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Mando Diao wirken in "Give Me Fire" erwachsener

Mando Diao Give Me Fire

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Fünf Schweden mit schwarzen Lederjacken, guten Frisuren, rebellischer Attitüde und einer ausgeprägten Leidenschaft für Garagen-Rock und Retro-Sounds. Wer wollte, brauchte für Mando Diao kaum mehr als einen Satz (zu verschwenden). Beim Versuch ihr fünftes Album "Give Me Fire" auf einen so kleinen Nenner zu bringen, wird man sich schwer tun. Egal ob als skeptischer Kritiker oder als eingeschworener Fan.

Wo ihr letztes Album "Never Seen The Light Of Day" in seinen Richtungs- und Tempowechseln noch seltsam skizzenartig und teilweise unfertig anmutete, geht das Quintett jetzt jeden Schritt konsequent bis zum (bitteren) Ende. Das beginnt schon mit dem Stoner-Rock von "Blue Lining White Trenchcoat", selten zuvor hämmerte ein Piano, dröhnten die Gitarren bei Mando Diao psychotischer. Und die gleich darauf folgende Vorabhitsingle "Dance With Somebody" zeigt in der Albumversion ihr auf einem funky Basslauf gegründetes Disco-Fundament noch deutlicher auf.

Dass die Schweden hier ihre Lederjacken gegen Glamour-Outfits tauschen, ist aber bezüglich des Albums nur die halbe Wahrheit. Um diese zwar nicht in einem Satz, aber einem Bild zu formulieren, könnte man sagen: Mando Diao haben mit Hilfe des Pop-Produzententrios The Salazar Brothers ihre Garage blitzeblank geputzt, gefallen sich nicht mehr länger nur in rebellischen Rocker-Posen. Sondern wie in "Gloria" auch als große Entertainer à la Tom-Jones, die auf üppige Las-Vegas-Streicher nicht verzichten wollen. Oder als The-Kinks-Nachfolger, die sich für einen Song wie "Mean Street" Seele und Rhythmus von "You Can't Hurry Love" aneignen. Beim Oberschmachtfetzen des Albums namens "Crystal" grenzt ihre Annäherung an Barry Manilow oder Neil Diamond allerdings schon an eine Karikatur.

Die unbedingte (Ein-)Dringlichkeit bis hin zum überzogenen Rock-Pathos, mit der sich die fünf Schweden in jeden ihrer Songs werfen, bleibt auch auf "Give Me Fire" ein Markenzeichen. Und Mando Diao sind natürlich in erster Linie immer noch eine Rockband. Die aber beweist, dass ihr nicht nur schwarze Lederjacken stehen.

Stefan Weber


Datum: 16.02.2009

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