Im Weltraum-Shooter "Dark Horizon" von Akella dürfen unterbeschäftigte Piloten endlich wieder ins Raumschiff steigen und sich als Retter des Universums fühlen. Dennoch: kein Lichtblick am dunklen Horizont.
(mb/tsch) Für ausgehungerte Weltraum-Shooter-Fans gibt es nun neues Futter. „Dark Horizon“ ist eine Space-Simulation, die in die Fußtapfen von "Wing Commander", "X-Wing" und "Darkstar One" tritt, jedoch ohne wirklich Neues zu bieten. Obwohl beim Spiel schnelle Action im Vordergrund steht, kommt keine richtige Spannung auf. Trotz einiger guter Einfälle bleibt das Weltall, durch das der Spieler irrt, über weite Strecken alles andere als bombastisch. Zu steril und brav ist das Ganze, um einen umzuhauen.
Anzeige
Unendliche Weiten - vielleicht ist es gerade das, was Spieler heute nicht mehr so reizt wie früher. Lieber in überschaubareren, lebensnäheren Räumen Held sein, als durch gigantische, menschenleere Galaxien zu irren. Dennoch machen vereinzelte Entwicklerstudios immer wieder neue Anläufe, die Tradition von "Wing Commander", "X-Wing" oder "Darkstar One" fortzuführen. Akella legt nun mit "Dark Horizon" eine waschechte Space-Simulation vor, in der die schnelle Action eindeutig im Vordergrund steht. Ge- oder verhandelt wird nicht.
Sechs verschiedene Rassen tummeln sich in Akellas Universum, das in 22 Missionen vor der Vernichtung durch die dunkle Macht Mirk gerettet werden will. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines "Wächters" und nimmt den Kampf auf gegen die gefährlichen De'Khete, in deren Gestalt sich Mirk manifestiert.
Die Aufträge, die es zu erfüllen gilt, bieten Weltraum-Veteranen wenig Neues: In der Regel gilt es, gegnerische Angriffswellen mit Unterstützung von Computer-gesteuerten Flügelmännern auszuschalten. Die überschaubare Maus-Tastatursteuerung würde einem dabei gute Dienste leisten, wenn der Feind nicht die unangenehme Neigung hätte, mit dem Spieler auf Kollisionskurs zu gehen. So arten die wilden Gefechte oft in ein heilloses Durcheinander aus, in dem es schwer fällt, taktisch kluge Entscheidungen zu treffen.
Im Grunde nützlich: "Dark Horizon" bietet neben dem Angriffsmodus mit erhöhter Waffen- und Antriebsstärke auch einen Stealth-Modus, in dem man für die meisten Gegner unsichtbar ist und die überhitzten Systeme wieder etwas abkühlen kann. Speicherpunkte markieren jeweils das Ende eines Einsatzes und den aktuellen Fortschritt in der Pilotenkarriere.
Das wohl spannendste Feature von "Dark Horizon" ist die Möglichkeit, sein Raumschiff ganz individuell zu konfigurieren - entweder aus vorgefertigten Modulen oder mit Komponenten, die man im "Workshop" selbst aus Rohstoffen und Versatzteilen zusammenschraubt.
Weniger berauschend hingegen fiel die Präsentation aus: Begleitet von Retorten-Sphärenmusik, schweben mäßig detailliert texturierte Raumer durch ein Weltall, das weder grafischen Bombast noch irgendwelche Besonderheiten bietet. Viel zu schwachbrüstig fallen die Soundeffekte aus - gewaltige Explosionen hören sich an wie das harmlose Zischen von Wasserdampf. Ein durchaus vermeidbarer Knacks für die Atmosphäre. Die Sprachausgabe ist durchweg englisch und wird deutsch untertitelt.
Ausgehungerte Fans von Weltraum-Shootern, die seit "Darkstar One" verzweifelt auf neues Futter warten, mögen einen Blick an den dunklen Horizont werfen. Alle anderen werden wegen dem wenig innovativen Gameplay-Einerlei und der kaum packenden, zerfledderten Hintergrundstory schnell den Spaß an der Sache verlieren. "Dark Horizon" bleibt zu steril, um dauerhaft fesseln zu können.
Herbert Aichinger
Datum: 25.01.2009
Diskussion: ""Dark Horizon" ist eine mittelmäßige Space-Simulation"
Um eine Diskussion zu ""Dark Horizon" ist eine mittelmäßige Space-Simulation" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream