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Cineastentreff Kino Film Games - Neue Computerspiele Kino Film Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth

Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth

Virtueller Vertigo

Mit "Call of Cthulhu" wandeln Take2 und Bethesda auf den Spuren des Horror-Altmeisters H.P. Lovecraft und jagen dem Spieler einen ordentlichen Schrecken ein.

(tsch) "Das folgende Spiel enthält Szenen verstörender Natur" steht da zu Beginn von "Call of Cthulhu: Dark Cornes of the Earth". Was das konkret zu bedeuten hat, erfahren Konsolenzocker spätestens dann, wenn ihnen das Herz rast, der Schwindel zusetzt und das Bild vor Augen zu verschwimmen beginnt. Scheinbar werden hier keine leeren Drohungen gemacht ...

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Für gewöhnlich kann man Spiele, die den Gedächtnisverlust als Story-Grundlage bemühen, getrost vergessen. Doch es gibt Ausnahmen. Das Action-Adventure "Call of Cthulhu", das auf den Romanen des Schauermär-Erzählers H.P. Lovecraft fußt, ist so eine.

Die Entwickler von Bethesda entführen geneigte PS2- und Xbox-Besitzer in das fiktive neuenglische Städtchen Innsmouth. Man schreibt das Jahr 1921, und der Spieler schlüpft in die Rolle des Privatdetektivs Jack Walters. Er soll eine vermisste Person namens Brian Burnham ausfindig machen. Klingt simpel. Leider hat Jack nicht nur mit der verschworenen und wenig auskunftsfreudigen Bevölkerung zu kämpfen, sondern auch mit seinem Gedächtnis, das ihm vor sechs Jahren abhanden kam.

Damals - der Prolog ist spielbar - wurde er zu einer alten Villa gerufen, in der ein seltsamer Kult sein Unwesen trieb und Jack eine Begegnung der ganz und gar unschönen Art hatte. Warum für ihn seitdem - rein subjekiv - nur fünf Monate vergangen sind, was es mit dem Orden von Dagon auf sich hat und was in den dunklsten Ecken der Erde lauert, sei jedoch nicht verraten. Die Spannung wäre angesichts des herrlich okkulten Plots dahin.

Zehn bis zwölf Stunden vergehen, ehe auch das letzte Geheimnis um die "Großen Alten" gelüftet wird. Dabei dürfte den Spieler und sein virtuelles Pendant angesichts grotesker Erscheinungen und der bedrohlichen Soundkulisse mehr als nur eine Panik- und Paranoia-Attacke befallen - zweifellos eines der interessantesten Features von "Call of Cthulhu". Herz und Gamepad rasen, der Blick verschwimmt, Farben verblassen, der gerade Gang fällt schwer - virtueller Vertigo. Ungewöhnlich ist nicht nur die düstere und gewollt farbarme Optik des Spiels, sondern auch die Tatsache, dass Jack erst nach einigen Stunden eine Waffe in die Hände fällt. Bis dato gilt es jedoch, zahlreiche Rätsel zu knacken, Geschicklichkeitseinlagen zu meistern, wie Sam Fisher an Wachmännern vorbei zu schleichen und Reißaus vor einem wütenden Mob zu nehmen.

"Call of Cthulhu" bietet mehr als nur einen interessanten Einblick in die kosmische Mythenwelt von H.P. Lovecraft. Gut, mit "Resident Evil 4", das vor kurzem auch für die PS2 erschien, kann der von Take2 vertriebene Titel nicht mithalten. Für ein paar schaurig-schöne Stunden reicht's aber allemal - zumal das Game mit 45 Euro recht günstig zu haben ist.

Gerd Hilber




Datum: 20.11.2005

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