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"La Zona" prangert die Zwei-Klassen-Gesellschaft an

La Zona - Betreten verboten

(mb/tsch) „La Zona“ ist so etwas wie die Moskauer Reichen-Siedlung „Rubljovka“, in der u.a. Wladimir Putins Haus steht: eine Art Staat im Staate, Reichtum inmitten von Armut. „La Zona“ (2007) ist leider kein Science-Fiction-Film, keine anti-utopische Warnung a la „Schöne neue Welt“, sondern ein beklemmend realistischer Thriller, der die Wirklichkeit bloβ etwas zugespitzt darstellt. Der mexikanische Regisseur Rodrigo Plá erzählt von der immer gröβer werdenden Kluft zwischen Reich und Arm und einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der das Wohl der Reichen über das Leben der Armen, d.h. Minderwärtigen, gestellt wird.

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"La Zona" ist eine gut gesicherte und bewachte Wohnsiedlung, eine Art Staat im Staate. Durch einen Zufall bekommen drei arme Jugendliche die Chance zu einem Diebeszug. Das geht schief, es fallen Schüsse. Nur einer der Jungs entkommt der tödlichen Selbstjustiz, bleibt aber in "La Zona" gefangen und muss sich vor den Bewohnern verstecken. Im bedrückend realistisch inszenierten "La Zona" (2007) regiert eine Atmosphäre der Bedrohlichkeit, in der die Unterschiede zwischen arm und reich deutlich werden - ein modernes und beklemmendes Thema. Nein, es ist keine schöne neue Welt, die der mexikanische Filmemacher Rodrigo Plá in seinem jetzt auf DVD erhältlichen düsteren Thriller beschreibt.

Wer in "La Zona" lebt, glaubt an absolute Sicherheit. Doch die gibt es nicht, die reale Welt mit ihrer sozialen Ungerechtigkeit und all den anderen Problemen lässt sich nicht komplett ausgrenzen - und diese Einsicht radikalisiert die Menschen in La Zona. Morde werden vertuscht, Polizisten bestochen, Bürgerwehren gegründet, Hetzjagden veranstaltet. Die Menschlichkeit verabschiedet sich aus dem Villenviertel, die Jagd auf den verbleibenden Eindringling macht Spaß und wird von den meisten als Notwendigkeit begriffen. Er ist ohnehin nur einer der Armen, ein sozialer Verlierer. Minderwertig eben. Wer das nicht so sieht, bekommt sofort die gewalttätige Mehrheitsmeinung aufgezwungen.

Diese Mechanismen des Kontrollverlustes sind clever inszeniert, mit vielen Bildern aus den Überwachungskameras und mit statischen Einstellungen, die Sicherheit vermitteln, die aber nur vermeintlich bleibt und von durchs Bild hetzenden Menschenjagdgesellschaften konterkariert wird. Rodrigo Plá entwickelt ein beängstigendes Szenario - eines, das wegen seiner Intensität im Gedächtnis bleibt. Da reicht es, dass Handlung und Figurenzeichnung schematische Skizzen bleiben. Es ist ohnehin klar, was passieren wird. Es ist ein modernes und beklemmendes Thema, dessen sich der Film annimmt. Die Tendenzen der totalen Überwachung, um die Menschen zu kontrollieren und den sozialen Frieden scheinbar zu wahren, während heimlich eine Zwei-Klassen-Gerechtigkeit geschaffen wird, nehmen auch im echten Leben zu.

Während der Sound auf der DVD - trotz eines deutschen DTS-Upgrades - etwas zu zurückhaltend bleibt, ist das mit kleiner Digitalkamera aufgenommene Bild recht ordentlich. Unschärfen und Bildruckler ergeben sich aus dem Einsatz verschiedener Stilmittel, mit denen Plá arbeitete (Handkameras, CCTV-Aufnahmen). Als Bonus gibt es ein leider nur kurzes, dafür aber prägnantes Making Of.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DTS / DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
untertitel Deutsch
extras Making Of
laufzeit 91 Min.
tonsystem DTS / Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 13 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton ausreichend
bewertung extras befriedigend

Credits:
(MEX 2007, R: Rodrigo Plá, D: Daniel Giménez Cacho, Maribel Verdú, Daniel Tovar u.a.)


Im Luxusviertel "La Zona" veranstalten die Bewohner eine Hetzjagd auf einen sozialen Verlierer, der sich in ihr Territorium gewagt hat.
Im Luxusviertel "La Zona" veranstalten die Bewohner eine Hetzjagd auf einen sozialen Verlierer, der sich in ihr Territorium gewagt hat. (Sunfilm)

Miguel (Alan Chávez) muss vor dem blutrünstigen Mob der besseren Gesellschaft fliehen.
Miguel (Alan Chávez) muss vor dem blutrünstigen Mob der besseren Gesellschaft fliehen. (Sunfilm)

Hier kommt keiner rein, auch Miguel (Alan Chávez) nicht: In "La Zona" grenzen sich die Reichen von den Armen ab.
Hier kommt keiner rein, auch Miguel (Alan Chávez) nicht: In "La Zona" grenzen sich die Reichen von den Armen ab. (Sunfilm)

Datum: 15.03.2009

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