Neuer BBC-Dreiteiler von Jane Austens "Sinn und Sinnlichkeit"
.
Sinn und Sinnlichkeit
(tsch) Barocke Herrensitze, die Steilküste von Devonshire in all ihrer Romantik, auf Pferden reitende Menschen. Dazu Streicherklänge, Verlobungsversprechungen und Kostüme vom Feinsten. Kommt einem bekannt vor? - Nein, diesmal ist nicht die notorisch auffällige Rosamunde Pilcher im Spiel, sondern die wegen ihrer genauen, teils humorvollen Beschreibung des großbürgerlichen, halbadligen Frauenlebens im 19. Jahrhundert hochangesehene Britin Jane Austen.
Anzeige
ARTE zeigt "Sinn und Sinnlichkeit", eine weitere Neuverfilmung ihres frühen Romans. Ang Lees Kinoversion von "Sense And Sensibility" (mit 19 geschrieben, aber erst 1811 posthum veröffentlicht) brachte es 1996 nicht nur zur siebenfachen Oscarnominierung (eine setzte sich gegen "Braveheart" durch: als "Bestes adaptiertes Drehbuch"), sondern auch zum Golden Globe und zum Goldenen Berliner Bären. Wohl dem, der sich da zehn Jahre später schon wieder eine (multiple) Fernsehadaption leisten kann. Die BBC (mit amerikanischer Hilfe) jedenfalls leistete sich das - einfach mal so.
Die BBC-Fassung wird mal als Dreiteiler (wie nun bei ARTE, um 21.00 Uhr, 21.50 Uhr und 22.40 Uhr) präsentiert. Die klugen Producer dachten aber auch an andere Formate: der Stoff lässt sich auch als Film (175 Minuten) oder als Serie zeigen.
Hauptursache für die opulente Neuverfilmung soll aber, wie die Produzentin Anne Picevic wissen ließ, die Überalterung der Hauptdarstellerinnen in der Ang-Lee-Version gewesen sein. In der Tat hatte dort die bereits 34-jährige Emma Thompson die 19-jährige Bürgerstochter Elinor gespielt, und auch Kate Winslet übertraf die Figur ihrer 17-jährigen Schwester Marianne um Jahre.
In der neuen Fernsehversion (mittlerweile auch hierzulande als DVD erschienen) wird nun alles ins rechte Alterslot gerückt. Außerdem griff der Drehbuchautor Andrew Davies Jane Austen dahingehend unter die Arme, dass er den von der Ur-Autorin vernachlässigten männlichen Figuren mehr Charakter und Gewicht verlieh.
Das eignet sich im Ergebnis vorzüglich für unwirtliche Wintersonntage vor dem Kamin. Jetzt, im März, kommt das fast schon ein wenig zu spät. Man sieht die mit Feingefühl ausgesuchten Kostüme und Hutkreationen, erwärmt sich an fein ausgeleuchteten Innenräumen, an Möbeln und Porzellan. Auch natürlich am Getrappel der Kutschen und Pferde.
Nicht nur Sinn und Sinnlichkeit ("Verstand und Gefühl" müsste es eigentlich richtig heißen) sind hier nach der Art der Dashwood-Schwestern, der klarsichtigen Elinor (Hattie Morahan) und der romantischen Marianne (Charity Wakefield), sauber geschieden. Man bekommt dazu auch gleich den Unterschied zwischen Guten und Bösen deutlich serviert, wenn die üble Schwägerin nach dem Tod des Vaters die Dashwoods vom elterlichen Herrensitz weist, um selbst das Schloss in Besitz zu nehmen.
Doch gleich macht eine gute Seele in einem anderen Schloss am Meer neuen Mut, verspricht sie doch ("eine Autorität auf diesem Gebiet") für die im Zentrum des Geschehens stehenden Dashwood-Schwestern "bis zum Jahresende einen neuen Ehemann" zu finden. Wenn das dann doch etwas länger dauern sollte, so erfüllt sich die Prophezeiung am Ende. Man hat es schon am Anfang beim Auftauchen des wackeren Pfarrersanwärters Edward geahnt - eines wohlgeformten Gutmenschen, wie es ihn so eben nur in Romanen gibt.
Die Hauptdarsteller(innen) sind längst allesamt Royal-Shakespeare-Company- und BBC-bewährt und zudem mit allerlei britischen TV-Awards versehen. Nur bekommt man davon in der deutsch synchronisierten Version eher wenig mit. Die böse Erbin zu Beginn ist jedenfalls gleich eine über die Maßen schrille Krähe. - Man darf also mit Wonne bereits der nächsten, dann hoffentlich abermals verjüngten Austen-Verfilmung entgegensehen. Und ist gespannt, wann sich das die inzwischen recht klamme alte Lady BBC wieder leisten kann.
Wilfried Geldner
Mrs. Dashwood (Janet McTeer, links) mit ihren Töchtern Elinor (Hattie Morahan, Mitte) und Marianne (Charity Wakefield) werden aus ihrem Herrensitz vertrieben.. (ARTE F / Mike Hogan / BBC 2007)
Mrs. Dashwood (Janet McTeer, zweite von rechts) muss gemeinsam mit ihren Töchtern ein Cottage in Devon beziehen: Elinor (Hattie Morahan, links), Marianne (Charity Wakefield) und Margaret (Lucy Boynton, rechts). (ARTE F / Mike Hogan / BBC 200)
Mrs. Dashwood (Janet McTeer, Mitte) hat mit ihren Töchtern Elinor (Hattie Morahan, links) und Marianne (Charity Wakefield) ein kleines Cottage an der Küste von Devonshire bezogen. Jetzt lebt man von einem kleinen Budget. (ARTE F / Mike Hogan / BBC 200)
Regisseur Sam Raimi ist dem jüngeren Publikum als der Macher der „Spider Man“-Trilogie bekannt. Doch das Comic-Genre ist nicht sein Spezialgebiet. Seit seiner legendären Splatter-Reihe „The Evil Dead“ ...
Wahre Freundschaft: Tim Burton und Hollywood-Star Johnny Depp sind wirklich unzertrennlich. Im nächsten Jahr stehen für die beiden gleich zwei gemeinsame Projekte an: Wie der Kultregisseur ("Edward mit ...
„Public Enemies“ ist ein gelungener Film, kein Zweifel. Angesichts der Tatsache jedoch, dass hinter der Kamera kein geringerer als Michael Mann stand, ist diese Bewertung schnell relativiert. Denn der ...
Schon als Kind war er von der amerikanischen Verbrecher-Ikone John Dillinger fasziniert. "Ich kann es nicht genau erklären, es war einfach so: Er hat mich auf gewisse Weise angesprochen", sagt Johnny Depp ...
So einen wie Terry Gilliam gibt es kein zweites Mal. Seine Werke bewegen sich jenseits jeglicher Filmgesetze und -Regeln. Er ist einer der wenigen in der Filmbranche, die sich einfach alles erlauben können. ...
Ob es am Rum liegt? Johnny Depp bestätigte nun auf einer Disney-Fan-Veranstaltung, dass er tatsächlich im vierten Teil der "Pirates Of The Caribbean"-Reihe mitspielen werde. In "On Stranger Tides" soll ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream