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Der Vorläufer von "Easy Rider": "The Wild Angels"

The Wild Angels

(vm/tsch) „Easy Rider“ kam 1969 heraus. Drei Jahre früher hatte Regisseur Roger Corman dem Rocker-way-of-life bereits ein filmisches Denkmal namens „The Wild Angels“ gesetzt, in dem Peter Fonda, der auch in „Easy Rider“ zu sehen war, die Titelrolle als Anführer der Biker-Gang übernahm. Das Rockerdrama "The Wild Angels" ist im Stil eines B-Movies gedreht und zeichnet sich durch gute Dialoge, coole Darsteller (darunter auch Nancy Sinatra) und genüsslich zelebrierte Gewaltszenen aus. Seinerzeit erschien „The Wild Angels“ den amerikanischen Kritikern als zu anarchistisch und kontrovers, und auch wenn dies aus der heutigen Sicht nicht mehr zutrifft, wirkt der Film trotzdem noch wild.

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Es war 1966, und "Easy Rider" gab es noch nicht. Als Amerikas Kritiker Roger Cormans anarchisches Rockerdrama "The Wild Angels" erstmals zu Gesicht bekamen, reagierten sie bestürzt. Ganz anders urteilte man damals in Europa. Dem Film mit Peter Fonda und Nancy Sinatra wurde gar eine lobende Erwähnung bei den Filmfestspielen in Venedig zuteil. Dass sie völlig gerechtfertigt war, wird nun mit der erstmaligen DVD-Veröffentlichung des Klassikers bewiesen.

Cormans Filme sind nichts für sensible Gemüter. Das ist auch diesmal nicht anders. Die "Wild Angels", eine Motorradgang, räumt auf, wo immer es geht. Es ist ein stetes Anrennen gegen das Establishment, gegen feste Regeln und dünnes Gerede. Die Gruppe hält zusammen, und so initiiert der Anführer mit dem originellen Namen Heavenly Blues (Peter Fonda) eine Racheaktion, als Loser (Bruce Dern) einem Mitglied der Gang das Wichtigste im Leben, das Motorrad, gestohlen wird. Es kommt zu einer wüsten Schlägerei in der Autowerkstatt eines Dorfes. Die Polizei greift ein, und Loser wird schwer verletzt.

Die Gang beschließt, ihren Freund aus dem Krankenhaus zu befreien. Ein erfolgloses Unterfangen. Loser überlebt die Aktion nicht. Bei seiner Beerdigung eskaliert die Lage: Während Blues sich selbst die Schuld am Tod von Loser gibt, beginnen all die anderen "Wilden Engel" eine wüste Schlacht, die unschuldige Opfer fordert. Cormans Biker-Melodram soll, so berichteten damals die Zeitungen, nur 35.000 Dollar gekostet haben. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis. Intelligente, manchmal tiefgründige Dialoge mit hohem Unterhaltungswert und tolle schauspielerische Leistungen lassen "The Wild Angels" zu einem glänzenden Film werden, der auch mehr als 40 Jahre nach einer Entstehung fesselnd und faszinierend ist.

Dass die DVD-Veröffentlichung bei allen Mühen die heute gängigen technischen Standards kaum erfüllt, sei daher verziehen. Vor allem der Sound wird in einem schwachbrüstigen 2.0-Mix präsentiert, sodass vor allem die Musik nicht die erwartet dominante Rolle spielen kann. Außerdem scheinen die Dialoge immer wieder abzusaufen. Etwas ordentlicher, aber bei weitem nicht überragend ist das Bild: Für authentische Farben und hinreichende Schärfewerte gibt es Pluspunkte, allerdings trübt ein ständiges Rauschen den Sehgenuss. Richtig ärgerlich ist aber, dass es bis auf den Original-Kinotrailer keinerlei Bonusmaterial gibt.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (2.0), Englisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Keine
laufzeit 83 Min
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton ausreichend
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(USA 1966, R: Roger Corman., D: Peter Fonda, Nancy Sinatra, Bruce Dern u.a.)


Roger Corman provozierte 1966 mit seiner Motorrad-Gang "The Wild Angels" das US-Publikum zu heftigen Reaktionen - anders als in Europa, wo der Film auf große Zustimmung stieß.
Roger Corman provozierte 1966 mit seiner Motorrad-Gang "The Wild Angels" das US-Publikum zu heftigen Reaktionen - anders als in Europa, wo der Film auf große Zustimmung stieß. (Pierrot Le Fou)

Peter Fonda und Nancy Sinatra sind zwei der "wilden Engel" auf ständiger Suche nach der Konfrontation mit dem Establishment.
Peter Fonda und Nancy Sinatra sind zwei der "wilden Engel" auf ständiger Suche nach der Konfrontation mit dem Establishment. (Pierrot Le Fou)

"Heavenly Blues" nennt sich der Anführer (Peter Fonda) einer brutalen Rocker-Gang - ein passender Name, überfällt ihn doch nach dem Tod seines Freundes tatsächlich die große Existenzkrise.
"Heavenly Blues" nennt sich der Anführer (Peter Fonda) einer brutalen Rocker-Gang - ein passender Name, überfällt ihn doch nach dem Tod seines Freundes tatsächlich die große Existenzkrise. (Pierrot Le Fou)

Datum: 08.03.2009

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