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Stephen King light: "The Green Mile"

The Green Mile

(tsch) Der Amerikaner Frank Darabont gab mit der Stephen-King-Verfilmung "Die Verurteilten" (1994), die im Gefängnismilieu angesiedelt ist, ein beachtliches Spielfilmdebüt. Fünf Jahre später wagte sich der Regisseur erneut an die filmische Umsetzung eines Bestsellers des Horrors-Meisters. "The Green Mile" heißt das Drei-Stunden-Werk nach dem gleichnamigen Fortsetzungsroman und steht, wie schon die "Verurteilten", außerhalb der Gruseltradition Kings. Stattdessen menschelt es in dieser Mixtur aus Drama und Thriller heftig. vox holt den Film aus dem Archiv.

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Der Regisseur lässt Kings Plädoyer gegen die Todesstrafe in einem Altenheim beginnen. Ein alter Mann bricht dort in Tränen aus, während er einen Streifen mit Fred Astaire und Ginger Rodgers sieht. Er erzählt schließlich einer Freundin seine Lebensgeschichte, an die ihn die Tanzszene erinnerte. Mitte der 30er-Jahre arbeitete Paul Edgecomb (Tom Hanks) als Wärter im Todestrakt der Strafanstalt Cold Mountain in Louisiana. Damals wünschte sich ein Häftling, eben diesen Musikfilm sehen zu dürfen.

Paul und seine Kollegen gewähren den Todeskandidaten den letzten Willen und vollstrecken die Hinrichtung. Das gehört zu ihrem Arbeitsalltag, den Regisseur Frank Darabont ausführlichst schildert. Die Wärter der "Green Mile" (so wird der mit grünem Linoleum ausgelegte Gang zur Hinrichtungsstelle genannt) verrichten ihren Job dienstbeflissen, so menschlich es eben geht. Dabei hinterfragen sie die nicht mehr rückgängig zu machende Strafe nicht. Stattdessen warten sie den elektrischen Stuhl und polieren das Todeswerkzeug, dessen Funktionsweise mehrfach vorgeführt wird, auf Hochglanz. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen ihnen und den Verurteilten, die auf die Vollstreckung warten, so etwas wie eine Beziehung.

Der unbestrittene Sympathieträger von "The Green Mile" ist jedoch der riesenhafte John Coffey (Michael Clarke Duncan), den der Fiesling Percy (Doug Hutchinson) unter lautem "Dead Man Walking"-Rufen in seine Zelle führt. Coffey ist wegen Mordes an zwei kleinen Mädchen verurteilt worden. Mit überdimensionaler Latzhose, zu engem T-Shirt und kindlicher Angst vorm Dunkeln ausstaffiert, kann dieser schwarze Junge allerdings niemals zu dieser brutalen Tat fähig sein. So wird John Coffey zum Märtyrer, der zu allem Überfluss auch noch heilende Kräfte besitzt.

Da Romanverfilmungen mit Tom Hanks bald schon traditionell zu Kassenschlagern werden, ist es nicht weiter verwunderlich, dass er immer wieder für solche besetzt wird: So schlüpft er am 14. Mai wieder in die Rolle des Symbologen Robert Langdon, der nach der Entschlüsselung des "Da Vinci Codes" (2006) von Dan Brown nun die "Illuminati" jagt.

Tom Ruder


Gefängniswächter Edgecomb (Tom Hanks) begleitet die Häftlinge auf ihrem letzten Weg zum elektrischen Stuhl.
Gefängniswächter Edgecomb (Tom Hanks) begleitet die Häftlinge auf ihrem letzten Weg zum elektrischen Stuhl. (vox)

Ist Wunderheiler John Coffey (Michael Clarke Duncan) tatsächlich ein Mörder?
Ist Wunderheiler John Coffey (Michael Clarke Duncan) tatsächlich ein Mörder? (vox)

Todeskandidat William Wharton (Sam Rockwell, rechts) würde seinen sadistischen Wärter Percy (Doug Hutchinson) am liebsten umbringen.
Todeskandidat William Wharton (Sam Rockwell, rechts) würde seinen sadistischen Wärter Percy (Doug Hutchinson) am liebsten umbringen. (vox)

Datum: 26.02.2009

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