwei großen Kino-Produktionen zu sehen sein: im Drama „Zeiten des Aufruhrs“, bei dem Winslets Ehemann und „American Beauty“-Regisseur Sam Mendes hinter der Kamera stand, und in der Romanadaption Bernhard Schlinks „Der Vorleser“. In „Zeiten des Aufruhrs“ ist das Kino-Traumpaar der Neunziger Winslet / DiCaprio wieder zusammen zu sehen. Die beiden verkörpern ein Ehepaar, das gegen den ‚american way of life’ zu kämpfen versucht. Anzeige Dass Kate Winslet gleich mit zwei großen Produktionen hintereinander in den Kinos zu sehen ist, ist eine Seltenheit. Die 34-Jährige ist bei ihren Rollen äußerst wählerisch und neigt eher dazu, Parts in kleinen Independent-Filmen anzunehmen. Die bringen zwar selten große Blockbuster-Erfolge, doch ermöglichen sie der Britin schauspielerische Höchstleistungen. Fünf Oscar-Nominierungen hat sie inzwischen, zuletzt 2007 für Todd Fields "Little Children". Für "Zeiten des Aufruhrs" könnte es eine sechste geben, darüber hinaus hat das Drama das Zeug zu einem Kassenschlager. Nicht zuletzt, weil es das Kino-Traumpaar der Neunziger wiedervereint. Die beiden Schauspieler waren nach dem ersten gemeinsamen Film enge Freunde geblieben. "Leo und ich haben eine so starke Verbindung", berichtet die Engländerin. "Auch durch unsere Erfahrungen bei dem Dreh zu 'Titanic', wo wir wirklich zusammenhalten und aufeinander aufpassen mussten." Die Tatsache, dass ihr Ehemann Sam Mendes die Regie bei dem Film übernahm, sah die Schauspielerin nie als Hindernis: "Ich dachte immer, dass er ein außergewöhnlicher Regisseur ist, aber das war ein Teil von ihm, den ich nicht richtig kannte." Deshalb habe sie sich über die Gelegenheit, mit ihm zu arbeiten, besonders gefreut. "Es war, als seien mir die letzten Stücke von ihm endlich enthüllt worden." Dass sie Mut hat, bewies Kate Winslet schon ganz zu Beginn ihrer Karriere. Ihren Durchbruch schaffte die damals 19-Jährige mit Peter Jacksons "Heavenly Creatures" (1994). In dem auf einer wahren Begebenheit basierenden Drama übernahm sie die Rolle der Juliet Hulme, die zusammen mit einer Freundin deren Mutter ermordete. Ein Dreh, bei dem sie nach eigener Aussage bis zur Erschöpfung gearbeitet hat, und eine Rolle, mit der man sich nicht gerade in die Herzen des Massenpublikums spielt. Es folgten immer wieder Auftritte, die so gar nicht in den Mainstream-Geschmack passen, zum Beispiel der des Dienstmädchens Madeleine in "Quills - Macht der Bessenheit" (2000) oder die Reporterin Elizabeth in "Das Leben des David Gale" (2003). Nur ab und zu verschlägt es die Darstellerin in seichtere Genre, wie bei der romantischen Komödie "Liebe braucht keine Ferien" (2006) an der Seite von Cameron Diaz und Jude Law. Vielleicht aber stellt Winslet durch ihre so wenig dem Schlankheitsideal Hollywoods entsprechenden Rundungen den größten Mut unter Beweis. Anstatt sich wie andere dünn zu hungern, steht sie zu ihrer oft drallen Figur und hat keine Probleme damit, sich in ihren Filmen nackt zu zeigen - wie damals in "Titanic" und auch jetzt wieder in "Der Vorleser". "Es gibt nicht sehr viel, dass mich in Verlegenheit bringt. Ich bin eine Schauspielerin, die absolut daran glaubt, sich zu entblößen." Melanie Grimm |
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