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Grandmaster Flash zeigt sich in "The Bridge" zu zahm

Grandmaster Flash The Bridge

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Seine ersten Plattenspieler besorgte sich Joseph Saddler vom Schrottplatz. Als er 1976, als 18-Jähriger, mit seinen Experimenten (Cutting, Backspinning) an den Plattentellern begann, steckte das Genre, für dessen Bekanntwerden er hauptverantwortlich war, noch in den Kinderschuhen. Mit "The Message" schuf Grandmaster Flash zusammen mit The Furious Five 1977 einen Hit, der heute zum Kanon der HipHop- und zugleich Pop-Historie zählt. Noch immer reist der inzwischen 51-jährige Veteran um die Welt und beglückt seine Anhängerschaft mit der Urform des DJings. 25 Jahre nach seinem letzten Studioalbum präsentiert der Meister seines Fachs jetzt "The Bridge". Aber so bedeutsam der DJ für den HipHop auch ist, die Konzeption eines Albums zählt nicht zu den Stärken von Joseph Saddler.

Die Qualitäten eines DJs liegen in der Live-Performance, darin Stimmungen zu erkennen und auf diese zu reagieren. Die Produktion eines Albums hingegen, das als musikalisches Ganzes, außerhalb eines Clubs funktionieren soll, erfordert Bedachtheit. Auch Grandmaster Flashs "The Bridge" steht vor dem Problem der Unvereinbarkeit von Spontanität und durchdachter Planung, so wie viele DJ-Alben.

Der Kompromiss, den die Legende eingehen musste, äußert sich in Mittelmäßigkeit. "Shine All Day" mit Q-Tip, Jumz und Kel Spencer ist nett, aber nichts weiter. Ein belangloses und weiches Instrumental, auf dem die MCs der Weiblichkeit huldigen. Auch "Swagger" das mit Red Café, Snoop Dogg und Lynn Carter namhafte Künstler auffährt, lässt DJ-Skillz außen vor und bläst in ein ähnlich schwach trötendes Horn.

Ein Lichtblick ist hingegen "Bounce Back". Hier entschädigt Busta Rhymes' vogelwilder Flow für die Langeweile und die Standardschemata der Beats. "Tribute To The Breakdancer" führt die Freestyle-Legende Supernatural zurück in die alten Tage, während "Here Comes My DJ" endlich mal ein reiner DJ-Track ist, dem das Spiel an Pult und Tellern deutlich anzumerken ist.

Wie der Großmeister Brücken baut, das verdeutlicht "We Speak HipHop" mit seinem exotischen Line-Up: Der spanisch spittende Kase-O, der Japaner Maccho, Abass aus dem Senegal und der schwedische Afasi repräsentieren ihre kulturellen Hintergründe mit einem Oldschool-Break und dem Teacher KRS-One im Rücken.

Daniel Heim


Datum: 22.02.2009

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