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Hoffnungsvolle Culture-Clash-Lovestory: "Just a Kiss"

Just a Kiss

(tsch) Atta Yaqub war Model, hatte IT Management studiert und in einer Beratungsstelle für Jugendliche gearbeitet, als er 2004 in Ken Loachs "Just a Kiss" die Rolle des Pakistani Casim übernahm, der sich in eine Irin verliebt. Was den Schotten mit asiatischen Wurzeln aber qualifizierte, war, dass ihm das Doppelleben vertraut war: "Ich ging vier Jahre lang mit einer Weißen aus", sagte der heute 30-Jährige damals. "Ich bekam den Gedanken, jemand aus meiner Gemeinde könnte mich beobachten, nicht aus meinem Kopf." Das wunderbare Drama um zwei Liebende, die aufgrund unterschiedlicher Herkunft mehr als andere um ihr Glück kämpfen müssen, wird nun bei 3sat wiederholt.

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Das Glück scheint für Casim (Yaqub) und Roisin (Eva Birthistle) so unerreichbar zu sein wie das Abendmahl für den Kalifen von Bagdad. Er ist muslimischer Pakistani, der in zweiter Generation in Schottland lebt. Sie ist Irin, die an einer katholischen Schule Musik unterrichtet. In Glasgow ist es schwierig, auf diesen religiösen und kulturellen Unterschieden ein gemeinsames Leben aufzubauen.

Roisin und Casim begegnen sich zum ersten Mal, als Casims kleine Schwester Tahara (Shabana Bakhsh) pöbelnde Mitschüler durch das Schulgebäude jagt. Sie verlieben sich und genießen es ohne Rücksicht auf das, was morgen sein wird. Doch Casim, der Stolz der Familie, ist bereits seiner Cousine versprochen, und Roisin muss beim örtlichen Pfarrer eine Standpauke in Sachen Moral über sich ergehen lassen.

Casims Herkunft und familiäre Bande stehen im Widerspruch zu seinem Streben nach Freiheit und individuellem Glück. Dass Roisin mit der Naivität des Abendlandes viel zu wenig von Casims Kultur versteht, ist dabei nicht gerade hilfreich.

Mit "It's a Free World" bewies Ken Loach gerade erst wieder, dass er es wie kein Zweiter versteht, die harte soziale Realität Großbritanniens abzubilden: Eine junge Arbeitslose gründet ihre eigene Jobagentur, mit der sie Immigranten als billige Arbeitskräfte vermittelt. In "Just a Kiss" erzählt der Regisseur aber vor allem eine wunderschöne, leidenschaftliche Liebesgeschichte und tauscht seine bissige Schärfe gegen sanften Optimismus ein. Das ist zwar eher märchenhaft als realistisch, aber auch erfrischend und hoffnungsvoll. Man kann plötzlich wieder glauben, die kulturelle Verständigung sei nur einen Kuss entfernt und warte wie Dornröschen darauf, geweckt zu werden.

Bernd Fetsch



Casim (Atta Yaqub), Sohn pakistanischer Einwanderer, muss seine Beziehung zu der irischen Lehrerin geheim halten.
Casim (Atta Yaqub), Sohn pakistanischer Einwanderer, muss seine Beziehung zu der irischen Lehrerin geheim halten. (ZDF / ARD Degeto)

Datum: 17.03.2009

Artikel ID 213087

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