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"John Rabe" stellt "Schindlers Liste" in den Schatten

John Rabe

Wenn vom „guten Nazi“ die Rede ist, denkt man an Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg das Leben von 1200 Juden rettete. John Rabe, ebenfalls Mitglied der NSDAP, wird der „Oskar Schindler Chinas“ oder einfach „der zweite Schindler“ genannt. Der Hamburger Geschäftsmann rettete während des Massakers von Nanking 250.000 Chinesen vor den japanischen Soldaten. Und doch ist sein Name nicht jedem ein Begriff. Der deutsche Regisseur Florian Gallenberger, dessen Kurzfilm „Gestohlene Träume“ 2001 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, setzte dem deutschen Helden mit „John Rabe“ ein filmisches Denkmal. Das Biopic mit Ulrich Tukur in der Titelrolle war der große Sieger beim Bayerischen Filmpreis und startet am 02. April 2009 im Kino.

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Regie: Florian Gallenberger
Hauptdarsteller: Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Steve Buscemi
Kinostart: 02. April 2009
Verleih: Majestic

1996 wurden die Tagebücher des Hamburger Kaufmanns unter dem Titel „John Rabe: Der gute Deutsche von Nanking“ veröffentlicht: 800 Seiten Geschichte direkt von der Quelle. Auf seinen Schriften basiert Gallenbergers Historiendrama.

Das Faszinierende an der Geschichte von John Rabe ist in erster Linie sicher die unglaubliche Zivilcourage eines Mannes, der sich für ein fremdes Volk einsetzte, ohne überhaupt irgendein Interesse an Politik zu haben. Der Geschäftsmann, der als Vertreter von Siemens in Nanking lebte, richtete mit den dort verbliebenen Ausländern eine internationale Schutzzone ein. Dort wurden Abertausende Einheimische gerettet, als die Japaner 1937 in China einfielen und ein Blutbad anrichteten, das 200.000 Chinesen das Leben kostete.

Faszinierend ist auch die Tatsache, dass es seine NSDAP-Mitgliedschaft war, die Rabe zu dieser humanen Tat verhalf. Denn der Tatsache, dass sein Land im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter Japans war, verdankte der Deutsche so manche Freiheiten, die er sich herausnehmen konnte. So spannte er etwa eine riesige Hakenkreuz-Fahne über sein Grundstück, die dieses als bombensicher markierte und unter die sich nachts Flüchtlinge schlafen legten.

Die Realisierung des Filmprojekts war ein zweieinhalbjähriges Krisenmanagement. „John Rabe“ wurde in einem halbabgerissenen Viertel von Shanghai gedreht. Wie schwierig die lange Suche nach Genehmigungen in dem kommunistischen Land war, erzählte Gallenberger unlängst in einem Interview. Und doch schafften es der Regisseur und seine Crew, Verbündete zu finden, die den Film ermöglichten. Wegen all der Schwierigkeiten, die der Crew von seiten der chinesischen Regierung bereitet wurden, stieg das Budget der ohnehin kostspieligen Produktion auf 17 Millionen Euro.

Der Regisseur setzte bei „John Rabe“ auf große Inszenierung. Auf den veröffentlichten Fotos zum Film sieht das deutsche Drama wie eine Hollywood-Produktion aus: aufwendige Kostüme, authentische Drehorte, Tausende Statisten. Gallenbergers Film hat dadurch gute Chancen, einen internationalen Erfolg zu genießen. Besonders jetzt, da „Operation Walküre“ das Interesse der Welt an deutschen Helden geweckt hat.

Vanya Müller


Das offizielle Plakat zum Film. Foto: Majestic
Das offizielle Plakat zum Film. Foto: Majestic

John Rabe (Ulrich Tukur) stellt sich mit Dr. Robert Wilson (Steve Buscemi) schützend vor den Eingang zur Sicherheitszone. Foto: Majestic
John Rabe (Ulrich Tukur) stellt sich mit Dr. Robert Wilson (Steve Buscemi) schützend vor den Eingang zur Sicherheitszone. Foto: Majestic

Dr. Robert Wilson (Steve Buscemi) leitet das Krankenhaus von Nanking. Mit Valérie (Anne Consigny) ist er Gast auf John Rabes Abschiedsball. Foto: Majestic
Dr. Robert Wilson (Steve Buscemi) leitet das Krankenhaus von Nanking. Mit Valérie (Anne Consigny) ist er Gast auf John Rabes Abschiedsball. Foto: Majestic

Datum: 02.02.2009

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