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More of the same: "Silent Hill: Homecoming"

Horror von der Stange

Mit dem neuen Entwicklerteam Double Helix Games versucht Konami, der Survival-Horror-Serie "Silent Hill" im fünften Teil "Homecoming" neuen Schrecken einzuhauchen.

(mb/tsch) „Silent Hill“ sucht mit „Homecoming“ den Weg zurück zu den Wurzeln. Auf PC, Xbox 360 und PS3 soll nun der neue „Silent Hill“-Teil für Gänsehaut sorgen. Dies gelingt „Homecoming“ jedoch nur bedingt. Trotz mancher Erneuerungen (erfreulich: Die Kampffähigkeiten des des Helden wurden erweitert) versammelt das neue Horror-Spektakel viele alte Klischees des Genres: Wieder zu sehen sind die gesichtslosen Krankenschwester, die mordenden Mutantenhunde und der gute alte Nebel soll wieder mal für eine geheimnisvolle und unheimliche Atmosphäre sorgen... Aus diesem Grund bietet sich das Survival-Horror-Spiel „Homecoming“ nicht für Spieler an, die sich in diesem Genre zu Hause fühlen. Bei allen anderen, die das noch nicht so gut kennen, wird sich auch die Angst einstellen können, denn schlecht gemacht ist „Homecoming“ nicht.

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Alex Shepherd ist traumatisierter Kriegsveteran und absolviert gerade seinen Reha-Aufenthalt in einem ziemlich ungemütlichen Krankenhaus. Geplagt von Albträumen, in denen sein jüngerer Bruder Josh eine entscheidende Rolle spielt, bleibt Alex jedoch auch in den düstersten Operationssälen erstaunlich cool. Es juckt ihn wenig, wenn über ihm plötzlich die Deckenverkleidung herunterkracht und ihm unvermittelt ein Fleischklumpen vor dem Gesicht herumbaumelt. Und auch in seinem Heimatörtchen Sheperd's Glen, unweit der Kleinstadt Silent Hill, kann ihn offenbar nichts schocken ...

Kein Wunder: Alex geht es eben wie dem Spieler - er hat solche Szenarien wahrscheinlich vorher schon in Dutzenden anderer Survival-Horror-Spiele gesehen. Der fünfte Teil der "Silent Hill"-Reihe ist insofern ein "Homecoming", als es all die bekannten Klischees des Genres auch nur wieder zu einer neuen, blutigen Melange zusammenrührt: von gesichtslosen Krankenschwestern über mordlustige Mutantenhunde, vom irren Gestöhne und Gestammel aus den Surround-Boxen bis hin zum Nebel, der bedeutungsschwanger durch die Straßen der Kleinstadt wabert.

Die wenigen Puzzles fahren ebenfalls herkömmliche Kost auf: Gleich zu Anfang kommt das große Gähnen angesichts der Aufgabe, den Zahlencode zum Öffnen einer Gittertür zu finden. Die meisten Puzzles zeichnen sich weniger durch raffiniertes Design als vielmehr durch die langen Laufwege aus, die man zu ihrer Lösung zurücklegen muss. Was zudem im Gedächtnis bleibt: die vielen verschlossenen Türen, die Alex abklappern muss, bis er entdeckt, wo es weitergeht ...

Erfreulich ist einzig, dass die Kampffähigkeiten des Helden erweitert wurden: in "Homecoming" bedient er sich nicht nur unterschiedlicher Waffen - anfangs nutzt er lediglich ein Messer, später kommen Axt, Stahlrohr und diverse Schusswaffen hinzu - sondern kann auch gegnerischen Attacken ausweichen oder diese blocken. So ergeben sich taktische Möglichkeiten, die weit über die reine Klopperei hinausgehen. Trotzdem: Angesichts der wenigen unterschiedlichen Gegnertypen hält sich auch hier die Abwechslung in Grenzen. Ärgerlich zudem, dass Munition stets äußerst knapp ist und die wenigen Speicherpunkte meilenweit voneinander entfernt liegen.

Als Spieler steuert man den Helden aus der Verfolgerperspektive durch eine düstere Welt aus matschigen Texturen. Die meisten Gegenstände sind manipulierbar, was die Entwickler allerdings kaum für das Gameplay nutzten - so lassen sich Stühle lediglich umwerfen, nicht aber als Werkzeug oder Waffe einsetzen. Die PC-Version des Spiels läuft zudem nicht 100-prozentig stabil und stürzt gelegentlich ab. Auch beim Umstellen der Grafikauflösung im Optionen-Menü verabschiedet sich "Silent Hill" auf den Windows-Desktop. Wer nicht mit der wenig berauschenden 800x600-Optik vorlieb nehmen will, muss hier schon selbst Hand an die Config-Datei legen.

Echte Schreckmomente bleiben bei "Homecoming" selbst im abgedunkelten Zimmer selten. Zu abgegriffen ist die Dramaturgie der Horrorversatzstücke, um noch einen Anflug von Gänsehaut zu erzeugen. Alles ist vorhersehbar wie in der Geisterbahn eines durchschnittlichen Vergnügungsparks. Was bei manchem Interessenten ebenfalls die Kaufentscheidung mit beeinflussen könnte: Die PC-Version von "Homecoming" muss über Steam aktiviert werden.

Herbert Aichinger




Datum: 01.03.2009

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Artikel ID 213781

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