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System of a Down, Hypnotize

System of a Down Hypnotize

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Dem eigenen Bekunden nach haben System of a Down seit jeher alles getan, um nicht populär zu werden. Wohl das einzige Unternehmen, bei dem die Band armenischen Ursprungs, die seit Ewigkeiten in den USA lebt, "erfolglos" geblieben ist. So verquer dieser Gedanke ist, passt er doch zur Musik. SoaD haben, elf Jahre nach ihrer Gründung ist das jetzt klar, wohl nicht mit der Intelligenz des Publikums gerechnet. Ebenso wenig wie mit dessen Sehnsucht. Gesucht wurde die neue, die mutige, die innovative, eben die andere Rockmusik. Und gefunden wurde System of a Down. Seit Jahren übrigens nur System of a Down. Aber das ist mehr, als sich manch einer je erträumt hat.

Vor einigen Monaten erschien ihr Album "Mezmerize", das wenig überraschend umgehend Platz eins in den Charts belegte. Ein Meisterwerk - expressionistische, ausgelassene, heftige und vor allem höchst emotionale Musik. Nun folgt, schon damals wurde es angekündigt, mit "Hypnotize" schon das nächste Album, das aus der gleichen Aufnahmesession mit Erfolgsproduzent Rick Rubin stammt. Nahtlos schließt es an den Vorgänger an. Ja, es ähnelt ihm gar vom Aufbau her - vom temporeichen, derben Beginn ("Attack") bis hin zu zwei versöhnlichen Schlusstracks ("Lonely Day", "Soldier Side").

Überflüssig also zu erwähnen, dass sich System of a Down auch diesmal nicht neu erfinden, sondern vielmehr das Prinzip der Variabilität innerhalb der einzelnen Songs fortschreiben. Nichts passt zu etwas anderem, aber alles passt zusammen. Metal, Hardcore und Punk fließen wieder einmal wie selbstverständlich in balladeske Gesangsteile über. Und doch: Nicht einmal, nicht ein einziges Mal stellt sich das Gefühl ein, hier werde bei sich selbst kopiert. SoaD klingen vertraut und neu zugleich, setzen eine Hymne nach der anderen ab und werden so aufs Neue Feuilletonisten und Alt-Rocker, jung gebliebene Schwiegermütter (Empfehlung speziell für sie: "Tentative") und Metal-Enkel gleichermaßen überzeugen können.

Interessante Texte, wie gewohnt im symbiotischen Gesang vorgetragen von Sänger Serj Tankian und Gitarrist Daron Malakian, tragen ihren Teil zu diesem Denkmal bei, das hier Schritt für Schritt, Album für Album errichtet wird. System of a Down werden wohl weiter behaupten, sie hätten das nicht gewollt. Und so lange das die Wahrheit ist und keine Koketterie, werden sie eine der besten Bands unserer Tage bleiben.

Kai-Oliver Derks


Datum: 20.11.2005

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