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"Das geheime Fenster" bietet keine Überraschungen

Das geheime Fenster

(tsch) Es ist, wie soll es anders sein, eine One-Man-Show: Johnny Depp spielt sich mal wieder in einen Rausch und gibt in David Koepps Stephen-King-Verfilmung "Das geheime Fenster" (2004) Ton und Tempo vor. Als völlig verpeilter Schriftsteller auf dem Lande wird der inzwischen 45-Jährige nur gelegentlich von Maria Bello und John Turturro flankiert und darf sich ansonsten alleine auf der Leinwand austoben. Wobei - ganz alleine ist man bei Stephen King ja nie, so auch nicht in diesem Netz aus entstellter Wahrheit, Vermutungen, Bedrohungen, Angst und Alkoholdelirium, das kabel eins nun wiederholt.

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Der Schriftsteller Mort Rainey (Depp) ist beruflich erfolgsverwöhnt, hat sich privat aber gerade mit einer unschönen Geste von seiner Frau Amy (Maria Bello) getrennt. Er lebt zurückgezogen, als einsamer, missverstandener Künstler, in einem genretypischen Landhaus, weit weg von den Menschen. Zunächst ist es lediglich die Haushälterin, die in seine Privatsphäre eindringen darf. Das ändert sich schlagartig, als John Shooter (John Turturro) auftaucht und den Schriftsteller des Plagiats bezichtigt.

Als Rainey seine Unschuld beteuert, gibt ihm Shooter ein paar Tage Zeit, die Beweise aus der Stadtwohnung zu beschaffen. Sollte ihm das nicht gelingen, würde er schon sehen, wozu ein verrückter Hinterwäldler im Stande ist. Aber Rainey schafft es nicht, da seine Stadtwohnung in Flammen aufgeht. Und dass Shooter wirklich keinen Spaß versteht, beweist er zuallererst an Raineys geliebtem Hund.

Fortan schickt Regisseur David Koepp seinen ohnehin schon labilen und von Wahnvorstellungen gebeutelten Protagonisten in eine immer wechselvolle, aber nie wirklich spannende Jagd nach der Unschuld. Amys neuer Liebhaber Ted (Timothy Hutton) spielt eine immer stärker werdende Rolle, der senile Sheriff des Ortes will von nichts wissen, und Raineys treuer Privatdetektiv ist alles andere als ein Vorzeigeagent. Bald weiß man nicht mehr, wo vorne und hinten ist, hat die Geschichte aber dennoch schon lange durchschaut.

Zu plump sind die Plotwendungen, zu offensichtlich die Fallen, die das Skript auslegt. Geheim ist gar nichts mehr, obwohl es der Filmtitel suggerieren will. Einzig Johnny Depp bemüht sich, den Zuschauern noch ein wenig Sehvergnügen zu schenken. Mehr darf sich das Publikum wohl von "Public Enemies" erhoffen, einem 30er-Jahre-Drama von Michael Mann, das am 9. Juli in die Kinos kommt. Depp gibt darin den skrupellosen Gangsterboss John Dillinger, der von FBI-Agent Melvin Purvis ("The Dark Knight" Christian Bale) endlich dingfest gemacht werden soll.

Bernd Fetsch



Der erfolgreiche Autor Mort Rainey (Johnny Depp) steckt gerade in einer tiefen Lebenskrise inklusive Schreibblockade. Da taucht ein Fremder bei ihm auf ...
Der erfolgreiche Autor Mort Rainey (Johnny Depp) steckt gerade in einer tiefen Lebenskrise inklusive Schreibblockade. Da taucht ein Fremder bei ihm auf ... (kabel eins / Sony Pictures)

Schon bald muss sich Mort (Johnny Depp, links) fragen, ob Shooter (John Turturro) lediglich ein Wahnsinniger ist, der Amok läuft, oder ob jemand anderes hinter den mysteriösen Unfällen steckt.
Schon bald muss sich Mort (Johnny Depp, links) fragen, ob Shooter (John Turturro) lediglich ein Wahnsinniger ist, der Amok läuft, oder ob jemand anderes hinter den mysteriösen Unfällen steckt. (kabel eins / Sony Pictures)

Seit der Trennung von seiner Frau badet der Krimiautor Mort Rainey (Johnny Depp) im Selbstmitleid. In seinen wenigen wachen Momenten beschäftigt er sich mit Kartoffelchips und mit seinem Hund.
Seit der Trennung von seiner Frau badet der Krimiautor Mort Rainey (Johnny Depp) im Selbstmitleid. In seinen wenigen wachen Momenten beschäftigt er sich mit Kartoffelchips und mit seinem Hund. (kabel eins / Sony Pictures)

Datum: 10.03.2009

Artikel ID 212678

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