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Fulminantes Comeback: The Prodigy mit "Invaders Must Die"

The Prodigy Invaders Must Die

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Klar, die Band und Hardcore-Fans argumentieren anders. Beide bestreiten, dass The Prodigy überhaupt jemals weg waren. Zugegeben: Es gab Singles, ein Best-Of- und ein reichlich unnötiges Album, das Mastermind Liam Howlett ohne seine Bandkollegen fertigstellte. Aber "Invaders Must Die" ist dennoch in vielerlei Hinsicht ein Comeback der Elektro- und Big-Beat-Pioniere der 90er-Jahre. Das - wie so viele andere Rückkehrversuche einstiger musikalischer Innovatoren - die Hörerschaft spalten dürfte.

Unbestritten sollte jedoch sein, dass es The Prodigy nur zum Vorteil gereicht, nun wieder für jedermann sichtbar als Trio an den Start zu gehen. Ohne den tanzenden Teufel Keith Flint und den kaum minder Furcht einflößenden MC Maxim fehlten The Prodigy bei "Always Outnumbered, Never Outgunned" nicht nur die Stimmen, sondern auch die Gesichter mit Wiedererkennungswert.

Und glücklicherweise sorgt das Trio auch musikalisch wieder für Aha-Effekte. Denn allen, die sich nicht erst durch den Big-Beat-Meilenstein "The Fat Of The Land" in völliger Ekstase und Ergebenheit der Band zuwendeten, wird "Invaders Must Die" sicher einen nostalgischen und rauschenden Rave bescheren. Die Vorabsingle "Omen" ist diesbezüglich prototypisch für das Album. Da zucken die Breakbeats, heulen die Synthies, werden Effekte aufeinander gepackt, plärrt Flint seine dreckig-düsteren Parolen wie zu besten Zeiten Anfang der 90er-Jahre.

Höhepunkt des Albums ist aber das vergleichsweise reduzierte "Run With The Wolves", bei dem die Schlagzeug-Skills von Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohls auf sägende Gitarrenriffs treffen und zu einem Highspeed-Drum'n'Bass-Brecher werden. Tiefpunkt der Selbstzitate hingegen ist "Take Me To The Hospital", bei dem das Trio ungeniert seinen eigenen Hit "Out Of Space" wieder aufleben lässt.

Nachgeborene und weniger Eingeschworene wird das allerdings kaum berühren. Wie "Invaders Must Die" auf jene Zielgruppe insgesamt in seiner überladenen Effekthascherei reichlich anachronistisch wirken dürfte. Gut, den Hardrock-Riffs des Titeltracks wird man eine gewisse aktuelle Berechtigung zuerkennen, haben Justice, Ratatat und andere angesagte Beatbastler diese doch unlängst wieder salonfähig gemacht.

Aber die Zeit musikalischer Innovation mag für The Prodigy eben auch vorbei sein. Wer sich daran nicht stört: Wilde Partys feiern können The Prodigy, kann man mit The Prodigy immer noch.

Stefan Weber


Datum: 22.02.2009

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