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Girl-Pop at its best: "It`s Not Me, It`s You" von Lilly Allen

Lily Allen It's Not Me, It's You

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Ob Gottes Lieblingsband tatsächlich Creedence Clearwater Revival ist? Lily Allen behauptet das einfach mal. Außerdem hat der Schöpfer genug davon, dass immer noch Menschen in seinem Namen sterben. "Him", der Song, in dem die 23-jährige Sängerin diese fast schon anmaßenden Feststellungen trifft, beweist exemplarisch zwei Dinge. Zum einen, dass Lily Allen sich nicht nur in der Öffentlichkeit traut, ihre Gedanken ohne jegliche Selbstzensur laut auszusprechen. Vor allem aber, dass hinter dem eingängigen Girl-Pop ihres zweiten Albums "It's Not Me, It's You", hinter all den Boulevard-Geschichtchen und -Skandälchen eine nachdenkliche und durchaus ernst zu nehmende Künstlerin steckt.

Während Lily Allen in Großbritannien seit ihrem 2006-er Debütalbum "Alright, Still" als veritabler Popstar gilt, kennt man die Sängerin hierzulande bislang hauptsächlich bis ausschließlich aus den Schlagzeilen der Klatschpresse. So landete sie zwar mit ihrer ersten Single "Smile" einen fröhlichen kleinen Reggae-Pop-Sommerhit, kam "LDN" in einem deutschen Telefon-Werbespot zu kommerziellen Ehren. Aber ihr Verhalten in der Öffentlichkeit war definitiv auffälliger als ihre Musik. Mit "It's Not Me, It's You" sollte sich das ändern.

Denn das Album ist im besten Sinne vielschichtig und ansprechend. So passt etwa die Vorabsingle "The Fear" natürlich im Radio bestens zwischen Kylie Minogue und Katy Perry, ist perfekt produzierter Girl-Pop, der mit wuchtigen Beats, flächigen Synthies und einer lieblichen Akustikgitarre spielt. Aber eben auch ein Song, in dem Lily Allen ihren eigenen Celebrity-Status und die daraus resultierende Ratlosigkeit, Verwirrung und Angst reflektiert.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem locker-swingenden "22", in dem sie den Jugendwahn moderner Gesellschaften kritisiert. Und vom fröhlichen, extrem frech Burt Bacharachs "Close To You" zitierenden "F*** You" abgesehen, gibt sich die Sängerin auch musikalisch weniger verspielt, klingt nachdenklicher als auf ihrem Debüt.

Und so stehen eingängige Melodien, die eine gewisse Angepasstheit an den Pop-Mainstream beweisen, neben den stets offenherzigen, manchmal sogar klugen Texten. Ein einheitliches Bild von Lily Allen zeichnet "It's Not Me, It's You" deshalb kaum. Sie allerdings nur als schillernden Popstar oder großmäulige und kratzbürstige Skandalnudel abzutun, geht ab sofort nicht mehr so einfach.

Stefan Weber


Datum: 10.02.2009

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