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Knallhart(tsch) "Ich spiele einfach gern", sagt er und brachte es so vom Neuköllner Prügelknaben zum Leinwand-Liebhaber von Kate Winslet. Das ist die steile Karriere des David Kross. Am Tag des Kinostarts der internationalen Bernhard-Schlink-Verfilmung "Der Vorleser", mit Kross als Hauptdarsteller, ist er in der ARD noch einmal in seiner ersten großen Rolle zu sehen: in Detlev Bucks "Knallhart" (2006). Nachdem der heute 18-Jährige außerdem den Titelhelden in Marco Kreuzpaintners Preußler-Verfilmung "Krabat" gespielt hatte, setzte Regisseur Buck die Zusammenarbeit mit ihm fort: "Same Same But Different", nach einer wahren Liebesgeschichte in Kambodscha, wurde kürzlich abgedreht. Anzeige So schnell kann's gehen. Da zieht man ein paar Kilometer weiter östlich, und schon ist man als 15-Jähriger in eine bedrohlich fremde Welt geworfen, in der es nur um eines geht: ums Überleben. Michael Polischka wohnt jetzt in Neukölln - wie es ihm dort geht, zeigt Buck in seiner Romanadaption "Knallhart", die etwa 160.000 Zuschauer ins Kino lockte. Ein preisgekrönter Großstadt-Film, in dem es weniger zu lachen gibt, als man es vom Regisseur smarter Komödien wie "Männerpension" und "Wir können auch anders" bisher gewohnt war. Polischka (David Kross) wächst ohne Vater auf. Gemeinsam mit seiner Mutter Miriam (Jenny Elvers-Elbertzhagen hinterlässt als egozentrische, aber keineswegs gefühllose Mutter einen sehr guten Eindruck) lebt er - nach dem Rausschmiss bei ihrem reichen Lover - in einer heruntergekommenen Bude in Neukölln. Miriam ist vor allem damit beschäftigt, einen neuen Partner zu finden. Darüber vergisst man schon mal, dass der Sohn gerade in eine harte Schule geht und durch eine knallharte Schule muss. Die Kamera weicht nicht von Kross' Seite, bleibt immer auf sein Gesicht gerichtet, dem man so wenig Emotion ansieht. Dieses ehrliche Gesicht und die vielen kleinen Kniffe des erfahrenen Regisseurs lassen "Knallhart" gelingen. Michael wirkt weich, geduldig. Er ist nicht dumm. Doch Intelligenz zählt nicht, wenn ihm Erol (Oktay Özdemir) und seine Gang Schläge androhen. Nach einer kurzen Leidensphase hat Polischka mehr Glück als Verstand. Zumindest glaubt er das, als er die Chance bekommt, für den Drogendealer Hamal (Erhan Emre) arbeiten zu können. "Knallhart" ist eine Geschichte, bei der man von Anfang an weiß, dass sie nicht gut ausgehen wird. Das Beklemmende daran: Man erkennt weder rechts noch links der Handlung einen wirklichen Ausweg. Die Rolltreppe kann nur abwärts führen. Der Film bietet keine Lösungen an, und auch Buck weiß keine eindeutige Antwort: "Vielleicht braucht es mehr Geld, damit die Schule ein Ort ist, an dem man reden kann, an dem nicht nur Mathe unterrichtet wird", sagt er. "Vielleicht sollte man auch die engagierten Lehrer, wie meinen im Film, honorieren; und den lustlosen, ausgebrannten hingegen Freizeit geben, damit sie Luft holen und die Frage beantworten können, ob sie den richtigen Job haben." Mona Petri |
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