Daniel Auteuil führt den "Dialog mit meinem Gärtner"
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Dialog mit meinem Gärtner
(tsch) Wenn ein französischer Regisseur im Rentenalter mit zwei Mittfünfzigern einen Film dreht, meint man das Zielpublikum zu kennen. Gut situiert, kulturell interessiert, ruhig etwas distinguiert. Doch Jean Becker überraschte in seiner Adaption des Henri-Cueco-Romans "Dialog mit meinem Gärtner" mit einem liebenswerten Plausch und einer Inszenierung, an der eigentlich alles stimmt. Dabei geht es eigentlich nur um eins: Freundschaft. Die ARD zeigt das Melodram, das 2007 knapp 120.000 Deutsche in die Kinos lockte, nun in Erstausstrahlung.
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Schon dieses Elternhaus, in das der nicht näher benannte bourgeoise Maler (Daniel Auteuil) zurückkehrt, um Ruhe zu finden, ist von verfallener Schönheit. Unbeschnitten wuchert dahinter der Garten, doch der Künstler möchte, Gott weiß warum, ein Beet. Auf seine Annonce, dass er einen Gärtner sucht, meldet sich ein alter Schulfreund (Jean-Pierre Darroussin), der im Dorf geblieben ist. Aus Höflichkeit wird Interesse. Obschon die Männer unterschiedlicher nicht sein könnten, hören sie einander gerne zu. Meist schütteln sie den Kopf, wenn der andere zu Ende geredet hat, aber sie lächeln dabei.
Auch wenn sie wenig verbindet, schweißt der morgendliche Small Talk mit der Zeit zusammen. Sie nennen sich du jardin (Französisch für Garten) und du pinceau (Pinsel). Der Unterschied zu vielen Komödien oder lapidareren Filmen zum Thema Annäherung: Toleranz und Offenheit. Zwei große Worte, die oft nur als Leergut durch einen Film gefahren werden. Becker macht es richtig, indem er im Kleinen beginnt. Während der Großstadtmensch es nicht fassen kann, dass sein Freund jedes Jahr mit seiner Frau in den gleichen Urlaubsort fährt, fragt der Gärtner frei heraus, ob "sie nicht ein bisschen jung" ist. Sie ist das Mädchen, das der Herr Künstler kurzfristig als Muse einquartiert.
Becker wertet nicht, lässt die einfache Gleichung weg, bei der der dumme Intellektuelle immer nur nickt, während er vom anderen mit dem gesunden Menschenverstand lernt. Viel wichtiger ist es, Neues zu begreifen und sich den Dingen zu stellen, die man lieber verdrängt. Wie viel schöner das mit einem Freund ist, zeigt "Dialog mit meinem Gärtner". Mit allen Marotten. So lacht der Maler über den Grätenfriedhof, den du jardin hinterlässt, weil er jeden Tag zur Brotzeit dasselbe isst, statt sich aufzuregen, dass die Heringsreste herrenlose Katzen anziehen könnten.
Obwohl Jean Becker bereits 70 Jahre alt ist, verspürt der Regisseur noch keine Notwendigkeit, seine Arbeit an den Nagel zu hängen. Am 19. März kommt "Tage oder Stunden" in die Kinos, eine Komödie, in der Albert Dupontel ("Odette Toulemonde"), Marie-Josée Croze ("Schmetterling und Taucherglocke") und Pierre Vanec ("Kein Himmel über Afrika") die Hauptrollen übernahmen.
Claas Nielsen
"Dialog mit meinem Gärtner" ist eine herzliche Abhandlung über die Freundschaft zweier unterschiedlicher Mittfünziger (Jean-Pierre Darroussin und Daniel Autueil, links). (ARD / Degeto)
Der Gärtner (Jean-Pierre Darroussin, rechts) trifft einen alten Schulfreund (Daniel Autueil) wieder. (ARD / Degeto)
Der renommierte Maler (Daniel Autueil, rechts) kehrt dem turbulenten Leben in Paris den Rücken - und erneuert eine alte Freundschaft mit seinem Gärtner (Jean-Pierre Darroussin). (ARD / Degeto)
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